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Markus De Prato: „Für uns gibt es Wichtigeres als die Tabelle“

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Von: Patrik Stäbler

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1:0 nach zwei Minuten: Fabian Listls Freistoß segelt über alle Köpfe und den Steinhöringer Torhüter hinweg in den Kasten.
1:0 nach zwei Minuten: Fabian Listls Freistoß segelt über alle Köpfe und den Steinhöringer Torhüter hinweg in den Kasten. © Foto: Dieter Michalek

Als sich Fabian Listl den Fußball im Halbfeld zum Freistoß zurechtlegt, da ist diese Partie in der Kreisklasse 6 zwischen dem TSV Grasbrunn und Steinhöring noch keine zwei Minuten alt. Der Kapitän der Platzherren tritt die Kugel in den Strafraum der Gäste, wo sie erst über sämtliche Köpfe hinwegsegelt, dann den Torwart der Gäste überrascht und schließlich in sein Gehäuse plumpst – zum 1:0 für Grasbrunn.

Grasbrunn – „Ein blödes Tor für den Gegner, aber für uns natürlich super“, wird Trainer Markus De Prato hinterher über die frühe Führung sagen. Bis vor wenigen Wochen wäre ein solcher Freistoß vermutlich noch am Pfosten vorbeigeflogen oder an die Latte geklatscht – denn in dieser Zeit klebten dem Klub Pech und Misserfolg am Stiefel: Mit fünf Spielen ohne Sieg war Grasbrunn in die Saison gestartet; in den ersten elf Partien gab’s nur magere zwei Dreier. Doch seit Ende Oktober zeigt die Formkurve steil nach oben: Erst holte man ein Remis gegen Spitzenreiter Grüne Heide, dann ein 2:1 beim Tabellenzweiten Zorneding, und nun hat das einstige Kellerkind auch gegen Steinhöring drei Punkte eingefahren – 3:1 heißt es am Ende der 90 Minuten.

„Die Mannschaft hat das umgesetzt, was ich von ihr gefordert habe“, lobt De Prato nach dem zweiten Sieg hintereinander. Zwar habe Steinhöring mehr Ballbesitz gehabt, doch das sei durchaus so eingeplant gewesen. Und die Tore, die machte anfangs nur seine Mannschaft: Nach Listls frühem Freistoßtreffer schlug der Kapitän zehn Minuten nach der Pause noch ein zweites Mal zu. Die Vorentscheidung besorgte dann Fabian Holländer mit dem 3:0 – „damit war der Deckel drauf“, kommentiert sein Coach. Das Ehrentor der Gäste eine Viertelstunde vor Schluss blieb somit nur Ergebniskosmetik.

„Wir spielen zurzeit nicht den schönsten Fußball, aber wir sind effektiv“, betont Markus De Prato nach dem Abpfiff. Wieso genau das in den ersten Monaten der Saison so selten geklappt hat? Bei dieser Frage verweist der Trainer auf das damalige Verletzungspech. In der Folge habe man viel zwischen Erster und Zweiter Mannschaft rotieren müssen, sodass etliche Kicker in der Reserve festgespielt waren. Trotz des katastrophalen Starts sei er aber nie nervös geworden, sagt der Coach. „Viele Bekannte haben mich angerufen und gefragt: Ein De Prato im Abstiegskampf, was ist denn da los?“ Doch er selbst, sagt der Trainer, habe immer an die Qualität seines Teams geglaubt und sei sicher gewesen, dass dieses sich alsbald wieder aus dem Tabellenkeller verabschieden werde.

Wobei De Prato betont, dass er seit seinem Amtsantritt in Grasbrunn 2019 ohnehin nur selten auf die Tabelle schaue. Denn: „Für uns gibt es Wichtigeres.“ Dies sei vor allem „wieder eine vernünftige Struktur reinzubringen“, sagt De Prato, „nachdem es in den Jahren davor ein bisschen schwierig war“. Aktuell aber sieht er seine Mannschaft „auf einem guten Weg“ – und meint damit sowohl die mittelfristige Entwicklung als auch die jüngsten Ergebnisse. So haben sich seine Grasbrunner durch den Sieg über Steinhöring in der Tabelle bis auf Rang acht nach vorne geschoben – die bisher beste Platzierung in dieser Saison. (PATRIK STÄBLER)

TSV Grasbrunn – TSV Steinhöring 3:1 (1:0)

Grasbrunn: Hahn, Holländer, Hollerith, N. Iannotta, Oberndörfer, Strauss, Schmid, Lorenzo, Listl, Meier, L. Iannotta.

Tore: 1:0 Listl (2.), 2:0 Listl (56.), 3:0 Holländer (62.), 3:1 Stitzl (76.).

Schiedsrichter: Stefan Brandt (ASV Biburg) – Zuschauer: 80.

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