+
Andreas Köppl vom SV Kinsau (Mitte, rotes Trikot) führt die Torjägerliste der Kreisklasse 4-Zugspitze mit 13 Toren an.

Kinsau-Stürmer Andreas Köppl im exklusiven Toptorjäger-Interview

Köppl: „Eching war eklig“

Andreas Köppl (22) vom SV Kinsau trifft zuverlässig ins Schwarze. Mit dem SV Kinsau erlebt der Stürmer einen atemberaubenden Höhenflug. Im Vorjahr noch auf Platz zehn gestanden, behaupten sich die Kinsauer nun in der Spitzengruppe der Kreisklasse 4. 

Die Kinsauer werden von den Gegnern in dieser Saison zurecht ernst genommen. Allen voran Topstürmer Andreas Köppl mit seinen bis dato 13 Saisontoren. Der junge Angreifer bekam den Respekt seiner Gegner bereits körperlich zu spüren. Als DER Toptorjäger der Hinrunde, sprach der angehende Kaufmann für Büromanagement mit „Fussball-Vorort“ über das Erfolgsgeheimnis seiner Mannschaft in dieser Saison, seine starke Torquote und erklärt, wie er zu seinem Spitznamen „Lotzi“ kam.



Letzte Saison lief die Mannschaft noch auf Platz zehn. Aktuell seid ihr Vierter der Kreisklasse 4. Was läuft diese Saison besser als in der letzten? 

Wie hatten in der letzten Saison extrem viel Verletzungspech. Diese Saison haben wir kaum verletzte Spieler. Grundsätzlich ist die Stimmung allein dadurch schon besser. Wir gehen mit mehr Spaß an die Sache und gehen zusammen auch mal weg. Die Gemeinschaft ist super unter uns. Wenn man dazu noch oben steht und einen Lauf hat, fällt vieles einfacher. Einen Anteil am Erfolg hat zudem der neue Trainer Christopher Resch.

Wie würdest du die Arbeit unter dem neuen Trainer Christopher Resch charakterisieren? 

Er war ein guter Fußballspieler und fängt mit uns seine erste Trainerstation an. Man merkt, dass er noch die Sprache der Spieler spricht. Mit 36 Jahren ist er wie ein Kumpel für uns. Er legt mehr Wert darauf im Training, Übungen mit Ball zu machen. Es gibt eigentlich keine Übung im Training, die wir ohne Ball absolvieren. Unser alter Trainer Thomas Fischer war etwas anspruchsvoller was das Läuferische angeht und ließ viele Dinge ohne Ball trainieren. Er war ein guter Trainer, aber vielleicht ist der neue Ansatz des Trainers das Geheimnis, weshalb wir weniger Verletzte haben. Wir als Spieler haben in der Vergangenheit vermutlich auch falsch trainiert.

Ihr rennt unter dem neuen Trainer gerade in der Offensive euren Gegenspielern davon. Das trainiert ihr alles mit Ball? 

Nicht ganz. Das Geheimnis unserer Schnelligkeit ist unser Athletiktrainer. Den haben wir neu dazu geholt. Der ist eigentlich gelernter Physiotherapeut. Er kommt einmal die Woche vorbei. Er zeigt uns, wie weit die Schritte während des Laufens zu einander entfernt sein müssen, wie Muskeln richtig aufgebaut werden und wie wir als Spieler Verletzungen vorbeugen können. Den gesamten Bewegungsablauf, wie er auf dem Platz funktionieren sollte, hat er uns gezeigt. Er hat sicherlich einen großen Anteil daran, dass wir diese Saison so erfolgreich sind. Wir haben uns dadurch im Umkehrspiel und bei eigenen Kontern stark verbessert.

Was erwartest du dieses Saison noch vom SV Kinsau? 

Also unser Ziel war vor der Saison der Klassenerhalt. Damit dürfte es dieses Saison klappen. Da brauchen wir nicht mehr auf Understatement zu schalten. Wenn ein Platz im oberen Mittelfeld heraus kommt, hätten wir eine zufriedenstellende Saison gespielt. Wenn es so weiter läuft wie bisher, haben wir sogar das Zeug, um unter die ersten Fünf zu kommen.

Wie lange hast du vor beim SV Kinsau zu bleiben? 

Derzeit bin ich sehr zufrieden mit dem SV Kinsau. Falls ein Angebot eines höher klassigen Vereins kommt, wäre ich aber nicht abgeneigt, eine neue Herausforderung anzunehmen. Noch bin ich jung und kann mir alles vorstellen.

