Unterföhring lernt Angstgegner Erlbach lieben

Unterföhring - Es war jedes Jahr das gleiche. Der FC Unterföhring fragte sich auf der Heimfahrt der beschwerlichen Tour nach Erlbach in die tiefste oberbayerische Provinz, ob es nicht besser wäre, die Punkt direkt dem Gegner zu schicken.

Am Samstag drehte der Wunder-FCU 2009/10 den Spieß um und diesmal hinterfragte Erlbach den Sinn der Partie. Am Ende einer Demonstration war der Gastgeber mit dem 1:4 (1:3) noch sehr gut bedient.

Die erste Halbzeit von Erlbach war der beste Auftritt der Unterföhringer in der gesamten Saison. Der Gastgeber dominierte den Gegner nach Belieben und erspielte sich reihenweise sehr gute Torchancen. Dieses Spiel war noch einmal eine deutliche Steigerung zur Gala von Freising. Bereits nach fünf Minuten schloss Moritz Sperl eine fantastische Kombination zum 0:1 ab. Die Führung währte bis Minute 14, als der Gastgeber bei einer Ecke zum Ausgleich kam. Das Gegentor war wie das von Starnberg eine Standardsituation, so dass der FCU nach Erlbach nun 790 Minuten lang aus dem Spiel heraus kein Tor kassiert hat.

Der Rest war dann die Wiedergeburt des Heinz Sichort. Der Stürmer ist nun wieder der alte und wurde mit zwei Vorlagen zum Mann des Tages. In der 23. Minute bereitete er für Peter Zeussel das 1:2 vor und 120 Sekunden später gab es nach einem Foul an dem Angreifer den Elfmeter, den Andreas Faber verwandelte. Mit dem Tor des Tages belohnte sich Sichort später in der 77. Minute. Aus 25 Metern versenkte er einen Halbvolley im Kreuzeck des Erlbacher Tores.

Die Gastgeber hatten vor allem in der ersten Hälfte Glück, nach dem 1:3 nicht ganz böse unter die Räder gekommen zu sein. Die Chancen für ein Schützenfest waren vorhanden und Erlbachs so gefürchtetes Publikum stelle einstimmig fest, dass dieser FCU für die eigenen Kicker zwei Nummern zu groß ist. Dieser Klassenunterschied wurde nach dem Seitenwechsel etwas kleiner. Dann packten die Erlbacher ihren Hoch-Und-Weit-Gewaltfußball aus und kamen so öfters vor das Tor der Gäste. Torwart Igor Pintar hatte dennoch so gut wie Nichts zu halten, weil sich der FCU diesmal mit Kerim Cetinkaya keine Blöße gab. Der Lohn für den Auftritt in Erlbach ist in der Tabelle nicht zu übersehen. Da die Partie des FC Gerolfing abgesagt wurde, liegt Unterföhring nun vier Punkte vor dem Zweiten. Der Dritte Freising ist mit zehn Zählern schon eine kleine Ewigkeit zurück.

SV Erlbach – FC Unterföhring 1:4 (1:3).

FCU: Pintar – Hutterer, Cetinkaya, Manzinger, Grund – Brotz, Orlandi, Faber (82. Rufle), Sperl (86. Josic) – Sichort (80. Pummer), Zeussel.

Tore: 0:1 Sperl (5.), 1:1 Reiter (14.), 1:2 Zeussel (23.), 1:3 Faber (25., Foulelfmeter), 1:4 Sichort (77.).

Schiedsrichter: Robert Schraudner (FC Bayern).

Zuschauer: 150.

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