Für Uwe Lehner kommt die Lockerung zu früh: Der Trainer des Kreisklassisten Gautinger SC freut sich zwar darauf, seine Spieler – endlich wieder einmal zu sehen, aber für ihn hat die Gesundheit eines jeden einzelnen oberste Priorität.
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Für Uwe Lehner kommt die Lockerung zu früh: Der Trainer des Kreisklassisten Gautinger SC freut sich zwar darauf, seine Spieler – endlich wieder einmal zu sehen, aber für ihn hat die Gesundheit eines jeden einzelnen oberste Priorität.

BFV-Beschluss spaltet die Meinungen im Landkreis Starnberg

Dötsch: „Ich finde es geil, dass wir jetzt wieder auf den Platz dürfen“

Gute Nachrichten für Bayerns Fußballer: Sie dürfen vom heutigen Montag an wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen, wenn auch in streng regulierter Art und Weise.

LandkreisDass es so schnell ging, hatten wohl die größten Optimisten nicht gedacht. Am Freitagabend informierte der Bayerische Fußball-Verband seine Vereine, dass ab Montag Training wieder möglich ist. „Für alle unsere Fußballer ist diese neue Entwicklung eine gute Nachricht in dieser schwierigen Phase“, sagt Rainer Koch. „Wir wissen, dass es bis zur Rückkehr zur Normalität noch ein weiter Weg ist. Aber der erste Schritt ist gemacht“, so der BFV-Präsident weiter.

Gespaltene Meinungen zu BFV-Beschluss

Der eine oder andere Trainer aus dem Landkreis hält dieses Vorgehen aber für verfrüht. „Man weiß doch noch gar nicht, was eine Infektion mit diesem Virus für Spätfolgen haben kann. Ich finde es übertrieben, jetzt so schnell so weitreichende Lockerungen durchzuführen. Aber das ist wohl Folge dieses Überbietungswettbewerbs“, sagt Uwe Lehner, Trainer des Kreisklassisten Gautinger SC. Grundsätzlich ist er schon glücklich, seine Fußballer wieder zu sehen. „Ich vermisse sie schon sehr, aber wir tragen alle eine große Verantwortung. Die Gesundheit jedes einzelnen muss oberste Priorität haben“, fordert Lehner.

Es erscheint allerdings sowieso fraglich, ob bereits in dieser Woche Trainingseinheiten stattfinden können. „Der Platz ist gemäht, die Bälle sind aufgepumpt“, sagt Wolfgang Krebs. Doch auch der Trainer des Bezirksligisten MTV Berg weiß, dass es damit noch lange nicht getan ist. Schließlich müssen die Vereine die vom Verband geforderten Auflagen einhalten. „Wir sind im Kampf gegen das Virus noch lange nicht am Ende. Vorsicht und Fürsorge sind weiterhin oberstes Gebot“, stellt Präsident Koch klar. Und auch die örtlichen Kommunen müssen ihren Teil dazu beitragen. „Die Sportanlagen der Gemeinde Tutzing bleiben erst mal weiterhin geschlossen, also müssen wir eh abwarten“, sagt Christian Mandlmeier, Coach des A-Klassisten TSV Tutzing.

Spielbetrieb setzt weiterhin bis zum 31. August aus

Ein weiterer kritischer Punkt ist, dass der Spielbetrieb noch bis mindestens 31. August ausgesetzt ist. „Man muss sehen, inwieweit es unter diesen Voraussetzungen überhaupt Sinn macht, wieder richtig zu trainieren“, sagt Tom Ruhdorfer, Übungsleiter bei A-Klassen-Neuling TSV Hechendorf. Franco Simon hat schon einen Plan. „Wir werden es ganz locker angehen lassen, vielleicht nur einmal die Woche trainieren“, teilt der Trainer des Bezirksligisten SC Pöcking-Possenhofen mit. Mathias Müller glaubt ebenfalls nicht, dass das Training in kleinen Gruppen ein Problem darstellt. „Wir werden versuchen, die Jungs bei Laune zu halten. Sie sollen zudem ihr Ballgefühl nicht verlieren“, sagt der Coach des Kreisklassisten SV Inning, der auf Ballschule und Stationstraining setzt.

Dötsch:„Ich finde es geil, dass wir jetzt wieder auf den Platz dürfen“

Peter Schmidt hatte seinen Fußballern bis Mitte Juli eine Auszeit verordnet. „Dabei wird es wohl auch bleiben. Vielleicht trainiere ich mit den Rekonvaleszenten wie Maximilian König, für die könnte das hilfreich sein“, sagt der Trainer des Landesligisten TSV Gilching-Argelsried. Gerhard Gleißner, der mit seinen 62 Jahren zur vermeintlich besonders gefährdeten Altersgruppe zählt, möchte weiter aktiv bleiben. „Natürlich müssen wir abwägen, ob es Sinn macht. Aber ich werde mich dennoch darauf freuen, wieder am Platz zu stehen“, sagt der Übungsleiter von Kreisklassen-Neuling FSV Höhenrain. Auch Thomas Dötsch kann es kaum noch erwarten. „Ich finde es geil, dass wir jetzt wieder auf den Platz dürfen“, freut sich der Coach des Kreisligisten TSV Oberalting-Seefeld. Doch zunächst müssen die Verantwortlichen erst die Voraussetzungen schaffen. „Es gibt jetzt bei uns viel Rede- und Klärungsbedarf, so wie bestimmt auch bei den anderen Vereinen“, sagt Sascha Assmann, sportlicher Leiter beim Frauenfußball des SC Pöcking-Possenhofen.

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