Der Rückstand auf den Aufstiegskandidat FC Weil beträgt aktuell sieben Punkte. Ist Platz zwei noch realistisch für euch? 

Innerhalb der Mannschaft ist das kein Thema, da beim Aufstieg nicht nur die Punkte zählen. Gegen Weil haben wir bereits in Hin- und Rückspiel verloren. Damit ist der direkte Vergleich gegen Weil schon futsch.

Die Winterpause endet erst am 24.März. Wie haltet ihr euch als Team in der Winterpause fit? Ende Januar beginnen wir mit der Vorbereitung. Wir werden dann drei mal pro Woche trainieren. Zusätzlich gehen wir für vier Tage ins Trainingslager nach Kroatien. Am Ende der Vorbereitung wollen wir wieder fit und motiviert sein für die restlichen Saisonspiele.

Mannschaftsintern habt ihr viele Torjäger, die bislang getroffen haben in dieser Saison. Von euren bereits erzielten 33 Toren, hast du 14 Treffer beigesteuert. Kollege Roman Schilcher deren fünf und Max Meissner vier. Warum seid ihr in der Offensive so vielseitig und unberechenbar?

Wir haben sicherlich unser Spiel etwas umstellen müssen. Unser bester Stürmer Marius Klein steht uns ein halbes Jahr lang nicht zur Verfügung, weil er mit dem E.V. Füssen noch in der Eishockey-Saison steckt. Er war unser Wandspieler. Seine Aufgabe bestand darin, seinen Körper rein zu stellen und die Bälle zu verteilen. So wie Sandro Wagner bei den Bayern. Jetzt, da er vorüber gehend weg ist, muss sich die Last auf mehrere Schulter verteilen und wir anderen mehr Verantwortung übernehmen.

Wirst du in dieser Saison häufiger gefoult, seit dem du kontinuierlich triffst? 

Ja. Auf jeden Fall. Gerade gegen Ende der Hinrunde habe ich gemerkt, dass die Gegner oft Manndeckung gegen mich spielen. Das war letzte Saison noch nicht der Fall. Ganz ekelhaft war es gegen den FSV Eching. Die haben mit vielen kleinen versteckten Fouls gespielt, sind immer wieder in die Kniekehle gestiegen. Also da ging es gut auf die Knochen. Für meine Mannschaft kann das aber auch gut sein. Wenn sich die Gegner auf mich fokussieren, profitieren meine Mitspieler von größeren Räumen, die sie bespielen können.

Was waren deine größten sportlichen Erfolge bislang? 

Der Aufstieg in die Kreisklasse mit Kinsau und mein lupenreiner Hattrick gegen die Spvgg Schwabbruck/Schwabsoien waren meine bisherigen Höhepunkte.

Wer ist dein fußballerisches Idol? 

Da muss ich leider in die Mainstream-Schublade greifen. Cristiano Ronaldo ist mein Idol. Was die Spielweise anbelangt, identifiziere ich mich aber eher mit Leroy Sane´. Er ist ein sehr schneller  Außenstürmer und spielt seine Stärken bei Kontern aus. Genauso begreife ich auch mein Spiel bei Kinsau. Wir wollen mit unserem schnellen Konterspiel überzeugen.

Was ist für dich anstrengender? Deine Lauf intensive Spielweise oder dein Berufsleben? 

Fußball ist nur ein Hobby für mich. Also würde ich schon sagen, die Arbeit. Derzeit absolviere ich eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement.

Wie bist du zu dem Spitznamen „Lotzi“ gekommen? 

Als ich drei Jahre alt war, habe ich mit meiner Familie gegenüber dem Theater in Peißenberg gewohnt. Dort war ich mit meinen Eltern beim Stück „Räuber Hotzenplotz“. Meine Eltern meinten, ich habe mit dem Finger auf den Hauptdarsteller, des Stückes (Räuber Hotzenplotz d. Red.) gezeigt und lautstark „Lotzi“ gerufen. Daher gaben mir meine Eltern den Spitznamen „Lotzi“, der sich bis heute durchgesetzt hat.

Was hast du vor mit den 15 Kisten ERDINGER Weißbier, wenn du Torschützenkönig am Saisonende wirst? 

Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg, aber die würde ich bei einem kleinen netten Abend unter der Mannschaft aufteilen.

Text: Fabian Schönrock.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schongau leistet sich „reines Fehlwurf-Festival“
Mit drei Toren lagen sie vorn. Doch dann verloren die Handballer des TSV Schongau nicht nur ihr Spiel gegen Eichenau – sondern auch wichtige Punkte im Kampf gegen den …
Schongau leistet sich „reines Fehlwurf-Festival“

Kommentare