Wie und in welchem Zeitraum die Rückkehr auf den Platz möglich ist, klärt derzeit der Bayerische Fußball-Verband. Die Vereine sind eher skeptisch was Lockerungen betrifft.
+
Endlich wieder gemeinsam üben: Noch ist nicht abzusehen, wann die Fußballer aus der Region, wie hier der SV Raisting im vergangenen Juli, wieder uneingeschränkt und in voller Mannschaftsstärke trainieren dürfen.

Der Amateur- und Breitensport ist seit vier Monaten stillgelegt

Amateurfußball: Vereine sind sich uneinig wann es wieder losgehen kann

  • Roland Halmel
    vonRoland Halmel
    schließen

Wie und in welchem Zeitraum die Rückkehr auf den Platz möglich ist, klärt derzeit der Bayerische Fußball-Verband. Die Vereine sind eher skeptisch was Lockerungen betrifft.

Landkreis – Noch sind es eher kleine Schritte. Sie machen den Fußballern in der Region aber Hoffnung, dass sie langsam, aber sicher wieder auf den Platz zurückkehren können. Wie und in welchem Zeitraum die Rückkehr möglich ist, klärt derzeit der Bayerische Fußballverband (BFV) mit den für den Sport zuständigen Ministerien. Die Eckdaten im Vier-Stufen-Plan, auf den sich Bund und Länder am Mittwoch vergangener Woche geeinigt haben, weist in einigen Bereichen noch viel Klärungsbedarf auf. „Ich werde euch umgehend informieren, wenn ich seriöse und belastbare Informationen habe“, teilte Kreisspielleiter Heinz Eckl, der in dieser Woche an zahlreichen Beratungen auf Verbands- und Kreisebene teilnahm, den Vereinen in seinem Zuständigkeitsbereich mit.

FC Penzberg: Start erst mit sicherem Mannschaftstraining

„Natürlich kribbelt es, auf den Platz zurückzukehren. Allerdings werden wir erst loslegen, wenn ein sicheres Mannschaftstraining möglich ist“, so Martin Wagner. Der Trainer des Tabellenzweiten der Bezirksliga Süd will nichts übers Knie brechen. Derzeit arbeiten seine Spieler noch individuell gestaltete Trainingspläne ab.

SV Raisting: „Uns kribbelt es im Fuß“

Auf klare Ansagen von oben warten die Fußballer des Bezirksligisten SV Raisting. „Der BFV hat in dieser Woche ein paar Sitzungen, dann schauen wir mal, was da dann rauskommt“, sagt Florian Heinrizi. Während sich der neue Fußballerchef der Raistinger noch recht zurückhaltend gibt, kann es sein Trainer Johannes Franz gar nicht mehr erwarten, auf den Fußballplatz zurückzukehren: „Uns kribbelt es im Fuß. Wir würden nach so einer langen Pause am liebsten sofort loslegen.“ Ihm ist aber schon klar, dass es zu Beginn zu erheblichen Einschränkungen kommt, was die Trainingsarbeit nicht unbedingt attraktiv macht. „Das Hygienekonzept steht, aber in kleinen Gruppen von nur fünf Leuten zu trainieren, macht keinen Sinn.“ Letztlich werde das Treiben auf dem Rasen immer auch vom Inzidenzwert bestimmt. Dieser sei dann auch verantwortlich dafür, dass es zu einer Wettbewerbsverzerrung kommt. „In dem einen Landkreis ist die Inzidenz niedrig, dort darf trainiert werden. In anderen Landkreisen mit höherer Inzidenz ist das nicht oder erst später erlaubt, damit sind diese Vereine im Nachteil“, gibt Franz zu bedenken. Deswegen ist Raistings Coach auch dafür, die laufende Saison abzubrechen, alles auf Null zu setzen und im Sommer neu zu starten.

SV Wielenbach:  „Ich werde mich nicht hinstellen, um Schnelltests vor dem Training zu machen“

„Bei dem Regelungschaos kennt man sich nicht wirklich aus“, bremst auch Christoph Wiedemann, Fußballerchef beimSV Wielenbach, allzu große Euphorie. Auch weil die Kicker beim derzeitigen Tabellenführer der A-Klasse 5 nichts von Kleingruppentraining ohne Kontakt halten, machen sie vorerst noch nichts. Erst ab 22. März wollen sie mit dem Training beginnen. „Da sollten auch alle fit erscheinen, weil wir dann gleich mit dem Techniktraining loslegen und keine Laufeinheiten mehr machen werden“, macht Wiedemann deutlich. „Die Plätze sind dann auch in gutem Zustand, dann sollten vier Wochen Vorbereitung durchaus reichen“, so Wiedemann, der aber einschränkt: „Ich werde mich nicht hinstellen, um Schnelltests vor dem Training zu machen.“

TSV Peißenberg bezweifelt, dass es bald wieder losgehen kann

„Wir freuen uns sehr, wenn wir wieder starten dürfen“, sagt Florian Heringer. Der Trainer von Kreisliga-Aufsteiger Peißenberg ist, was die Rückkehr auf den Platz betrifft, nicht gerade optimistisch gestimmt: „Ich bezweifle, dass dies bald der Fall sein wird.“ Vielmehr rechnet er mit steigenden Inzidenzzahlen, wenn mehr getestet und gelockert wird. „Schaun mer mal“, zitiert Heringer diesbezüglich den Spruch von „Kaiser Franz“.

