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Grünwalds Trainer Pero Vidak hofft auf einen baldigen Re-Start, zeigt sich im Interview jedoch skeptisch.

Grünwalds Trainer Vidak zweifelt am Re-Start

  • Umberto Savignano
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Grünwalds Trainer Pero Vidak zweifelt im Interview am Re-Start.

Grünwald Die Amateurfußballer zwischen Hoffen und Bangen: Die Corona-Inzidenz nähert sich bundes- wie bayernweit dem „Notbremsen“-Wert von 100 (Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen). Im Landkreis lag sie gestern aber noch bei rund 65. Nach der Öffnungsstrategie der bayerischen Staatsregierung könnte bei einem Wert von unter 100 ab kommenden Montag wieder Mannschaftstraining im Freien möglich sein. Falls die Marke, wovon angesichts der steigenden Fallzahlen auszugehen ist, über 50 liegt, wäre dies allerdings nur unter Verwendung von tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttests gestattet.

Im Gespräch mit unserer Zeitung schildert Pero Vidak (53), Trainer des Landesligisten TSV Grünwald, wie er und sein Team mit der ungewissen Perspektive umgehen.

Haben Sie schon den Trainingsauftakt angesetzt?

Nein, wir haben noch nichts geplant. Die Jungs machen ihr Online-Training und wenn Mannschaftstraining möglich ist, sind wir gut vorbereitet und könnten schnell loslegen. So weit ich informiert bin, könnten wir zunächst in Zehnergruppen anfangen. Aber wir haben noch keinen konkreten Termin festgelegt.

Was halten Sie von der Testpflicht? Ist das umsetzbar?

Ich wäre nicht dafür, dass man jedes Mal vor dem Training einen Selbsttest macht. Ich weiß auch nicht, wie man das kontrollieren sollte.

Wie hält sich die Mannschaft im Moment fit?

Die Jungs machen Übungen zur Stabilisation und zur Kräftigung und für die Ausdauer laufen sie.

Hoffen Sie auf eine baldige Fortsetzung des Spielbetriebs?

Wie alle, die dieser Sportart verbunden sind, hoffe ich, dass wir möglichst bald wieder Fußball spielen können. Für mich ist Sport nicht ein Teil des Problems, sondern ein Teil der Lösung und ich würde lieber heute als morgen wieder anfangen. Vor allem der Jugend müsste man die Möglichkeit geben, das Immunsystem zu stärken. Aber es liegt nicht in unserer Hand.

Da klingt Skepsis durch. Sehen Sie für eine reguläre Beendigung der Runde überhaupt eine realistische Chance?

Nach den ganzen Verschiebungen, den Daten und Zahlen der Corona-Fälle der letzten Zeit, fehlt mir da, ehrlich gesagt, der Glaube.

Wissen Sie schon, wie es mit Ihnen nach der Saison weitergeht? Bleiben Sie den Grün-Weißen erhalten?

Wir haben das Thema angesprochen, werden es in den nächsten zwei, drei Wochen näher besprechen, am besten, wenn es wieder losgeht. Ich wäre nicht abgeneigt.

Und wie sieht es mit dem Kader aus?

Ich spreche ja oft mit den Spielern, vor allem den Führungsspielern und mein letzter Stand ist, dass alle noch richtig Lust haben, Fußball zu spielen und das weiter in Grünwald zu tun.

Sie haben ja verwandtschaftliche Beziehungen zu Kroatien, die Sie zurzeit wohl auch nicht im persönlichen Kontakt pflegen können. Wie geht es Ihnen persönlich in dieser Krise?

Mir persönlich geht es gut. Ich war zwar seit Sommer nicht mehr in Kroatien, aber bei mir hat sich im Privatleben etwas getan: Ich bin am 21. Februar Vater einer Tochter geworden, nach drei Söhnen. Außerdem wohne ich jetzt nicht mehr in Grünwald, sondern in Karlsfeld, was aber kein Problem ist, denn ich arbeite sowieso in Moosach. Drei-, viermal in der Woche zum Training nach Grünwald zu fahren, ist auf alle Fälle weiterhin möglich.

Das Gespräch führte Umberto Savignano.

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