In der A-Klasse 8 oben mit dabei: Die Fußballer des TSV Schongau (in Gelb, vorn Kapitän Benedikt Geiger) sind als Tabellenzweiter auf Kurs. Ziel der Mannschaft ist der Aufstieg in die Kreisklasse.
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In der A-Klasse 8 oben mit dabei: Die Fußballer des TSV Schongau (in Gelb, vorn Kapitän Benedikt Geiger) sind als Tabellenzweiter auf Kurs. Ziel der Mannschaft ist der Aufstieg in die Kreisklasse.

Entscheidung am grünen Tisch

TSV Schongau muss drei Punkte wieder abgeben: „Ob wir denunziert wurden, ist nicht bekannt“

  • VonMagdalena Schwaiger
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Der TSV Schongau hat vor dem Sportgericht drei Punkte verloren. Gegen den SV Reichling kam ein Jugend-Akteur zum Einsatz, der nicht spielberechtigt war.

Schongau - Peter Mahl, Coach der Schongauer in der A-Klasse 8, ist empört über die Entscheidung, die das bayerische Sportgericht gegen seine Schongauer getroffen hat. Der Tabellenzweite musste sich vor dieser Instanz behaupten, nachdem der Vorwurf aufgekommen war, im Spiel gegen den SV Reichling einen Jugendspieler eingesetzt zu haben, der für dieses Spiel nicht berechtigt gewesen ist.

„Das Gericht hat in seinem ersten Schreiben einen Fall von geringem Vergehen festgestellt.“

Peter Mahl

Im Spiel gegen den Elften der A-Klasse 8 Zugspitze führte der TSV bereits 1:0, als es zu dieser folgenschweren Einwechslung kam. Sebastian Krause betrat das Feld. Einige Minuten später erhöhte der Schongauer Clemens Riedl auf 2:0, der Sieg war für die Mannschaft von Coach Mahl in trockenen Tüchern.

Es war ein Trugschluss: Am 15. September ging ein Schreiben vom Kreissportgericht Zugspitze ein, dass gegen den TSV Schongau ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet wurde. Der SV Reichling hatte dort mit einem Schreiben am 14. September Einspruch gegen die Wertung des Spieles eingelegt - aufgrund eines unzulässigen Einsatzes eines Spielers.

In einem ersten Gespräch mit fussball-vorort gibt Mahl auch seine eigene Wahrnehmung des Vorfalls wieder: „Meine ganz persönliche Meinung: Ein Spiel nachträglich als verloren zu werten, wegen eines Einsatzes eines Spielers mit einigen wenigen Ballkontakten in den letzten 10 Spielminuten, ist für mich weit überzogen. Zumal das Gericht auch in der ersten Begründung einen Fall von geringem Vergehen festgestellt hatte.“

„Ob es von verantwortlicher Stelle bemerkt wurde oder ob wir denunziert wurden, ist uns nicht bekannt.“

TSV-Coach Mahl

Peter Mahl gibt an, dass der Schiedsrichter die fehlerhafte Einwechslung nicht bemerkt hat. Denkt man zurück an den denkwürdigen Wechselfehler von Mark van Bommel im DFB-Pokal, weiß man nun, dass dies auch in den untersten Ligen vorkommt.

Besagter Spieler wurde auch nicht im elektronischen Spielbericht des BfV aufgeführt, so Mahl, er hätte ohne Rückfrage des Schiedsrichters kein Spielrecht erhalten dürfen. Zudem gibt Mahl an, dass nicht bekannt ist, ob der Schiedsrichter seinen Fehler bemerkt hat oder ob der TSV Schongau denunziert wurde.                                      

TSV Schongau legt Berufung ein und muss Geldstrafe bezahlen - auch Coach Mahl erhält Bestrafung

Der Verein hat gegen das Urteil des Sportgerichtes Berufung eingelegt, diese wurde nun am 8. Oktober zurückgewiesen. Die Begründung des Bayrischen Fußball-Verbands stützt sich vor allem auf den Paragraph 8 IV BFV-JO. Dort wird genannt, dass „ein Junior an einem Tag nur in einem Meisterschafts-, Entscheidungs-, Relegations- oder Pokalspiel eingesetzt werden darf.“ Für das Sportgericht ist die Sache hiermit unstrittig.

Der BFV gibt auch dem Schiedsrichter der Partie eine Teilschuld

Des Weiteren heißt es in der endgültigen Zuschrift des Gerichtes: „Der Berufungsführer trägt vor, dass der Spieler Sebastian Krause nicht im elektronischen Spielbericht aufgeführt war und der Spieler deshalb vor seinem Spieleintritt vom leitenden Schiedsrichter ordnungsgemäß auf seine Spielberechtigung hin zu prüfen gewesen wäre. Der Schiedsrichter hätte dem Spieler, nachdem eine ordnungsgemäße Prüfung wegen Nichtvorlage des gültigen Spielerpasses, des Personalausweises und ohne Bestätigung durch den Mannschaftsverantwortlichen, das Spielrecht verweigern müssen. Peter Mahl, welcher als Trainer, Mannschaftsverantwortlicher und Offizieller im ESB eingetragen ist, habe sich zeitgleich auf dem Spielfeld um einen verletzten Spieler gekümmert und beorderte einen Auswechselspieler mit ‚Geht mal einer rein‘ ins Spiel einzutreten.“ 

Grundsätzlich gilt, dass die Spielberechtigung nach den offiziellen Bestimmungen vor dem Spiel bzw. Spieleintritt nachzuweisen ist. Die ordnungsgemäße Nachweispflicht obliegt dem Verein.

„Wir werden keinen weiteren Einspruch einlegen, da dies einem Kampf gegen Windmühlen gleichbedeutend wäre.“

TSV-Coach Peter Mahl

Der Trainer des TSV Schongau, Peter Mahl, meldet sich auch noch einmal zu Wort. Für ihn ist die 2:0-Wertung für den Gegner aus Reichling nur aufgrund eines Jugendspielers, der „keine zehn Ballkontakte hatte“, nicht greifbar. Mahl gibt zudem an, dass der TSV keinen weiteren Einspruch einlegen wird, „da dies einem Kampf gegen Windmühlen gleichbedeutend wäre.“ (Magdalena Schwaiger)

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