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Gänseblümchen statt Gedränge im Strafraum: Bayerns Fußballplätze (wie hier der in Heimstetten) bleiben vorerst verlassene Grünanlage.

Abbruch rückt näher: Verband legt 3. Mai als Stichtag für letztmöglichen Trainingsbeginn fest

Das Fußball-Ultimatum

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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Vor dem Hintergrund stark steigender Corona-Zahlen hat sich der Bayerische Fußball-Verband (BFV) ein Ultimatum gesetzt, bis wann er an der Fortsetzung der unterbrochenen Saison 2019/21 festhalten will.

Landkreis– Laut einem Vier-Punkte-Plan, der am Dienstag nach einer Vorstandskonferenz vorgestellt wurde, brauche es bis spätestens 3. Mai einen „nahezu uneingeschränkten Trainingsbetrieb“, um „noch möglichst viele oder alle“ der ausstehenden Ligaspiele auszutragen. Sollten sich der Lockdown und die einhergehenden Beschränkungen für den Amateursport über dieses Datum hinaus ziehen, „muss über einen Abbruch der Verbandsspielrunden entschieden werden“.

Sollte dieser Fall eintreten, werde der BFV ein Meinungsbild von allen Vereinen einholen, heißt es in der Mitteilung des Verbands. Käme es in der Folge zum Saisonabbruch, würden die Tabellen in den bayerischen Ligen anhand der Quotientenregel geordnet und gewertet. Wie in der Spielordnung des Verbands vorgesehen, gäbe es sowohl Aufsteiger als auch Absteiger – jedoch keine Relegationsspiele. Im Landkreis erwischte es einige Klubs böse.

Klare Absage an Corona-Tests vor Ligaspielen

Die Hoffnung, dass die laufende Saison noch zu Ende gespielt werden kann, hat der BFV freilich nicht aufgegeben. Erst am Freitag hatte der Verband eine Pressemitteilung unter der Überschrift „Die Hoffnung für den Amateurfußball bleibt“ veröffentlicht. Darin heißt es: „Mit flächendeckenden und regelmäßigen Tests, aber auch mit der Immunisierung der Bevölkerung, die endlich in die Gänge kommen müssen, sehen die Verantwortlichen des BFV auch weiterhin berechtigte Chancen, die aktuell noch immer unterbrochene Spielzeit 2019/20 im bayerischen Amateurfußball bis zum 30. Juni 2021 zu einem guten Ende zu bringen.“

Wer sich jedoch bei Spielern, Trainern und Funktionären umhört, der stößt dort zumeist auf – vorsichtig gesagt – Skepsis, was eine Saisonfortsetzung angeht. Wohl auch deshalb will der BFV nun mit seinem Vier-Punkte-Plan eine Richtschnur vorgeben. Neben dem 3. Mai findet sich darin noch ein weiteres Datum, nämlich der 19. April. Sollte ab diesem Termin kein „flächendeckender Trainingsbetrieb mit Kontakt in Bayern“ möglich sein, so der BFV, „ist die Durchführung des Ligapokal-Wettbewerbs nicht mehr möglich“. Entsprechend würde dieser Wettbewerb gestrichen – mit einer Ausnahme: In der Regionalliga müsse noch eine gesonderte Entscheidung getroffen werden, und zwar „im Dialog mit den betreffenden Vereinen“, heißt es vonseiten des Verbands.

Ligapokal steht ganz oben auf Streichliste

Punkt Nummer drei in dem BFV-Papier betrifft die Möglichkeit von Corona-Tests vor Ligaspielen. Dazu stellt der Verband klar: „Der Verbandsvorstand hält einen Spielbetrieb unter der Voraussetzung, dass jeweils ein negativer Corona-Test vorzuweisen ist, in der Fläche für nicht durchführbar und unter den aktuellen staatlichen Rahmenbedingungen nicht realisierbar.“ Der vierte und letzte Punkt dreht sich schließlich um den Toto-Pokal. Dieser solle im Austragungsmodus „noch nicht verändert werden“, so der BFV. Hinsichtlich einer Fortführung des Wettbewerbs zur Ermittlung eines Teilnehmers am DFB-Pokal werde man im Dialog mit den teilnehmenden Vereinen einen Vorschlag erarbeiten.

Für den Spielbetrieb der Frauen, Juniorinnen und Junioren gelten die gleichen Richtlinien zum Saisonabbruch sowie zu Corona-Tests, heißt es abschließend in der BFV-Mitteilung. Bei deren Pokalwettbewerben „werden individuelle Lösungen noch erarbeitet“.

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