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Ein Blickkontakt genügt: Markus Ansorge coacht weiter den VfL Denklingen

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Von: Christian Heinrich

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Der Topstürmer und sein Coach: Markus Ansorge trainiert auch künftig Simon Ried und den VfL Denklingen. F: Halmel (A.)
Der Topstürmer und sein Coach: Markus Ansorge trainiert auch künftig Simon Ried und den VfL Denklingen. © Roland Halmel

Warum einen Trainer ziehen lassen, der dem Verein Erfolg beschert? Dafür sieht auch der VfL Denklingen keinen Anlass und verlängert den Vertrag mit Markus Ansorge. Im Eilschritt.

Denklingen – Manchmal braucht es keine großen Worte, keine langen Reden, geschweige denn Verhandlungen. Manchmal genügt einfach nur ein Blick. „Man schaut sich in die Augen und gibt sich einen Handschlag“, beschreibt Markus Ansorge das Prozedere zwischen ihm und der Fußball-Abteilungsleitung des VfL Denklingen. Innerhalb eines Augenblicks bekam der Trainer sein Engagement als Coach der ersten Mannschaft von den Verantwortlichen um eine weitere Saison verlängert.

Was sollte auch noch viel gesagt werden? Es existiert kein Grund, die Beziehung zwischen dem Fußballlehrer und seinem Team sowie dem ganzen Verein infrage zu stellen. Ansorge hat die Mannschaft in der Corona-Saison souverän zur Meisterschaft in der Kreisliga 2 geführt. In der Bezirksliga Süd überwintert der Aufsteiger auf dem ersten Tabellenplatz, obwohl der Verein bei weitem nicht über die finanziellen Mittel verfügt wie die Verfolger aus Oberweikertshofen, Haidhausen oder Wolfratshausen, die sich alle hinter dem Neuling einordnen müssen, obwohl sie mehr Begegnungen als er absolviert haben.

VfL Denklingen: Keine kostspieligen Transfers, stattdessen ein eingespieltes Team

„Es muss jeder für sich entscheiden, welchen Weg er geht“, sagt Ansorge. Der Denklinger Weg ignoriert kostspielige Transfers, die keine Nachhaltigkeit schaffen und einzig dem schnellen Erfolg dienen. „Ich sehe darin keinen Mehrwert.“ Die Werte, die der VfL schafft, sind anderer Natur. Das neue Sportgelände am Buchweg ist ein Forum für die gesamte Gemeinde, um sich zu treffen, Sport zu treiben und die Gemeinschaft zu pflegen.

In diesem Geist betreut Ansorge eine Mannschaft, die sich in ihrer Struktur vor allem von der Konkurrenz aus München abhebt. „Die Jungs haben schon im Kindergarten miteinander gespielt. Da ist jeder für jeden da.“ Auch beim Thema „Impfen“ herrsche Einigkeit, alle Kicker haben sich zu diesem Schritt entschlossen. „Es ist auch eine Verantwortung, die wir haben“, verweist Ansorge auf die Vorbildfunktion seiner Spieler.

Starke Vierkette und Simon Ried als Torjäger

Mit ihnen pflegt er eine offene Kommunikation, tauscht sich über Gedanken und Pläne aus. „Es spielt eine besondere Rolle, dass jeder seinen Platz hat.“ Die Rollenverteilung auf dem Feld sieht vor, dass Hannes Rambach, Tobias Ried, Ludwig Kirchbichler und Manuel Waibl die Viererkette bilden. Das Quartett erledigt seine Aufgaben so zuverlässig, dass der Tabellenführer neben dem SV Raisting die wenigsten Gegentore (17) in der Liga hinnehmen musste. Im Angriff hat Simon Ried die Rolle des Torjägers übernommen. Mit 19 Treffern gehen mehr als die Hälfte der Denklinger Tore (34) auf sein Konto. Unterstützt wird er von Dominik Karg, der bisher acht Mal ins Schwarze traf.

Doch der Erfolg hänge nicht nur von einzelnen Spielern ab. „Es ist unser schnelles Umschaltspiel“, sagt Ansorge. Dass das ganze System äußerst effektiv ist und elf Siege sowie drei Unentschieden bei nur zwei Niederlagen produzierte, ist auch der Leidenschaft geschuldet, mit dem seine Akteure ihrem Hobby nachgehen. „Es ist ein unglaublicher Wille da. Die geben einfach nicht auf.“

Bezirksligist Denklingen: Der Traum vom Aufstieg

Dieser Geist war eng verbunden mit der Stimmung im Stadion Am Forchet. Von seinen acht Heimspielen gewann de VfL sechs und spielte zwei Mal remis. „Ich kriege immer noch eine Gänsehaut, wenn ich an unseren letzten Auftritt gegen Aubing denke“, erinnert sich Anorge mit Ehrfurcht an das alte Sportgelände, das in den nächsten Jahren wieder der Natur zurückgegeben werden soll.

Damit seine Mannschaft am Buchweg schnell heimisch wird, hat der Coach für die Vorbereitung fünf Heimspiele angesetzt. Bereits am kommenden Samstag (15 Uhr), 29. Januar, weiht die Elf den neuen Kunstrasen mit dem Testkick gegen den Landesliga-Spitzenreiter TSV Gilching ein. Die Wahl des ersten Sparingpartners ist ein Indiz dafür, welche Ambitionen der Branchenprimus der Bezirksliga in den ausstehenden zwölf Saisonspielen verfolgt. Wer zur Halbzeit ganz vorne steht, darf mit Recht den Aufstieg anvisieren. „Wir träumen weiter“, stellt Ansorge klar.

Das wird er ab heute wieder zusammen mit seinen Fußballern tun. Nachdem er sich über den Winter ziemlich zurückgezogen hatte, trifft Ansorge am Abend zum ersten Mal in diesem Jahr mit seinen Kickern wieder beim Training zusammen. Nach dem langen Entzug kann Ansorge das Wiedersehen mit seiner Mannschaft. kaum erwarten. „Ich fühle mich da unglaublich wohl“, sagt er über den Vfl. Man muss ihm dazu nur in die Augen schauen. Kein Wunder, dass ein Blickkontakt gereicht hat. (Christian Heinrich)

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