Waldhof Mannheim plädiert nach Corona-Todesfall für Saison-Abbruch
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Der Ball ruht vorerst weiter in der 3. Liga (so wie hier auf dem Kaiserslauterer Betzenberg. Doch wie lange noch? 

Die Meinungen in der 3. Liga gehen auseinander

Waldhof Mannheim plädiert nach Corona-Todesfall für Saison-Abbruch

Die Meinungen zur Saisonfortsetzung in der 3. Liga gehen weiterhin auseinander. Nach einem Corona-Todesfall im näheren Umfeld des SV Waldhof Mannheim, plädiert der Traditionsklub für einen Saison-Abbruch.

UnterhachingGestern am späten Nachmittag schalteten sich die 20 Drittligisten und der DFB per Videokonferenz zusammen. Mittlerweile soll sich eine Mehrheit für den Abbruch gefunden haben. Doch eine Entscheidung kann der Verband allein treffen. Was die Videokonferenz erbrachte, stand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht fest.

Mit der emotionalen Offenlegung einer persönlichen Tragödie wollte Waldhof Mannheims Geschäftsführer den letzten Zweiflern die Augen öffnen. Markus Kompp schrieb eine E-Mail an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die weiteren 19 Drittligisten, die die am Montagnachmittag stattfindende Diskussion um die Zukunft der niedrigsten deutschen Profiliga beeinflusst haben dürfte.

„Corona-Todesfall im unmittelbaren Umfeld eines Spielers des SV Waldhof Mannheim“

„Nach Rücksprache mit unserem Spieler sehen wir uns hiermit jedoch nun in der Pflicht, alle Vereine und den DFB offiziell darüber zu informieren, dass wir am 30.03.2020 einen Corona-Todesfall im unmittelbaren Umfeld eines Spielers des SV Waldhof Mannheim hatten“, heißt es in der Mail, die die „Rheinpfalz“ in Auszügen veröffentlichte. Dabei soll es sich um den Vater eines namentlich nicht genannten Profis handeln. Der Todesfall sei „der entscheidende Grund“ dafür, dass Mannheim seit langem für einen Abbruch der Saison plädiere.

„Ich muss mir jetzt schon den Vorwurf gefallen lassen, den Todesfall sportpolitisch zu nutzen.“

Mittlerweile sollen mehr als die ursprünglich acht Vereine für einen Abbruch der Saison sein. Doch die ganze Zerrissenheit der Liga zeigte sich wiederum an einigen Reaktionen, die Kompp auf seine Mail erhielt. „Leider muss ich mir jetzt schon den Vorwurf gefallen lassen, den Todesfall sportpolitisch zu nutzen - dabei habe ich einen Monat meine Klappe gehalten. Das ist an Frechheit nicht mehr zu überbieten“, sagte der Manager der „Bild“. Eine Entscheidung für Geisterspiele könne er nicht verantworten.

Diesen Aspekt griff auch Magdeburgs Geschäftsführer Mario Kallnik auf. Der 45-Jährige argumentierte abseits wirtschaftlicher Gründe. „Ganz zu schweigen von der großen Gefahr, dass sich Mitarbeiter bei der Fortsetzung des Spielbetriebs infizieren können. Wir haben als Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht für unsere Arbeitnehmer“, sagte Kallnik der „Magburger Volksstimme“.  

Amateure helfen in der Krise

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