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Schöne Erinnerung: Die Wildsteiger E-Junioren (in Rot) und Trainer Michael Trainer (l.) beim Freundschaftsspiel in Bologna. Die Reise nach Italien hatten die Nachwuchsfußballer dank ihrer Fairness gewonnen. 

Genau vor einem Jahr: Wildsteigs Finale dahoam im Merkur CUP - und die schönen Folgen

Sie sind nicht nur gute Fußballer, sondern auch noch fair: Das haben die Wildsteiger E-Junioren beim Merkur CUP bewiesen. Dafür wurden sie belohnt. Und wie.

Wildsteig – Für die Fußballer des SV Wildsteig und auch für die gesamte Gemeinde war es ein Höhepunkt in der sportlichen Geschichte. Die E-Jugendlichen schafften im vergangenen Jahr über Platz zwei beim Kreisfinale des Merkur CUP den Einzug ins Bezirksfinale und wurden vom Münchner Merkur als Ausrichter für eines der vier Bezirksfinals auserkoren. Das fußballerische Event jährt sich am heutigen 7. Juli. Der sportliche Erfolg, die Ausrichtung und die anschließenden Erlebnisse bleiben in Erinnerung. Vor allem nach der diesjährigen Absage der weltweit größten Fußball-Nachwuchsveranstaltung.

„Fairplay Team 2019“: Das T-Shirt mit dieser Aufschrift trägt Michael Trainer, vor einem Jahr noch Trainer bei den E-Jugendlichen des SV Wildsteig, „immer noch gerne“, sagt der 52-Jährige. „Wildsteig zeigt, wie Fairplay geht.“ Trainer macht kein Geheimnis daraus, dass ihm solche Auszeichnungen wichtiger sind als eine Meisterschaft auf dem Rasen.

Im Achtmeterschießen Finalticket gesichert

Aber auch dort waren die Wildsteiger E-Junioren im vergangenen Jahr erfolgreich. Über die Vorrunde schafften sie den Einzug ins Kreisfinale, das in Schwabbruck gespielt wurde. Dort erreichte die Mannschaft Platz zwei, qualifizierte sich für eines der vier Bezirksfinals. „Da hatten wir allerdings auch viel Glück“, erinnert sich Michael Trainer, der in Wildsteig acht Jahre lang die F-Jugend trainierte, dann die E-Jugend zwei Jahre lang zum Erfolg führte und jetzt die D-Jugend unter seinen Fittichen hat. „Nach dem 0:1 gegen Bernbeuren, dem ewigen Angstgegner, hatte ich die Hoffnung aufs Finale schon aufgegeben“, sinniert der Coach. Im abschließenden Vorrundenspiel gegen Peiting stellte er in der Halbzeit um, nachdem es Vitus Heinzdorff vom Tor aufs Spielfeld zog, während Florian Trainer, der Junior, ins Tor wollte. 0:0 stand es zu dem Zeitpunkt, und bei dem Ergebnis blieb es angesichts einer Abwehrschlacht voller Leidenschaft. Nachdem Bernbeuren anschließend den Schwabbruckern unterlag, stand Wildsteig im Halbfinale. Die favorisierten Schongauer wurden im Achtmeterschießen bezwungen, Wildsteig stand im Endspiel und hatte damit das Ticket zum Bezirksfinale gelöst. „Für uns war das schon eine riesige und nie dagewesene Sensation“, sagt Trainer ein Jahr später noch strahlend. Dass das Endspiel gegen Peiting mit 0:5 verloren wurde – Schwamm drüber. „Wir waren im Bezirksfinale, das zählte.“ Die Freude wurde noch größer, als Wildsteigs Nachwuchs auch noch mit dem von Macron ausgelobten „Fairplay“-Preis, einem Satz T-Shirts, belohnt wurde.

