Die erste Herbstmeisterschaft der laufenden Saison feierten die Fußballerinnen des TSV Peiting (im Bild) im November 2019. Mittlerweile haben sie auch die zweite Herbstmeisterschaft eingesackt und peilen die Rückkehr in die Bezirksliga für den kommenden Sommer an
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Die erste Herbstmeisterschaft der laufenden Saison feierten die Fußballerinnen des TSV Peiting (im Bild) im November 2019. Mittlerweile haben sie auch die zweite Herbstmeisterschaft eingesackt und peilen die Rückkehr in die Bezirksliga für den kommenden Sommer an

Der Lohn jahrzehntelanger Arbeit

Damenmannschaften des TSV Peiting überwintern auf dem ersten Platz

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Die Damen des TSV Peiting stehen dank 21 Treffern von Lisa Amberg auf Platz eins in der Kreisliga. Die zweite Mannschaft steht in der Kreisklasse auf dem ersten Platz.

Peiting – Die Freude der Fußballerinnen des TSV Peiting beim Blick auf die Tabelle ist groß. Sowohl die erste Mannschaft in der Kreisliga Allgäu, als auch die Zweite in der Kreisklasse überwintern auf dem ersten Tabellenplatz. „Das wurde auch Zeit“, sagt Theda Smith-Eberle in Bezug auf die erste Mannschaft, die in den vergangenen vier Spielzeiten dreimal Zweiter und einmal Dritter wurde. Der Aufstieg soll endlich her. Er wäre nur die logische Folge einer stetigen Entwicklung in den vergangenen Jahren.

„Der Verein gehört nicht in die Kreisliga“, sagt Smith-Eberle, die seit Mitte der 1990er Jahre den Frauen- und Mädchenfußball in Peiting leitet. Bis 2006 kickten die TSV-Frauen noch in der Landesliga. Von da an ging es stets bergab. Fünf Spielzeiten hielt sich Peiting in der Bezirksoberliga, ehe es nach drei Jahren in der Bezirksliga 2014 runter bis in die Kreisliga ging. „Viele sehr gute Spielerinnen haben aufgehört, weil sie schwanger wurden, verletzt waren oder aus Altersgründen“, erzählt Smith-Eberle. Die Mannschaft musste sich neu finden. Und das hat sie jetzt geschafft.

Lisa Amberg mit 21 Treffern aus zehn Partien für den TSV Peiting

Es hat sich ein neuer Stamm aus sieben, acht Spielerinnen gebildet, der „noch zehn Jahre beisammen bleiben kann“. „Die jahrzehntelange Nachwuchsarbeit macht sich bezahlt“, sagt die Chefin der Fußballerinnen. Die Jugendlichen werden besser eingegliedert und können im Erwachsenenbereich leichter Fuß fassen. „Das macht sich bemerkbar.“ Smith-Eberle sagt aber auch: „Talent ist gut, aber Fleiß macht den Großteil aus.“

Ein Paradebeispiel dafür ist Lisa Amberg. Die Angreiferin führt mit 21 Toren aus zehn Spielen die Torjägerliste der Kreisliga Allgäu an. Sie ist eine der Garantinnen des Peitinger Erfolgs. „Lisa ist der Wahnsinn“, schwärmt Smith-Eberle. „Sie spielt einfach aus dem Bauch raus, hat in den vergangenen Jahren aber viel dazu gelernt.“ Was sie auszeichnet? Amberg verpasst kein einziges Training. Ihre Teamkolleginnen lassen die Einheiten aber auch nicht schleifen. „Wir sind in der glücklichen Lage, am Wochenende in beiden Teams die Spielerinnen aufzustellen, die auch trainiert haben“, berichtet Smith-Eberle.

Die Motivation des TSV Peiting ist trotz Corona groß

Der Trainingsbetrieb ruht beim TSV Peiting wie sonst überall derzeit freilich auch. Ab und zu trifft Smith-Eberle die Spielerinnen in Zweiergruppen beim Joggen. Die Motivation bei den Erwachsenen ist ungebrochen. Mehr Sorgen macht sich die 56-Jährige um den Nachwuchs. „Es tut mir weh, wenn Kinder leiden, weil sie keinen Sport treiben dürfen.“ Bei der weiblichen U17 sind derzeit 22 Fußballerinnen aktiv. Die Jüngste ist zwölf Jahre alt.

Da anders als bei den Buben die Mädchen ihre Saison nicht abgebrochen, sondern fortgesetzt haben, werden im kommenden Sommer gleich zwei Jahrgänge den Jugendbereich verlassen und zu den Damen aufsteigen. „Danach bleiben noch acht Spielerinnen übrig“, berichtet Smith-Eberle. Problem: Durch die Corona-Pandemie ist die Akquise neuer Fußballerinnen mit Probetrainings im Sommer ausgefallen. Die Folgen der Pandemie für den Fußball im Frauenbereich werden sich erst in zwei, drei Jahren richtig bemerkbar machen.

Theda Smith-Eberle leitet den Frauen- und Mädchenfußball beim TSV Peiting.

Erste Damenmannschaft des TSV Peiting nach Hinrunde mit perfekter Punkteausbeute

Bis dahin möchte der TSV die XXL-Saison aber noch mit Erfolgen garnieren. In beiden Ligen wird eine eineinhalbfach Runde gespielt, die im April fortgesetzt werden soll. Die erste Peitinger Mannschaft geht mit der optimalen Ausgangslage von zehn Siegen aus zehn Spielen in die verbleibenden Begegnungen. „Die Bilanz spricht für Mannschaft und Trainer“, sagt Smith-Eberle.

Der Trainer ist Michael Platz aus Windach, in Peiting von allen Mitsch genannt. Er hatte die Mannschaft zum Saisonbeginn im September 2019 übernommen und wollte eigentlich nur eine Spielzeit bleiben. Dass die jetzt länger geht als erwartet, ändert nichts. Der Trainer bleibt bis Saisonende.

Zweite Mannschaft des TSV Peiting mit drei Spielen mehr als Verfolger Bernbeuren

Kniffliger ist die Lage für das zweite Peitinger Team, dass in der Kreisklasse „ein bisschen überraschend“ ganz oben steht. Allerdings hat der TSV drei Spiele mehr als Verfolger Bernbeuren bestritten. „Bernbeuren hat den Vorteil, eine erste Mannschaft zu sein, die immer in der gleichen Besetzung antritt“, sagt Smith-Eberle. „Bei uns steht und fällt alles mit den Spielterminen der ersten Mannschaft.“ Davon hängt ab, welche Spielerin in welcher Mannschaft eingesetzt wird und gegebenenfalls aushelfen kann. „Eine Meisterschaft wäre aber schon schön.“ Das hat es für eine zweite Mannschaft in Peiting noch nie gegeben und einen Doppelaufstieg demnach auch nicht. 2021 haben die Peitinger Fußballerinnen die Chance, sich für den Aufwand zu belohnen und dahin zurückzukehren, wohin sie nach eigenem Ermessen gehören. (Phillip plesch)

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