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Derby zwischen Raisting und Denklingen: Erst viel Leerlauf, dann zwei Tore binnen weniger Minuten

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Von: Paul Hopp

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Zweikampf im Derby zwischen Viktor Neveling (links, SV Raisting) und Martin Krimshandl (rechts, VfL Denklingen).
Zweikampf im Derby zwischen Viktor Neveling (links, SV Raisting) und Martin Krimshandl (rechts, VfL Denklingen). © www.holger-wieland.de

Das Derby in der Bezirksliga zwischen Denklingen und Raisting zog rund 400 Besucher an. Die sahen viel Leerlauf, dann aber auch zwei Tore binnen weniger Minuten.

Denklingen/Raisting – Die alte Ordnung zwischen Denklingen und Raisting – sie gilt nicht mehr. In den vergangenen beiden Spielzeiten gewann jeweils der gastgebende Klub das Bezirksliga-Derby. Im Duell am Mittwochabend – ausgetragen auf der beeindruckenden neuen Sportanlage des VfL – gab es erstmals keinen Sieger. Mit 1:1 (0:0) endete eine Partie, die vor großer Kulisse von rund 400 Zuschauern stattfand, aber erst spät in die Gänge kam.

Traute Einigkeit bewiesen die beiden Trainer in der Bewertung des Treibens auf dem Feld. Sowohl Markus Ansorge (VfL) als auch Johannes Franz (SVR) sprachen von einem leistungsgerechten und daher letztlich verdienten Resultat. Das Shakehands zwischen beiden nach dem Abpfiff verriet allerdings auch gewisse Dissonanzen zwischen beiden. Franz war einigermaßen erbost über Denklinger Aussagen im Vorfeld der Partie, die er als ungerechtfertigte Kritik an der Raistinger Spielweise wahrnahm. Offenbar, so Franz, sitze der Stachel über die 0:2-Auswärtsniederlage im April „noch tief“. Und er betonte: „Sie spielen keinen Deut besser als wir.“

Simon Ried bringt Denklingen in Führung

Gleichwohl bleibt festzuhalten, dass sich beide Trainer, bezogen auf das Mittwoch-Duell, jeweils lobend in Richtung des Gegners äußerten. Ansorge hob die „defensive Klasse“ der Raistinger hervor. Franz wies auf die Denklinger „Qualität vorne drin“ hin: „Sie haben eben einen Torjäger, den wir nicht haben.“ Gemeint war damit natürlich Simon Ried, der, als Hannes Rambach aus der Drehung abgezogen hatte, mal wieder goldrichtig stand und zum 1:0 abstaubte (69.). Der Treffer fiel just in einer Phase, in der die Denklinger zumindest ein paar gute Offensivaktionen gezeigt hatten. Ein Kopfball von Dominik Karg (57.) und ein Schuss von Rambach (61.) sind dabei zu nennen. Davor hatten die Gastgeber Glück gehabt: Nach einem Diagonalpass von Franz zeigte Gianluca Zandt eine starke Einzelaktion – sein folgender Schuss landete aber an der Latte (54.).

Ein paar Momente später folgt ein Elfmeterpfiff: Dieser Zweikampf zwischen Raistings Sinan Grgic (rechts) und Denklingens Tobias Ried führte im gestrigen Derby zu einem Strafstoß, den die Gäste vom SVR zum 1:1-Ausgleich nutzten. Bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Schluss.
Ein paar Momente später folgt ein Elfmeterpfiff: Dieser Zweikampf zwischen Raistings Sinan Grgic (rechts) und Denklingens Tobias Ried führte im gestrigen Derby zu einem Strafstoß, den die Gäste vom SVR zum 1:1-Ausgleich nutzten. Bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Schluss. © Holger Wieland

Die Denklinger wähnten sich Ansorge zufolge nach der Führung endlich auf Kurs, doch die Führung währte nicht allzu lange. Der eingewechselte Raistinger Sinan Grgic startete ein Solo, umkurvte drei Denklinger und kam schließlich im Zweikampf mit Tobias Ried zu Fall. Der Schiedsrichter entschied mit kurzer Verzögerung auf Elfmeter. Ob’s tatsächlich eine strafstoßwürdige Aktion war, darüber wollte Ansorge – vom Geschehen weit entfernt – nicht spekulieren. „Keine Ahnung“, sagte er. Das sei letztlich auch egal. Viel mehr echauffierte er sich über die Entstehungsgeschichte: „Das darf nicht sein, dass der so durchgeht.“ Viktor Neveling verwandelte den Elfmeter zum 1:1 (74.).

Viktor Neveling schafft Raistinger Ausgleich

Im Zuge der Elfmeter-Szene sah VfL-Spieler Tobias Ried, nachdem er mit einer Zehn-Minuten-Strafe belegt worden war und offenbar noch etwas gesagt hatte, die gelb-rote Karte. In der ersten Phase der Überzahl „haben wir völlig den Faden verloren“, sagte Franz. Die ein oder andere Kontersituation verstrich so ungenutzt.

Die erste Hälfte bot nichts wirklich Aufregendes. Als „sehr tatktikgeprägt“ bezeichnete Ansorge das Geschehen. „Keiner wollte einen Fehler machen.“ Ein Schuss von Denklingens Rambach (34.) und ein Freistoß von Raistings Christoph Schmitt, den VfL-Keeper Manuel Seifert bei tief stehender Sonne über die Latte lenkte (45.), waren nennenswerte Aktionen. Raisting wirkte in der ersten Hälfte engagierter, hatte mehr Ballbesitz und durch Freistöße auch diverse Gelegenheiten, in Tornähe zu kommen. Gelingen wollte das aber nicht.

Ansorge, der keine klaren Wort scheut, sprach von einem „sehr schlechten Bezirksliga-Spiel“. Angesichts der großen Kulisse hatte er sich etwas anderes gewünscht. Man habe die Qualität im Team „nicht auf den Platz gebracht“. Allzu schlecht wollte er die Situation aber auch nicht reden. Nach drei Partien hat Denklingen fünf Punkte auf dem Konto und ist noch ungeschlagen. Für Franz war der Punkt schon okay: „Jetzt muss halt der erste Sieg her.“

Statistik:
VfL Denklingen 1
SV Raisting 1
Tore: 1:0 (69.) S. Ried, 1:1 (74.) Neveling (Foulelfmeter). Gelbe Karten: Denklingen 4, Raisting 2. Zeitstrafe: Raisting: Greif (90.+1). Gelb-rote Karte: Denklingen: T. Ried (73.). Schiedsrichter: Farras Fahti (SV 1880 München). Zuschauer: 400.

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