Verantwortlich für das satte Grün: Wolfgang Grössler (re.) kümmert sich mit seinem Sohn Stefan (li.) um die Platzpflege. Robert Streif (Mitte) ist seit 2007 Fußball-Abteilungsleiter in Rottenbuch.
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Verantwortlich für das satte Grün: Wolfgang Grössler (re.) kümmert sich mit seinem Sohn Stefan (li.) um die Platzpflege. Robert Streif (Mitte) ist seit 2007 Fußball-Abteilungsleiter in Rottenbuch.

Unsere Sportplätze

Rasen wie auf einem Golfplatz - der Sportplatz in Rottenbuch

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Wegen des Coronavirus sind die Sportplätze derzeit verwaist. In der Serie „Unsere Sportplätze“ bekommen sie nun doch die verdiente Aufmerksamkeit - heute: Rottenbuch.

Rottenbuch – Für jeden Fußballer und Sportverrückten ist es wie ein kleines Paradies. Wenn man das Rottenbucher Sportgelände betritt, geht einem das Herz auf. In einem satten Grün strahlen einem die beiden großen Fußballfelder sowie ein Kleinfeldplatz entgegen. Dazu gibt es zwei Tennisplätze, sieben Stockbahnen, eine Soccerbox sowie einen Allwetterplatz mit Tartanbahn und Sprunggrube. Dazu kommt das Vereinsheim, in dem auch der Schützenverein SG Rottenbuch seine Heimat hat – samt unterirdischer Schießbahn. Im oberen Stockwerk des Sportheims gibt es einen Kraftraum mit Spinning-Rädern und der Alpenverein ist dort beheimatet und hat sich einen eigenen Kletterraum geschaffen. Fast alle Baumaßnahmen für das Gelände haben die Rottenbucher in Eigenregie und mithilfe der örtlichen Betriebe gestemmt. Nun achten sie darauf, dass auch alles ordentlich bleibt.

Nicht nur im Vereinsheim – auch auf dem Rasen. Wolfgang Grössler erzählt von einem Spieler einer gegnerischen Mannschaft, der in Rottenbuch ankam und sagte: „Ich habe schon auf vielen Plätzen gespielt, aber noch nie auf einem Golfplatz.“ Grössler kümmert sich gemeinsam mit seinem Sohn Stefan darum, dass der Rasen dementsprechend gepflegt aussieht. Ein rotes Schild mit der Aufschrift „Betreten verboten“ ziert den Sportplatz derzeit. „Auf den Feldern hat außer bei Spielen und Trainings keiner etwas verloren“, sagt Stefan Grössler mit strenger Miene.

Beinahe wäre Sparta Prag nach Rottenbuch gekommen

Vor ein paar Jahren wäre beinahe Sparta Prag für ein Trainingslager vorbeigekommen. „Es war alles in trockenen Tüchern“, sagt Robert Streif, seit 2007 Fußball-Abteilungsleiter beim TSV. Der Rottenbucher Sportplatz sei der einzige in der Region gewesen, der den Ansprüchen des tschechischen Europa-League-Teilnehmers genügte. Doch das Hotel, in dem die Fußball-Profis übernachten wollten, war nicht rechtzeitig für das Trainingslager gerüstet. Die Prager zog es woanders hin.

In schwarz und rot haben sich die Fußballer ihre Heimkabine hergerichtet. Vier große Umkleiden gibt es insgesamt in Rottenbuch.

Das letzte Spiel der Männermannschaft des FC Wildsteig/Rottenbuch auf dem Rottenbucher Sportplatz ist aber schon eine Weile her. Seit 2015 bildet Rottenbuch gemeinsam mit Wildsteig eine Spielgemeinschaft und hat drei Männerteams. Halbjährlich wechseln die Vereine Spiel- und Trainingsort. Da in der Hinrunde in Wildsteig gespielt wurde und die Rückrunde noch vor der ersten Partie aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen wurde, haben die Männer in Rottenbuch schon lange nicht mehr um Punkte gekämpft. „Wir sparen uns die Markierfarbe“, sagt Wolfgang Grössler. Ansonsten werde aber ganz normal dreimal pro Woche gemäht – egal, ob in Wildsteig gespielt wird oder das Coronavirus für eine Zwangspause sorgt.

Zum Eröffnungsspiel kam der FC Augsburg

Für den Freizeit-Kick haben die Rottenbucher seit 2017 eine Soccerbox. „Die wird viel genutzt“, berichtet Streif. Entstanden ist die Box in einem Gemeinschaftsprojekt der Rottenbucher Dorferneuerung. Die Spendengeber sind auf einer Tafel im Eingangsbereich des Sportgeländes festgehalten.

Eröffnet wurde der neue Sportplatz 2005 mit einem Spiel gegen den FC Augsburg. „Eine Landkreis-Auswahl hat 0:13 verloren“, erzählt Streif. Ein Jahr zuvor war das Vereinsheim nach rund vier Jahren Bauzeit eingeweiht worden. Bis dahin lag der Fußballplatz, der 1958 gegründeten Abteilung, näher am Ort. Nun liegt er ein paar hundert Meter entfernt in Richtung Bad Bayersoien. Rund 106 Meter lang und 70 Meter breit sind die beiden Großfelder. Der Trainingsplatz hat eine Flutlichtanlage, der Hauptplatz zwei Auswechselbänke. Zudem verfügen die Rottenbucher über eine eigene Bewässerungsanlage.

Der Bulldog ist in die Jahre gekommen

Fast täglich beim Bau mit dabei war Bernhard Krebs. „Er war der Mann für Fußball in Rottenbuch“, sagt Streif. Krebs verstarb 2011, ein Foto von ihm schmückt noch heute das Vereinsheim. Daneben hängt ein weiteres Bild. Zu sehen sind dort Mary Mois sowie Bärbl und Sepp Donderer. Die drei sind für die Bewirtung im Vereinsheim verantwortlich. „Die Einnahmen von den Heimspielen fehlen uns jetzt natürlich“, sagt Robert Streif.

Und die Ausgaben fließen weiterhin. Vor allem die Instandhaltung und Inspektion für den Spindelmäher und den Bulldog leeren die Kassen der Fußballer. 32 Jahre ist der orange-rote Bulldog schon alt. „Ständig ist etwas kaputt“, sagt der Abteilungsleiter. Ersatzteile sind nur schwer zu bekommen. Eine Neuanschaffung wäre ein Wunsch, wenn Geld zur Verfügung stünde. Bis dahin müssen die Grösslers aber noch mit dem alten Gefährt Vorlieb nehmen.

Die Serie

Hier wird gejubelt, geflucht, geschimpft und gefeiert: Hier werden Siege errungen, Niederlagen kassiert, Freundschaften geschlossen. Auf Fußballplätzen herrscht Leben. Eigentlich. Wegen des Coronavirus sind die Rasenflächen die meiste Zeit verwaist. In der Serie „Unsere Sportplätze“ bekommen sie trotzdem Aufmerksamkeit.

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Neben den Rottenbucher Sportplatz entsteht demnächst ein Entdeckerdorf.

Am Sportplatz in Kinsau liegt die „Eistonne“ direkt nebenan.

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