Bezirksfinale dahoam

Das Sommermärchen in der 1300-Seelen-Gemeinde ging noch weiter. Wildsteig bekam den Zuschlag für die Ausrichtung eines der vier Bezirksfinals, der Gruppe D. Vor einer riesigen Kulisse entwickelte sich die Veranstaltung zum Fest rund um den Fußball, wenngleich sich der Dorfverein zunächst mit Mannschaften wie Holzkirchen, Grünwald und Garmisch-Partenkirchen messen musste. Später kam der große Regen, sodass die Platzierungsspiele nicht mehr ausgetragen wurden. Wildsteig wurde mit Türk Gücü Erding, Bad Tölz und Garmisch auf Platz fünf gesetzt. Das Finale gewann 1860 München mit 1:0 gegen den SV Lohhof, Wildsteig blieb das Lob der Gäste. „Ihr habt den Fairplay-Preis verdient und ihr wart ein hervorragender Gastgeber“, sprach Torsten Horn vom Münchner Merkur für alle Besucher, die im Herzen des Pfaffenwinkels einen abwechslungsreichen Tag erlebten. Noch mehr bedeutete den Gastgebern der erneute Fairplay-Preis, ein zweiter Satz Trikots. Doch damit nicht genug. Weil die „Sechziger“ die Allianz-Arena längst kennen, schenkten sie die gewonnenen Besucherkarten den Wildsteigern. Auch die zweitplatzierten Lohhofer überließen ihren Preis, ein Match gegen 1860 München, den Gastgebern.

Tolle Erlebnisse und eine Traumreise dank Merkur CUP

Als Kreisfinalist durften die Wildsteiger zudem heuer am 28. Februar – und damit kurz vor der Corona-Pandemie – das Drittliga-Spiel der SpVgg Unterhaching gegen den FC Bayern München II besuchen. „Mehr Glück kann man einfach nicht haben“, schwärmt Michael Trainer über all die Erlebnisse, die der Merkur CUP den Nachwuchsfußballern ermöglichte.

Ein Geschenk aber, das übertrumpfte wohl alles. Bei der Auslosung unter allen Fairplay-Gewinnern zogen die Wildsteiger den Hauptpreis, einen von Ausrüster „Macron“ ausgelobten viertägigen Ausflug nach Bologna (Italien). Nach einer Stadtbesichtigung spielten die Wildsteiger gegen den Nachwuchs des dortigen AC. Die 0:5-Niederlage sprach wiederum für die fußballerische Klasse der E-Junioren. „Bisher haben alle Mannschaften gegen Bologna zweistellig verloren“, berichtete Merkur-CUP-Macher Uwe Vaders an Ort und Stelle dem Dorfverein. Danach ging’s, für die Wildsteiger ins Stadion nach Bologna, wo sie dem dortigen Erstligaspiel gegen Genua beiwohnen durften. Ein Besuch bei Ferrari in Maranello, später noch eine Stadtführung in Florenz und die Besichtigung des Werks von Sportausrüster „Macron“ durften natürlich nicht fehlen.

Italien lebt, diese Eindrücke brachten nicht nur die 15 jungen Fußballer, sondern auch die begleitenden Mütter und Väter mit nach Hause in die südlich gelegene Gemeinde des Landkreises. Gestärkt von einem gemeinsamen Abschlussessen mit dem italienischen Nationalgericht: einer Pizza. Das alles bleibt den Wildsteigern in Erinnerung. Auch oder vor allem in Zeiten der Corona-Epidemie.

Über den Merkur CUP

Der Merkur CUP ist das weltweit größte E-Junioren Fußballturnier. Es wird vom Münchner Merkur mit dem BFV veranstaltet und von den Premiumsponsoren ESB Energie Südbayern, CEWE sowie dem Ausrüster macron mit macronstore München gefördert. Außerdem unterstützen der FC Bayern, die SpVgg Unterhaching und der TSV 1860 München das Turnier. Weitere Förderer: FC Bayern Erlebniswelt, FC Bayern Frauen, Allianz Arena, Howe, AHD Sitzberger und Busreisen Geldhauser. ESB ist außerdem Fairplay-Partner des Merkur CUP.

Dietmar Friebel

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