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SV Reichling: Gute Ansätze, aber auch zu viele Fehler

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Von: Paul Hopp

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Der Blick gehört dem Ball: Reichlings Kapitän Johannes Mayr (rechts) im Zweikampf mit Wessobrunns Andreas Timmermann. Beide Spieler waren nach der Pause in eine entscheidende Aktion involviert: Timmermann verursachte einen Strafstoß, Mayr schoss den Ball vom Elferpunkt übers Tor.
Der Blick gehört dem Ball: Reichlings Kapitän Johannes Mayr (rechts) im Zweikampf mit Wessobrunns Andreas Timmermann. Beide Spieler waren nach der Pause in eine entscheidende Aktion involviert: Timmermann verursachte einen Strafstoß, Mayr schoss den Ball vom Elferpunkt übers Tor. © Roland Halmel

„Mehr als ärgerlich“ sei die Niederlage, sagte Coach Platz. Wessobrunns Spielertrainer Tipold war zufrieden: „Der Einsatz hat gestimmt.“ Der Sieg sei verdient, „weil wir die Tore gemacht haben“.

Reichling – Das Spiel lief noch, doch Michael Platz nahm seine Sachen von der Auswechselbank. Der Trainer des SV Reichling hatte mit der Partie schon abgeschlossen – da schlug der Ball doch noch ein. Jürgen Muhlke hatte mit einem Flachschuss getroffen. Einigen Reichlinger Fans am Vereinsheim entfuhr ein kurzer Jubelschrei, doch wirkliche Freude vermochte das Tor in der Nachspielzeit nicht mehr auszulösen – auch bei Coach Platz nicht.

Sekunden später kam der Abpfiff. Der SV Reichling hatte das Nachbarduell in der A-Klasse 8 mit dem SV Wessobrunn mit 1:2 (0:2) verloren.

SV Reichling: Individuelle Fehler sorgen für die Gegentore

Die Art und Weise, wie die Treffer fielen, sorgte bei SVR-Coach Platz für Kopfschütteln: Dem Wessobrunner Führungstreffer (33.) seien „drei Fehler“ vorausgegangen. Erst leistete sich Manuel Leppelt einen Fehlpass im Mittelfeld, dann ließ Torwart Michael Köpf den Schuss von Tobias Orgel aus den Händen gleiten – und schließlich ging kein Reichlinger zum abprallenden Ball. Der kurz davor eingewechselte Martin Holl traf zum 1:0. Vor dem zweiten Gäste-Tor unterlief den Gastgebern „ein grober Stellungsfehler“, so Platz. Christian Quartal und Magnus Stork waren sich uneins; Wessobrunns Orgel schoss freistehend ein. Und das alles nach einer Anfangsphase, in der die Reichlinger den Ball beherrscht und mehrere gute Chancen erspielt hatten.

So köpfte Stork in einem Anschluss an einen Freistoß knapp vorbei (6.). Nach einer Hereingabe von Markus Zarbo scheiterte Leppelt freistehend an SVW-Keeper Immanuel Franz (20.). Der Schuss von Muhlke nach einem schnellen Gegenstoß wurde gerade noch geblockt (31.). Nach dem 1:0 der Gäste traf Muhlke aus spitzem Winkel noch den Außenpfosten (36.) und scheiterte danach mit einem Distanzschuss (40.).

Kurz nach der Pause bot sich den Gastgebern die große Chance zum Anschlusstreffer: Jonathan Seelau war von Andreas Timmermann im Strafraum gefoult worden. Kapitän Johannes Mayr trat zum Strafstoß an, schoss aber drüber (48.). „Da hatten wir Glück, dass der Elfer nicht reingeht“, sagte Wessobrunns Spielertrainer Tipold. Auch für Reichlings Coach Platz war das eine entscheidende Szene: „So etwas zieht eine Mannschaft runter.“ Die Gastgeber waren noch bemüht, doch die Beine wurden immer schwerer. Wessobrunn hatte durch Holl die Riesenchance aufs dritte Tor (52.). Auf der Gegenseite hatten Stork (65., 66.) und Muhlke mit einem Seitfallzieher (70.) noch Möglichkeiten, doch insgesamt lief im Reichlinger Offensivspiel nicht mehr viel zusammen. Das hatte auch konditionelle Gründe.

Die Beteiligung im Training sei zwar gut aber zu wenige Spieler kommen regelmäßig. „Du brauchst die Leute im Training“, betont Platz. Durch Verletzte und Urlauber ist der SVR-Kader derzeit dünn besetzt. „Wir gehen durch eine schwierige Phase.“ Immerhin: Ein Einfluss des Coaches („ich mag kein ,Kick and Rush‘“) ist schon zu sehen. Die taktischen Vorgaben „hat die Mannschaft toll umgesetzt“, so Platz. Bis zum ersten Gegentor zeigte der SV Reichling spielerisch gute Ansätze, auch wenn oft der finale Pass nicht ankam.

Personell geschwächt war gestern auch der SV Wessobrunn. Noch länger muss das Team auf Florian Rieger verzichten, er hatte im Spiel gegen Rott einen Außenbandriss im Fuß erlitten. Nach dem zweiten Sieg im vierten Spiel sieht Coach Tipold sein Team „jetzt im Soll“. Reichling dagegen steht fürs Erste auf den hinteren Plätzen.

Statistik

SV Reichling 1 SV Wessobrunn 2

Tore: 0:1 (33.) Holl, 0:2 T. Orgel, 1:2 (90.+2) Muhlke. Gelbe Karten: Reichling 2, Wessobrunn 2. Schiedsrichter: Stefan Brandt (ASV Biburg). Zuschauer: 45.

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