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Exakt 50 Mann und ein Hund kurz vor dem Startschuss am Samstag. Weitere Fußballer waren am Freitag schon vier Stunden im Einsatz.

Gemeinsam mit anderen Vereinen

Starke Hilfsaktion: Schongauer Fußballer unterstützen Familie nach Gasexplosion

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Es gibt immer wieder die Möglichkeit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zu so einem Doppelschlag holte jetzt die Fußball-Abteilung Schongau aus, die sich zu ihrer Altpapiersammel-Aktion weitere Abteilungen und Vereine mit ins Boot holen konnte. Der Doppelschlag hat gesessen. Zum einen konnte das in den Haushalten angesammelte Papier nochmals abgeholt werden, zum anderen wird der Erlös davon der Familie der Gaskatastrophe von Rettenbach gespendet.

Schongau – Jahrelang haben Vereine in der Lechstadt dafür gesorgt, Altpapier und Kartonagen in bestimmten Abständen in Eigeninitiative zu sammeln. Der Erlös floss dann den Vereinskassen zu. Eine gute Sache, schließlich konnte dafür einiges Nützliches für den Verein angeschafft werden. Auch der Jugendarbeit floss so mancher Euro zu.

In letzter Zeit wurde dies unrentabel, da Fahrzeuge zum Abtransport angemietet werden mussten und das freiwillige Helfer-Personal immer weniger wurde.

Vor einigen Wochen fiel der Entschluss, dass in Schongau ab September Zeitungen, Altpapier und Kartonagen durch die EVA abgeholt wird. Dazu werden Tonnen für die Haushalte ausgegeben. Da durch den langen Zeitraum bis zur ersten Abholung sich viel Papier in den Haushalten ansammelt, hatte Peter Mahl, Trainer der 1. Mannschaft der FA Schongau, die Idee, eben zwei Fliegen mit der einen Klappe zu schlagen. Die Fußballer wollten eine Abholung außer der Reihe organisieren, darüber hinaus aber den Erlös nicht in die Vereinskasse stecken, sondern den Opfern der Gasexplosion von Rettenbach zugute kommen lassen.

Altpapiersammlung für Familie aus Rettenbach: EVA unterstützt die Idee

Dieses Schlag saß. Sprichwörtlich gesehen. Peter Mahls Truppe stand geschlossen hinter seiner Idee. Günther Fastner, zweiter Vorstand des Vereins, übernahm die Organisation. Schließlich kann man ja so eine Aktion nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln.

Nach Absprache mit der EVA erhielt Fastner für diese außergewöhnliche Sammelaktion grünes Licht. Und die EVA setzte noch eins drauf. Sie stellte die großen Sammelcontainer kostenlos zur Verfügung. Die Werbetrommel wird gerührt. Hat Erfolg, großen Erfolg.

Altpapiersammlung für Familie aus Rettenbach: Viele Vereine halfen mit

Weitere Abteilungen und Vereine melden sich. Die Handballer des TSV Schongau springen mit ins Boot. Haben gleich noch einen großen Lkw der Spedition und Autovermietung Ludwig aus Peißenberg mit im Schlepptau. Großzügig und kostenlos zur Verfügung gestellt.

Peiting meldet sich zur Stelle. Stephan Schütz, seines Zeichens Tambourmajor des Trommlerzugs, und Eric Bader, Vorstand des Trachtenvereins Alpenrose, kommen mit ihren Mannen zum Einsatz. Großartige Hilfe aus der Nachbarschaft. Respekt Männer.

Altpapiersammlung für Familie aus Rettenbach: Auch Feuerwehrler sind dabei

Plötzlich kommt Erinnerung auf. Die Stunden und Tage im Mai, die immer noch in vielen Köpfen eingebrannt sind. Die Katastrophe von Rettenbach. Sie waren als Helfer, Retter und Berger dabei, die Frauen und Männer der Feuerwehr Schongau. Auch heute sind sie wieder dabei. Ganz still im Hintergrund, aber tat- und schlagkräftig mit drei Fahrzeugen und 15 Mann. Was muss in manchen Köpfen vorgehen?

Die Schongauer Feuerwehr war am Samstag bei der Altpapiersammlung ebenfalls mit dabei. Im Mai kämpfte sie in Rettenbach ebenfalls an vorderster Front.

Stefan Ritter teilt die Trupps ein. Und die Fahrzeuge. Nicht zu vergessen, alle kostenlos zur Verfügung gestellt. Landschaftsgärtnerei Andergassen, Möbel Centrale, Bauhof Schongau und jede Menge private Bulldogs. Dazu gesellt sich noch Martin Besel aus Peiting, der mit seinem Bagger die Papier- und Kartonmassen in den Containern zusammendrückt. Ebenfalls ohne Salär.

Altpapiersammlung für Familie aus Rettenbach: Weitere Spende angekündigt

Bevor die Truppe ausschwärmt, erbittet noch Erwin Höpfl das Wort. Der Vorsitzende der Stiftung „Scheuklappen“ zieht einen weiteren Joker aus dem Ärmel. „Auf den Betrag, den Ihr aus der Sammlung erwirtschaftet, setzte ich noch 1000 Euro drauf und sorge für die Getränke“, so seine Zusage. Das kann sich hören lassen. Genauso wie die Zusagen der Bäckerei Michl (Schongau) und dem Erlebnisbad Plantsch, die Brotzeiten während und nach der Sammlung zu organisieren. Wie gesagt, zwei Fliegen mit einer Klappe.

VON HANS-HELMUT HEROLD

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