Brand geschockt wie nach einem Tag in der Geisterbahn

- FT-Trainer: "Zwischen Training und Spiel liegen Welten"

Rosenheim (hch) - An der Seitenlinie stand Rudi Hack und zeigte seinen Spielern, wie es geht. Der Starnberger Abteilungsleiter schraubte sich in die Lüfte und stieß mit dem Kopf nach einem imaginären Ball, den er sicher aus der Gefahrenzone beförderte. Mit dem Alten in der Abwehr wären die drei Gegentreffer in Rosenheim wohl nicht passiert, weshalb der 66-Jährige seine Jungschar nach der Moralpredigt von vor zwei Wochen nun ins Sondertraining beorderte: "Wir machen Zweikampfschulung."

Seine Kicker schauten ihm nur entgeistert zu und fanden die Trockenübungen des Rentners überhaupt nicht witzig. Wie auch Klaus Brand das letzte bisschen Humor abhanden gegangen sein dürfte. Der Starnberger Trainer wirkte nach der 1:3-Pleite seiner Elf so geschockt, als hätte er einen Tag Geisterbahn auf der Wiesn hinter sich. "So kann es nicht weitergehen", sinnierte der Coach. Aber was tun? "Ich predige Woche für Woche das Gleiche, aber die Spieler können das nicht umsetzen", jammert er.

Woran das liegt, weiß er nicht zu sagen. Am mangelnden Fleiß in den Übungsstunden sicherlich nicht, denn da präsentieren sich die Freien fit und engagiert. "Zwischen Training und Spiel liegen Welten", hat der Coach festgestellt. Warum ausgerechnet am Samstagnachmittag von dieser Form nichts mehr übrig ist, legt den Blick auf den Freitagabend nahe. "Es ist die Frage, passt die Vorbereitung", sagt Brand. Doch Kontrollanrufe bei den Spielern will er beim besten Willen nicht starten.

So ist die allgemeine Ratlosigkeit an der Ottostraße mittlerweile der bloßen Ohnmacht gewichen. Hack hat für sich schon die Konsequenzen gezogen und wertet die Auftritte seiner Mannschaft in der Landesliga nur noch außer Konkurrenz: "Auf die Tabelle brauchst du nicht mehr schauen." Zumal die kommenden Spiele gegen Gendorf und in Ingolstadt keinen reichlichen Punktesegen und damit eine Verbesserung der allgemeinen Lage versprechen. Nur Brand scheint sich mit den inspirationslosen Vorstellungen seiner Mannschaft noch nicht abgefunden zu haben: "Ich kann nicht sagen, ich stecke den Kopf in den Sand und wir melden uns jetzt ab."

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