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Blick von oben: Das Fußballgelände in Bernbeuren besteht aus dem Hauptplatz (vorn) und zwei Trainingsplätzen (links). Oben in der Mitte des Bildes ist der Stadel zu sehen, ganz rechts am Rand steht die Auerberghalle, in der die Kabinen untergebracht sind. Links ist die Tribüne zu sehen.

Unsere Sportplätze

Der lange Weg zum perfekten Platz des TSV Bernbeuren

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Wegen des Coronavirus sind die Sportplätze größtenteils verwaist. In der Serie „Unsere Sportplätze“ bekommen sie die verdiente Aufmerksamkeit - heute: Bernbeuren.

Bernbeuren – Felix Lindauer geht mit ruhigem Schritt über den Fußballplatz in Bernbeuren. Die Sonne reflektiert auf der Tribüne, lässt die roten und schwarzen Sitze funkeln. Am Wochenende ist hier gut was los, wenn die erste Mannschaft ihre Kreisliga-Heimspiele austrägt. Normalerweise. Zurzeit herrscht Stille. So viel Ruhe hat der Platz in den vergangenen Jahren wohl selten ausgestrahlt. Wenn Lindauer nun über die gepflegte Anlage läuft, denkt er nicht nur an sportliche Ereignisse. Er denkt auch an ganz viel Arbeit. Seit 2015 wurden die Kabinen saniert, der neue Vereinsstadel eingeweiht und der Hauptplatz aufwändig hergerichtet. Jedes Mal packten auch Spieler und andere Vereinsmitglieder mit an.

Mehrere tausend Arbeitsstunden kamen zusammen. „Da war es manchmal schwierig, alle permanent bei Laune zu halten“, sagt Lindauer. Allein rund acht Monate dauerte der Umbau des Kabinentraktes in der Auerberghalle. Ursprünglich hatte der TSV zwei Umkleideräume – mit drei Männerteams und einer Frauenmannschaft war das zu wenig. Also rissen die Sportler Wände heraus, bauten sie anders wieder ein. „Manch einer hatte vorher noch nie eine Bohrmaschine in der Hand und hat dann eine Wand gemauert“, erzählt Lindauer und lacht. Auch Jugendspieler packten mit an, halfen zum Beispiel beim Tragen. Das Gemeinschaftsprojekt lohnte sich: Der TSV hat nun vier Kabinen mit eigenen Duschen sowie einen Raum für den Schiedsrichter.

Sanierung wird teurer als gedacht

Der Umbau war noch nicht ganz geschafft, da brach das nächste Großprojekt über den TSV herein. Im Februar 2015 brannte der Fußballstadel neben dem Hauptplatz nieder – das Feuer vernichtete unter anderem alle Bälle, Tore, Trainingsmaterialien und ein Mähwerk. Schnell entschied die Gemeinde: Er wird wieder aufgebaut. Nun ist der Stadel deutlich größer und bietet auch anderen Abteilungen, Vereinen und dem Bauhof Platz. 2016 wurde der Bau eingeweiht. Es war im Mai. Und zwei Monate später fingen die nächsten Arbeiten an. Diesmal war der Rasenplatz dran.

Das Sorgenkind des TSV hatte schon einige Sanierungen hinter sich. „Das Wasser ist überhaupt nicht abgelaufen, es war eine einzige Matschbrühe“, sagt Lindauer. Es gab Partien, „da standen Spieler bis zum Knöchel im Wasser“.

Abteilungsleiter Felix Lindauer hat auf den Sitzen Platz genommen, die in den Vereinsfarben Schwarz und Rot sind.

TSV-Anhänger Richard Lerchenmüller rettete den Verein. Er sagte 60 000 Euro für die Sanierung zu. Als die begann, wurde klar: Das reicht nicht. Lerchenmüller ließ den Platz umfangreicher erneuern. Unter anderem kamen 35 Drainagen rein. Wie hoch die Kosten letztlich waren ... Lindauer weiß es nicht. „Er hat’s mir nie verraten“, sagt der Abteilungsleiter. Aber das Ergebnis spricht für sich: Ein ebener, grüner Rasen ziert das Bernbeurener Sportgelände seit 2017, daneben sind zwei Trainingsplätze. Die Tribüne wurde erneuert, Sitzschalen in den Vereinsfarben – Rot und Schwarz – angebracht. Das motivierte.

Neuer Platz löst Aufschwung aus

„Wir hatten danach einen sportlichen Flow.“ Dem TSV Bernbeuren gelang der direkte Wiederaufstieg in die Kreisliga. Die zweite Mannschaft kam hoch in die A-Klasse. Beide halten sich seitdem in ihren Ligen. Und sogar ein drittes Team hat der TSV – es tritt in der C-Klasse an. Die Frauen kicken in der Kreisklasse. Obendrein kommen noch die Jugendmannschaften dazu, die aber in Spielgemeinschaften mit den Nachbarorten antreten.

Viel Trubel also, der normalerweise auf dem Bernbeurener Sportfeld und den Trainingsplätzen herrscht. Doch der Beanspruchung hält der Rasen längst stand. Das Sorgenkind ist Geschichte. Und ein Verein mächtig stolz.

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