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Meisterschaft und Aufstieg futsch - doch die Fans feiern ihren VfL Denklingen

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Von: Christian Heinrich

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Stimmgewaltig unterstützten die Fans den VfL Denklingen in Oberweikertshofen – und feierten das Team trotz Niederlage. Eine „brutale Niederlage“
Stimmgewaltig unterstützten die Fans den VfL Denklingen in Oberweikertshofen – und feierten das Team trotz Niederlage. Eine „brutale Niederlage“ © Dieter Metzler

Mehr Spannung ging nicht: Am letzten Spieltag hatte Fußball-Bezirksligist VfL Denklingen die Chance auf direkten Aufstieg und Relegation - und stand am Ende mit leeren Händen da.

Denklingen – Als Lukas Greif nach nur zwei Minuten die Fans des VfL Denklingen mit der Führung zum 1:0 ins Ekstase versetzte, schien ein Wunder wahr zu werden. Der Fußball-Bezirksligist führte beim Tabellenführer SC Oberweikertshofen und hatte die Grundlage für seine „Mission Meisterschaft“ erfüllt. Und auch der TSV Großhadern gab alles, damit das schier Unmögliche noch möglich wurde. Nach einer guten Viertelstunde lag der Abstiegskandidat beim Zweiten SpVgg Haidhausen vorne. Als anderthalb Stunden später die frohe Kunde von der Niederlage des Titelrivalen aus München in Oberweikertshofen eintraf, freute sich niemand mehr. Im Gegenteil, die Fassungslosigkeit wuchs, weil die Kicker des VfL am Ende nicht mitspielten, um die große Sensation am letzten Spieltag wahr werden zu lassen. Am Ende verlor der Aufsteiger mit 2:4 – und konnte sich nur damit trösten, eine bockstarke Premiere in der Bezirksliga Süd hingelegt zu haben. Aber Rendite warf der dritte Platz keine ab. Nur Titelgewinner Oberweikertshofen und der Relegant aus Haidhausen schlagen mehr oder weniger Kapital aus dieser Saison.

„Es war schon sehr ergreifend“: Fans feiern ihr Team wie einen Sieger

Als sich die Schockstarre unter den Anhängern des VfL gelöst hatte, die mit einigen Hundertschaften zum Hochamt der Saison nach Oberweikertshofen gepilgert waren, hätte wirklich niemand zu sagen vermocht, wer denn hier die Meisterschaft gewonnen hatte und wer Dritter geworden ist. Auf der einen Seite frohlockte der Sportclub, und auf der anderen Seite jubilierte der Geschlagene. Denn die Fans aus Denklingen feierten ihre Mannschaft so euphorisch, als wäre sie geradewegs bis in die Landesliga weitermarschiert.

In diesem Augenblick spürte Markus Ansorge, wie sich in seiner Gefühlswelt eine wundersame Wandlung vollzog. „Die Enttäuschung ist in Stolz übergegangen“, analysierte der Trainer des VfL seine Emotionen. Seine Mannschaft hatte in diesem Jahr keinen Titel gewonnen, aber die Herzen der eigenen Gemeinde und der gesamten Umgebung. „Es war schon sehr ergreifend“, gab der Coach zu, nachdem sich bei ihm wildfremde Zuschauer für all die Freude bedankten, die ihnen die Mannschaft durch ihre Auftritte bereitet hatte. Und so übertrug sich der Zusammenhalt, der die Spieler auszeichnete, auf viele im und um das Dorf.

Eine „brutale Niederlage“

Dass die großartige Unterstützung am Ende nicht reichte, um das Team in einem absoluten Höhenrausch zu versetzen, bleibt eines des Phänomene, die Ansorge in den nächsten Tagen zu ergründen hat. Seine Kicker hatten nach der frühen Führung eigentlich das Momentum auf ihrer Seite, doch sie gaben es nur sechs Minuten später wieder her, als Fabian Friedl die Stimmung mit dem Ausgleich dämpfte. Als nach einer halben Stunde Marwane Gobitaka beim 2:1 die halbe Abwehr des VfL düpierte, hörten die Denklinger auch ihr Publikum nicht mehr, das sich mit Anfeuerungen und Bengalos nachdrücklich bemerkbar gemacht hatte.

„Die Mannschaft hat es nicht geschafft, das Spiel für sich zu entwickeln“, stellte Ansorge fest. Das wurde nach dem Seitenwechsel besonders deutlich. Nur wenige Momente nach Wiederanpfiff bugsierte Moritz Hemkendreis den Ball ins eigene Tor. Hannes Rambach ließ mit dem Anschluss zum 2:3 wieder die Hoffnung keimen, doch Gobitaka erstickte sie im Ansatz. „Das kannst du nicht wegstecken“, räumte der Trainer ein. Dazu hätten auch die Leistungsträger die Form haben müssen, mit denen sie in der Vorrunde noch brillierten. Und so gab es für Ansorge nach der „brutalen Niederlage“ nur noch zwei Dinge zu tun: Dem Sportclub zur Meisterschaft zu gratulieren – und sich und seine Kicker vom eigenen Anhang hochleben zu lassen.

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