Neben dem Feld: Bernbeurens Wechselspieler halten Abstand. Fußball-Testspiel gegen Ohlstadt.
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Neben dem Feld: Bernbeurens Wechselspieler halten Abstand.

Eindrücke aus Bernbeuren und Altenstadt

Fußball-Testspiele: Nur auf dem Feld ist (fast) alles normal

  • vonRoland Halmel
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  • Katrin Kleinschmidt
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Getrennte Eingänge in die Kabine, Desinfektionsmittel auf dem Ball und kein gemeinsames Einlaufen: Fußball-Testspiele sind anders als sonst. Und irgendwie doch wie immer.

Altenstadt/Bernbeuren – Es ist ein bisschen, als beginne die zweite Halbzeit. Die Ohlstadter stehen sortiert auf dem Spielfeld, als die Bernbeurener Fußballer auf den Rasen gehen und sich auch formieren. Kein gemeinsames Auflaufen, kein Gruß in Richtung Bank, erst recht kein Abklatschen. Obwohl die Partie gerade erst beginnt. Zu Zeiten von Corona ist auch auf den Fußballplätzen vieles anders. Aber immerhin: Es darf wieder gespielt werden, seit vergangener Woche. Mehrere Landkreisteams haben direkt losgelegt – darunter Bernbeuren und Altenstadt, die sich beide auf die Saisonfortsetzung in der Kreisliga 2 vorbereiten.

Vor Anpfiff desinfiziert Schiedsrichter Fabian Bremauer in Bernbeuren den Spielball.

Doch es gibt einiges zu beachten, Hygiene- und Abstandsregeln abseits des Spielfelds. Die Angst, einen Fehler zu machen, ist groß – keiner will den Testspielbetrieb und noch weniger den Saisonbeginn Anfang September unnötig gefährden. Bernbeurens Abteilungsleiter, Felix Lindauer, hatte deshalb ein Konzept erstellt. Die Gäste, am Sonntag eben der Kreisligist SV Ohlstadt, nutzten den üblichen Weg, einen Treppenaufgang, in die Kabinen. Der TSV Bernbeuren gelangte über den Eingang der Auerberghalle in seine Umkleiden. So kamen sich die Spieler nicht zu nahe. „Bei uns ist das optimal“, sagt Lindauer. Außerdem wurden unter anderem Duschen gesperrt, damit die Fußballer Abstand halten konnten. Und Desinfektionsmittel stand bereit. Lindauer schickte die Vorgaben auch vorab an die Ohlstadter – die befolgten sie umsichtig. „Selbst beim Aussteigen aus dem Auto trugen sie Mund-Nasen-Masken“, sagt der TSV-Abteilungsleiter.

Der langen Pause zum Trotz: 5:0-Erfolg für Bernbeuren

Und während Schiedsrichter Fabian Bremauer den Ball noch desinfizierte, stellten sich die ersten Ohlstadter schon aufs Feld. Mit dem Anpfiff kehrte ein wenig Normalität auf dem Fußballplatz ein. Da wurde gesprintet, gepasst, gemeckert und gelobt. Und auch getroffen. Michael Boos und Lukas Zugmaier brachten Bernbeuren bis zur Halbzeit mit 2:0 in Führung. Danach schraubten Johannes Birk, Fabian Hofmann und Daniel Glatzel das Ergebnis auf den 5:0-Endstand hoch. Jubelszenen gab’s trotzdem kaum zu beobachten – das Abklatschen ist verboten. Verhalten berührten sich zwei Spieler mal aus Freude mit den Unterarmen – ein „Corona-Gruß“. Von den Rängen und den Bänken verfolgten fast ausschließlich Einwechselspieler und Trainer das Geschehen – jeweils mit mindestens eineinhalb Metern Abstand zueinander.

Zuschauer sind an den Fußballplätzen derzeit verboten. Lindauer hatte dafür extra Schilder aufgehängt. Doch der Bernbeurener Rasen ist nicht umzäunt, manch’ Fußgänger blieb dann eben doch einmal stehen – immerhin gab’s seit Monaten nichts auf dem Feld zu erleben. Doch die wenigen Neugierigen hielten sich an die Regeln, standen in großen Abständen voneinander entfernt.

Altenstadt trennt sich von Murnau 2:2

Die Altenstadter waren einen Tag zuvor sogar nur von der Terrasse ihrer Sportgaststätte zu sehen – also aus einiger Entfernung. „Ich hoffe, das ändert sich noch“, sagt Spielertrainer Christoph Schmitt. „Es gibt doch genug Platz, um den Abstand einhalten zu können. Wenn die Zuschauer, ähnlich wie in den Gaststätten, ihre Kontaktdaten hinterlassen, könnte ich mir aber schon vorstellen, dass in den kommenden Wochen dafür eine Lösung gefunden wird.“

Auf dem Feld läuft – fast – alles wie immer: Altenstadts Yasin Akcakaya (am Ball) dribbelt hier im Spiel gegen Murnau.

Am Samstag empfingen die Altenstadter den TSV Murnau, der wie Ohlstadt in der Kreisliga 1 antritt. „Wir sind einfach froh, wieder spielen zu können“, sagte Schmitt nach dem 2:2. Mit dem ersten Spiel seiner Truppe nach der Corona-Zwangspause war er über weite Strecken durchaus zufrieden. „Wir haben zehn Minuten gebraucht, um reinzukommen, und waren dann super im Spiel. In der zweiten Halbzeit hat man bei beiden Mannschaften gemerkt, dass die Kraft ausging.“ Kein Wunder – beim Testspielauftakt nach über einem halben Jahr Pause und über 30 Grad im Schatten. Die Gäste gingen zunächst früh in Führung (11.). Mit einem Doppelschlag durch einen schön herausgespielten Treffer von Florian Lehmann (21.) und ein Elfmetertor von Yasin Akcakaya (29.) zogen die Altenstadter aber umgehend vorbei. Die Murnauer glichen kurz vor Schluss aus.

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