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Mit schmerzverzehrtem Gesicht musste Carina Malescha (2. v.l.) früh vom Feld. 

0:3 gegen Vilsbiburg

Zum ersten Mal chancenlos

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Erstmals in dieser Saison haben die Zweitliga-Volleyballerinnen in einem Heimspiel keinen Satz für sich entscheiden können. Das lag auch an zwei Verletzungen.

Lohhof – Bisher haben sich die Lohhofer Zweitliga-Volleyballerinnen immer auf ihre Heimstärke verlassen können, auch gegen die Spitzenteams der Liga aus Offenburg und Neuwied haben sie zumindest teilweise das Heft in der Hand gehabt und mindestens einen Satz gewonnen. Doch am Sonntag waren sie gegen den Tabellendritten, die Roten Raben aus Vilsbiburg, beim 0:3 (17:25, 16:25, 22:25) erstmals chancenlos. Was auch der Tatsache geschuldet war, dass sie das Verletzungspech gleich doppelt ereilt hat.

Zu Beginn der Partie war noch alles in schönster Ordnung und Lohhof schnell mit 6:1 in Führung. Doch beim Stande von 7:4 für die Gastgeberinnen wurde es in der mit knapp 300 Zuschauern gut gefüllten BOS/FOS-Halle plötzlich mucksmäuschenstill. Denn Lohhofs Mannschaftsküken Carina Malescha war nach einem Blocksprung zu Boden gegangen und hielt sich das Sprunggelenk. Zwar konnte die 18-Jährige selbstständig vom Feld humpeln, doch den Rest der Partie verfolgte sie mit Eispack auf dem lädierten Knöchel. Obwohl mit Celina Krippahl eigentlich eine weitere Annahmespielerin Maleschas Posten übernahm, kam die Lohhofer Annahme nach dem Schockmoment so sehr unter Druck, dass die Raben beim 25:17 relativ leichtes Spiel hatten. Sie konnten es sich sogar leisten, die ein oder andere Chance noch liegenzulassen.

Laura Müller musste in ungewohnter Position ran.

Im zweiten Durchgang konnte Lohhof phasenweise aufblitzen lassen, was möglich gewesen wäre. Immer dann, wenn die eigenen Aufschläge mit Druck kamen. Denn dann hatte auch die Reserve des niederbayerischen Erstligisten Probleme, doch Lohhof konnte das zu selten ausnutzen. Das war hinterher auch – trotz allen Verständnisses für die verletzungsbedingte Umstellung und Unsicherheit – der Kritikpunkt von Trainer Patrick Sprung: „Wir haben sie eingeladen. Wenn man so einer Mannschaft zu viele leichte Bälle gibt, kommen sie ins Rollen. Und dann wird’s schwer.“

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Doch beim Thema, Schwachstellen nicht auszunutzen, war Vilsbiburg ebenfalls gut dabei. Denn als sich im dritten Satz auch noch Laura Gentner am Knöchel verletzte und mit Laura Müller eine gelernte Mittelblockerin auf der zentralen Angriffs- und Annahmeposition einspringen musste, nutzten die Gäste das nicht so aus, wie sie gekonnt hätten. Im Gegenteil: Mit viel Kampfgeist stemmte sich Lohhof gegen das schnelle Ende. Theresa Schieder, einmal mehr wertvollste Lohhoferin, hielt ihre Mannschaft mit mutigen Angriffen nach beherzten Abwehraktionen im Spiel – nur leider verfehlten die Lohhofer Aufschläge zu oft das Ziel, um es noch einmal spannend werden zu lassen.

Verdient war der Sieg für die Roten Raben allemal, „sie haben sehr gut aufgeschlagen und im Block sind sie dann eben eine Wand“, fasste Sprung zusammen. Ihn beschäftigte aber vor allem die Sorge um seine Verletzten: „Da müssen wir abwarten, was die Woche bringt und wie es sich entwickelt. Jetzt ist schwer abzuschätzen, wie schlimm es ist.“

SV Lohhof - Rote Raben Vilsbiburg II 0:3 (17:25, 16:25, 22:25) Lohhof: John, Malescha, Schieder, Gentner, Müller, Brandmeier, Baier eingewechselt: Krippahl, Forcher, Friedrich.

Erste Hilfe – auf dem Feld und an der Seitenlinie

So einen Tag hat Katarzyna Kmiecik auf der Bank des SV Lohhof auch noch nicht erlebt: Gleich zweimal musste die Physiotherapeutin Erste Hilfe leisten, erst bei Carina Maleschas linkem Knöchel, dann bei Laura Gentners rechtem. Ende des dritten Satzes saßen die beiden Pechvögel am Spielfeldrand, die schmerzenden Füße auf einen gemeinsamen Stuhl samt Eispack gebettet, und sahen mit bekümmerten Gesichtern, wie es nix wurde mit der Revanche gegen die Raben. Während Malescha klassisch beim Blocksprung auf dem Fuß einer anderen Spielerin gelandet und umgeknickt war, erwischte es Gentner zwei Sätze später ohne Fremdeinwirkung. „Sie ist irgendwie in Rückenlage gekommen“, hat Trainer Patrick Sprung beobachtet, „ich dachte erst, es ist was am Knie!“ Was genau passiert war, konnte auch Gentner selbst nicht so richtig nachvollziehen. Fakt war: Weiterspielen ging nicht. Die 21-Jährige versuchte noch ein paar vorsichtige Schritte, während ihr Team sich überraschend wacker hielt mit Laura Müller in fachfremder Hilfsmission auf Gentners Außenposition. Die 20-jährige gelernte Mittelblockerin hat sich als Neuzugang zuletzt immer mehr Spielanteile erarbeitet und letzte Woche in Holz ihre erste MVP-Medaille abgesahnt – aber eben als Blockerin und Frau für die kurzen, schnellen Pässe. Also war’s nicht nur für die Physiotherapeutin das erste „Erste Hilfe“ Erlebnis in dieser doppelten Form – auch Müller war die Überraschung anzusehen: „Außen habe ich noch nie gespielt!“

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