ASV Antdorf:  „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bald losgeht“

Eher zurückhaltend gibt sich Antdorfs Trainer Aleks Simic: „Wir machen erst einmal selbstständiges Lauftraining, bis es dann das endgültige ,go’ seitens der Regierung gibt.“ Einen Spielbetrieb in absehbarer Zeit erachtet auch der Vereinsvorsitzende Anton Panholzer als wenig wahrscheinlich: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bald losgeht.“

ASV Habach: Fitness-App für sie Spieler

Auch in Habach wird noch individuell trainiert. „Wir haben in der Mannschaft eine Fitness-App eingeführt, da können sich die Jungs in kleinen Wettbewerben messen. Sobald wir von oben das Okay haben, sind wir aber auf dem Trainingsplatz“, berichtet Trainer Richard Hartmann. Was die Austragung der restlichen Saison angeht, ist er aber skeptisch. „Terminlich könnte es eng werden“, gibt der Coach des Kreisligisten zu bedenken.

SpVgg Schwabbruck: „Was passiert, wenn es wieder Verdachtsfälle gibt? “

Die Fußballer der Spielvereinigung würden gern loslegen. „Aber wir warten diese Woche noch ab“, berichtet Coach Hubert Strobel. Für ihn gibt es noch einige Dinge, die ihn eher skeptisch sein lassen. „Was passiert, wenn es wieder Verdachtsfälle gibt? Die Arbeitgeber sind bestimmt nicht erpicht, wenn ihnen die Mitarbeiter wochenlang fehlen“, so Strobel. Der Coach räumt aber ein, dass ihm der persönliche Kontakt mit seinen Spielern abgeht. „Ich will die Jungs bald wieder sehen.“

VfL Denklingen: Gerüstet für den Titelkampf

Beim Spitzenreiter der Kreisliga 2 wird aktuell noch fleißig gelaufen. „Wir starten in dieser Woche eine definierte Gruppen-Laufchallenge, die rund zwei Wochen dauert“, sagt VfL-Coach Markus Ansorge. „Wenn alles gut geht, stehen wir dann am 23. März mit einer top Grundlagen-Ausdauer auf dem Platz.“ Danach soll eine dreiwöchige gemeinsame Vorbereitung folgen, bei der vor allem Taktik und Spielformen im Mittelpunkt stehen. Läuft alles nach Plan, sieht Ansorge seine Mannschaft gerüstet für den Titelkampf.

TSV Altenstadt: „Bis man wieder mit Kontakt trainieren darf, wird es schon noch eine Weile dauern“

„Bei uns ist natürlich jeder heiß auf Fußball“, berichtet Altenstadts Spielertrainer Christoph Schmitt – um gleich wieder auf die Euphoriebremse zu treten. „Bis man wieder mit Kontakt trainieren darf, wird es schon noch eine Weile dauern“, mutmaßt Schmitt. Noch diese Woche will er mit den Verantwortlichen des Kreisligisten das weitere Vorgehen besprechen.

TSV Peiting: „Wir werden vorerst nichts ändern“

Die Entscheidungsträger beim TSV Peiting tauschten sich nach Bekanntwerden der neuen Regelungen umgehend mit den Spielern aus. „Wir werden vorerst nichts ändern“, berichtete danach Coach Fabian Melzer. Das bedeutet: Beim Kreisligisten gibt es weiterhin das seit Februar einmal wöchentlich stattfindende Cyber-Training. „Dazu betätigen sich die Spieler freiwillig, und das klappt gut“, so Melzer, der den Trainingsbetrieb umgehend hochfahren will, sobald der Beginn des Spielbetriebs absehbar ist. „Mit zehn Leuten in Kleingruppen mache ich kein Training und auch nicht, wenn vorher Schnelltests nötig sind“, schränkt Melzer ein.

TSV Hohenpeißenberg: „Entweder mit allen zusammen oder gar nicht“

Bei Alex Sanktjohanser, Trainer des Kreisklassisten TSV Hohenpeißenberg, hält sich die Euphorie in Grenzen: „Ich bin noch sehr skeptisch, ob es wirklich wieder losgeht.“ Training in Kleingruppen, wie nach dem ersten Lockdown geschehen, lehnt er ab. „Entweder mit allen zusammen oder gar nicht“, stellt Sanktjohanser klar. Seine Mannschaft hält sich wie schon in den vergangenen Monaten selbst fit. „Aber alle sind froh, wenn es wieder losgehen und wenn die Saison zu Ende gespielt werden kann“, so Sanktjohanser.

TSV Rott: „Wir peilen die Woche ab dem 22. März für den Trainingsstart an“

„Es gibt Licht am Ende des Tunnels, aber wir warten erst mal noch ab“, sieht Tim Erdt, Trainer des A-Klassisten TSV Rott, noch keine Eile geboten, was den Wiedereinstieg ins Training betrifft. Seine Spieler halten sich mit Laufen, Fahrradfahren und Fitness-Übungen in Form. Sobald es Infos und Richtlinien vom Verband gibt, will der A-Klassist das weitere Vorgehen festlegen. „Wir peilen die Woche ab dem 22. März für den Trainingsstart an“, so Erdt.

(ROLAND HALMEL)

Auch interessant

Kommentare