Nicht gerade das Schmuckstück des Geländes ist das Gebäude mit den Umkleiden.
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Nicht gerade das Schmuckstück des Geländes ist das Gebäude mit den Umkleiden.

Unsere Sportplätze

Der TSV Steingaden und sein Wunsch nach einem Vereinsheim

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Wegen des Coronavirus sind die Sportplätze derzeit verwaist. In der Serie „Unsere Sportplätze“ bekommen sie nun doch die verdiente Aufmerksamkeit - heute: Steingaden.

Steingaden – Umkleide, es ist eine Umkleide. Auf das Wort besteht Andreas Greinwald-Kotz. Denn das Gebäude am Sportplatz des TSV Steingaden verdient es in seinen Augen nicht, Vereinsheim genannt zu werden. Es ist nicht gemütlich, nicht der Stolz des TSV. Sondern nur Mittel zum Zweck: Zwei Duschen, zwei Kabinen für die Teams, eine für den Schiedsrichter und ein Aufenthaltsraum. Fertig. Und das alles ist in einem „katastrophalen Zustand“, sagt Greinwald-Kotz, Vorsitzender des TSV. Schade, denn eigentlich hat das restliche Gelände Potenzial zum Wohlfühlen.

Neben dem gepflegten Hauptplatz gibt es noch eine große Fläche für Trainingseinheiten und die Spiele der Kleinsten bis zu den E-Junioren. „Ein reiner Naturrasen, top, top, top, der ist sehr strapazierfähig“, sagt Herbert Haussmann, Jugendleiter beim TSV. Nur ein kleiner Bereich, wo sonst das Tor steht, musste heuer wieder ausgebessert werden. „Den haben wir jetzt gehegt, gepflegt, gedüngt“, sagt er. Eine Absperrung schützte den Bereich, bis das Gras gut gewachsen war. Obendrein gehören zu dem Gelände ein Beachvolleyball-Platz, eine Anlage zum Kugelstoßen, eine Laufbahn und mehrere kleine Hütten, in denen Materialien gelagert werden. „Es ist alles ein wenig verstreut“, sagt Haussmann. Vereinsunterlagen lagern sogar bei Mitgliedern, da kein Platz für die Ordner ist.

TSV erhält Papier-Sammlung aufrecht

Zufrieden mit dem Trainingsplatz sind TSV-Vorsitzender Andreas Greinwald-Kotz (l.) und Jugendleiter Herbert Haussmann.

Am Rande des Hauptplatzes steht zudem die „Papierhütte“. Durch einen Schlitz kann jeder sein Altpapier dem Verein spenden. „Es gibt nichts, was dort nicht landet“, sagt Greinwald-Kotz. Hundekottüten, Waschmittelflaschen und sonstigen Abfall haben Menschen schon eingesteckt. Doch die Vereinsmitglieder machen sich weiter die Arbeit, den Müll vom Papier zu trennen. „Es ist trotz allem viel Papier, das zusammenkommt. Deshalb erhalten wir die Sammlung aufrecht.“

Und zum Glück sind ja im Verein immer Helfer da, wenn’s darum geht, anzupacken. Nicht nur beim Papier. Auch bei sonstigen Arbeiten. Mehrere Anbauten an der Fußball-Umkleide, ein Carport für den Vereinsbus, Treppenbau: „Wenn was ist, schwärmen unsere Mitglieder sofort aus“, sagt Greinwald-Kotz. „Und auch von den ortsansässigen Firmen bekommen wir Unterstützung.“ Obendrein hilft beim TSV ein junger Mann im Rahmen eines „Freiwilligen sozialen Jahres“. „Er ist hauptsächlich mit den Kindern beschäftigt“, berichtet der Vorsitzende.

Im Verein tut sich etwas

Der ist stolz auf den Verein, in dem sich was rührt. Und für den zwei Männermannschaften, die „Alten Herren“ und Nachwuchsfußballer in allen Altersklassen spielen. An fünf Tagen in der Woche herrscht Trainingsbetrieb – also, wenn alles normal läuft. Dank einer Software kann jetzt aber wieder trainiert werden. An den Wochenenden steigen dann die Heimspiele auf dem Hauptplatz.

Dann werden die beweglichen Tore aufgestellt. Sie sind mit Gewichten ausgestattet, können nicht umfallen. „Damit keinem was passiert“, sagt Greinwald-Kotz. Die alten Tore spendeten die Steingadener dem TSV Bernbeuren, dem 2015 der Stadel abgebrannt war. „Auf dem Feld sind wir Rivalen. Daneben Freunde.“

„Wollen Vereinsheim für alle“

Und Freunde lädt man ja auch gern mal zu sich ein. Die Steingadener „Umkleide“ aber ist eben kein Ort für ein gemütliches Bierchen nach dem Duell auf dem Rasen. Daran will der Verein etwas ändern. Allerdings schon sehr lang. Seit 35 Jahren etwa, schätzt Greinwald-Kotz. „Bisher scheiterte das Vorhaben an verschiedenen Vorgaben und Genehmigungen.“ Nun aber bewege sich etwas. Voraussichtlich noch heuer soll der Bauantrag gestellt werden – sofern das noch ausstehende Lärmgutachten nicht dagegen spricht. Greinwald-Kotz hofft, dass es damit kein Problem gibt. „Wir sind auf einem guten Weg“, glaubt er. Will er glauben. Immerhin wünscht sich der TSV eine Bleibe, auf die er stolz sein kann – nicht nur für die Fußballer. „Wir wollen ein Vereinsheim für alle haben.“ Und nicht bloß eine Umkleide.

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