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De Prato hält nichts von der Brechstange

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Der Grünwalder Trainer Florian de Prato sagt: „Von ,zu viel’ bin ich kein Fan, da verkrampft man nur. Man sollte ganz normal und in Ruhe weiterarbeiten.“
Der Grünwalder Trainer Florian de Prato sagt: „Von ,zu viel’ bin ich kein Fan, da verkrampft man nur. Man sollte ganz normal und in Ruhe weiterarbeiten.“ © Robert Brouczek

Vier Niederlagen am Stück, sechs Partien ohne Sieg: Im heutigen Landesliga-Gastspiel beim SB Chiemgau Traunstein (Anstoß 19 Uhr) will der TSV Grünwald die Negativserie endlich beenden. „Wir sind überfällig“, findet Trainer Florian de Prato, der sich auch in seiner langen aktiven Karriere, die ihn beim VfR Garching bis in die Regionalliga geführt hat, an so eine Durststrecke nicht erinnern kann.

Grünwald – Trotzdem hat der 36-Jährige für seine Spieler aus eigener Erfahrung einen guten Rat, wie sie versuchen sollten, wieder in die Spur zu kommen. „Einmal hatten wir bei Moosach in der Landesliga, als ich spielender Co-Trainer war, drei oder vier Spiele hintereinander nicht gewonnen. Da wollte ich zu viel, schon im Training. Ich wollte unbedingt vorneweg gehen. Und dann habe ich mich verletzt.“, erzählt de Prato, der aus dieser Anekdote folgert: „Ich habe immer versucht, hundert Prozent zu geben. Aber von ,zu viel’ bin ich kein Fan, da verkrampft man nur. Man sollte ganz normal und in Ruhe weiterarbeiten.“

Diese Devise auszugeben, fällt dem TSV-Coach nach dem 0:1 jüngst gegen Bruckmühl schon wesentlich leichter als nach dem vorangegangenen 1:3 gegen den SV Pullach. „Klar mussten wir ein paar Gänge zulegen gegenüber dem Pullach-Spiel. Aber ich glaube, das haben die Jungs gegen Bruckmühl auch getan“, so de Prato. „Es hat mir für sie persönlich leid getan, dass sie sich für ihren Aufwand und ihre aufrichtige Arbeit nicht belohnt haben. Oder vielleicht sogar betrogen worden sind, denn zwei Entscheidungen waren sehr strittig. Im einen Fall ist der gegnerische Torwart zu uns gekommen und hat gesagt: Da hätte es Elfmeter geben müssen.“

Als Ausrede lässt der Trainer die zwei verweigerten Strafstöße allerdings nicht gelten. „Das Tor hat nicht der Schiedsrichter geschossen“, betont er. Doch habe die Vorstellung gegen Bruckmühl eben keinen Anlass zur Resignation gegeben. „Nach der Kabine war die Stimmung deshalb auch anders. Man hat gemerkt: Die Jungs können in den Spiegel schauen. Sie haben sich alles abverlangt.“

Das müssen die Grün-Weißen aber auch heute bei den Traunsteinern, die einige ehemalige Regionalligaspieler und mit dem 20-jährigen Julian Höllen (11 Treffer) zudem den besten Torjäger der Liga in ihren Reihen haben. „Wenn man den Kader anschaut, ist das schon eine Top-Truppe. Aber die Tabelle lügt nicht zu diesem Zeitpunkt. Auch wenn sie eine Riesen-Infrastruktur und Superqualität haben: Die Traunsteiner liegen nur vier Punkte vor uns und haben schon Spiele klar verloren“, fordert de Prato trotzdem „frech und selbstbewusst“ aufzutreten.

Beim Personal sind einige Fragen offen. Sicher fehlen wird Dario Matijevic (Rotsperre). Zudem ist ein erhofftes Comeback vorläufig gescheitert, auf ganz bittere Weise: Sebastian Koch, der auf dem Sprung zurück in den Kader war, hat sich exakt ein Jahr nach dem linken nun im Training das rechte Kreuzband gerissen. „Das tut mir vor allem für den Menschen leid“, so de Prato, der dem 25-Jährigen angeboten hat, das Trainerteam zu unterstützen. „Er kann bei uns seine Ideen einbringen. Vielleicht hilft ihm das, dass er sich nicht alleingelassen fühlt.“  (um)

TSV Grünwald: Mertes - Bornhauser, Heinzlmeier, Wörns, Grünwald, Sammer, V. Traub, F. Traub, Rojek, Boubacar, Halbich

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