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Michael Zetterer steht seit zwei Spieltagen im Hachinger Tor, bislang hat es aber noch nicht zum Sieg gereicht

Unterhaching-Keeper Zetterer will Ruhe ausstrahlen

SpVgg Unterhaching - Läuft es bei einem Fußball-Verein schlecht, greifen die Mechanismen der Branche, wie es so schön heißt. Betroffen ist in der Regel der Trainer, das gilt für den Amateur-Bereich genauso wie für die Bundesliga.

Alternativ – aber weitaus seltener – gibt es Veränderungen auf sogenannten Schlüsselpositionen, also Spieler, die für eine Mannschaft besonders wichtig sind. Dazu zählt der Torwart. Bei Drittligist SpVgg Unterhaching war das bis vor Kurzem Korbinian Müller. Seit zwei Wochen aber heißt der Schlussmann Michael Zetterer.

Der 18-Jährige aus dem Valleyer Ortsteil Hohendilching stand bisher in der A-Junioren-Bundesliga zwischen den Pfosten. Nun ist sein Können im Abstiegskampf der Dritten Liga gefragt. Es war eine unerwartete Premiere im Profibereich. Im Dezember sagte er unserer Zeitung: Ziel sei es, nach der Jugend, also in der kommenden Saison, die Nummer eins in Unterhaching zu werden. „Klar liebäugelt man damit, irgendwann zu spielen, aber zu diesem Zeitpunkt kam es relativ überraschend“, sagt Zetterer.

Vor zwei Wochen hat ihn Trainer Manuel Baum gegen den Hallescher SC erstmals in die Startelf beordert. Zuvor hatte das Team letztmals am 25. Januar gegen Borussia Dortmund II gewonnen, wobei dem 2:1-Erfolg wiederum fünf sieglose Spiele vorausgegangen waren. Nachdem Stammkeeper Müller bei Standards zuletzt anfällig war, entschied sich Trainer Baum für Zetterer.

Eine heikle Situation. Baum weiß das, schließlich stand der 34-Jährige selbst viele Jahre im Tor. Entweder kommen Torhüter miteinander und ihrer Rangfolge klar, oder sie mögen sich so gern wie einst Oliver Kahn und Jens Lehmann. Die Kollegen Müller und Zetterer zählen zum ersten Beispiel, sie pflegen ein gutes Verhältnis. Daran hat sich laut Zetterer nichts geändert: „Ich ziehe meinen Hut vor Korbi. Wir kommen nach wie vor sehr gut miteinander aus, was in so einer Phase nicht selbstverständlich ist.“

Er selbst sieht in dieser Phase eine große Herausforderung für sich. „Ein Torwart-Wechsel heißt, dass der neue Mann mehr Ruhe und Sicherheit ausstrahlen muss“, erklärt Zetterer. „Dadurch hat man einen gewissen Druck.“ Damit kommt er aber klar. Locker zu bleiben und sich auf das Spiel zu konzentrieren, das zählt sogar zu seinen großen Stärken. „Michael ist spielerisch sehr stark und auch, was die Nerven angeht“, betont der Holzkirchner Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching. „Er entwickelt sich wahnsinnig positiv und hat seine Sache bisher sehr gut gemacht.“

Etwas nervös war Zetterer, der parallel zu seiner Laufbahn als Fußballer eine kaufmännische Ausbildung bei Bavaria Petrol macht, vor den ersten Spielen mit den Profis dennoch. Allerdings jeweils am Tag vor den Partien gegen Halle und zuletzt Preußen Münster. An den Spieltagen selbst hatte er die nötige Ruhe – auch dank Tipps von erfahrenen Mitspielern, beispielsweise von Florian Heller (32). „Er sagte: Mach’ Dein Ding. Spiel einfach das, was Du im Training machst und konzentriere Dich auf Dein Spiel. Das hat mich aufgebaut.“ Nun soll Zetterer dazu beitragen, dass sich die ganze Mannschaft wieder aufrafft. Nach sechs sieglosen Spielen in Serie ist die SpVgg auf einen Abstiegsrang gerutscht. Dem ehemaligen Erstligisten droht der Sturz in den Amateur-Bereich. So weit werde es nicht kommen, glaubt der Valleyer. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Jeder hat realisiert, dass es fünf vor zwölf ist.“

Es ist auch nicht so, dass er als junger Torwart nichts zu verlieren hat, schließlich will er sich im Profibereich durchsetzen. Und der beginnt ab Liga drei. Am Samstag steht ein entscheidendes Duell an.Die Hachinger spielen um 14 Uhr beim Tabellenletzten, dem SV Wacker Burghausen. „Das wird ein Kampf, den wir gewinnen müssen“, betont Zetterer. Eine Woche später gastiert Leipzig im Sportpark, auf der Tribüne sitzen dann Familie und Freunde. „Die sind natürlich stolz, dass ich jetzt spiele“, erzählt Zetterer, der momentan zahlreiche Nachrichten von Freunden und ehemaligen Mitspielern seines Heimatvereins, der DJK Darching, bekommt. „Viele fragen nach Karten und freuen sich mit.“ Am Saisonende am besten über den Klassenerhalt.

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Quelle: fussball-vorort.de

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