Brunner-Team zerstört den Heimnimbus

- Erste Pleite zu Hause nach einem Jahr

Starnberg - Die Siegesgesänge der Wolfratshauser Kicker drangen laut aus der Kabine. Die unterlegenen Starnberger Fußballer standen derweil noch auf dem Rasen, als würden sie sich nicht in die Katakomben trauen. Über ein Jahr waren sie auf eigenem Terrain ungeschlagen geblieben. Dann rückte am Samstag im ersten Spiel der Landesliga der BCF mit Trainer Andreas Brunner an und zerstörte diesen Nimbus. Die Freien Turner waren binnen 90 Minuten nicht mehr Herr im Haus. Die Zeiten hatten sich auf einmal geändert.

"Man hat heute den Unterschied zwischen Bezirksoberliga und Landesliga gesehen", stellte Holger Schmidtke fest. Der Starnberger Kapitän, der nach seiner Knieoperation sein erstes Pflichtspiel schmerzfrei überstand, wollte nicht verhehlen, dass seine Mannschaft noch Schwierigkeiten hat, sich an das gehobene Niveau zu gewöhnen.

Durften bis vor zwei Monaten die Starnberger Stürmer noch ungestraft Chancen in Hülle und Fülle vergeben, hat sich dieser Luxus nun endgültig erledigt. Christian Lippert und Andreas Staude, denen sich beim Stande von 2:1 die Gelegenheit bot, den BCF als Verlierer nach Hause zu schicken, machten als erste diese Erfahrung. "Wenn da das dritte Tor fällt, ist das Spiel vorbei", räumte auch Brunner ein. So lief es ziemlich schmerzhaft für den Aufsteiger weiter.

Aber nicht nur die Starnberger Angreifer müssen sich noch anpassen. Auch die Abwehr, von vorneherein als Sorgenkind ausgemacht, wird sich steigern müssen. Richtig sicher wirkte die von Schmidtke organisierte Hintermannschaft viel zu selten. Einzig Manndecker Sebastian Kluge erledigte seine Aufgabe gegen Stefan Streicher zuverlässig.

Ansonsten kassierten die Turner zwei Treffer nach Standardsituationen und einem Konter. "In der Bezirksoberliga bekommst du vielleicht ein Gegentor, hier sind es gleich drei", konstatierte Schmidtke. Für den Kapitän und seine Verteidiger ging da manches zu schnell. Was zum einen daran lag, dass Schmidtke noch einige Wochen brauchen wird, bis er wieder seine alte Form erreicht hat. Zum anderen aber auch daran, dass seine Mannschaft in der vergangenen Saison selten richtig gefordert wurde. "Ein Jahr in der Landesliga ist viel wertvoller als ein Jahr in der Bezirksoberliga", stellt Schmidtke klar. Rekord-Meisterschaft hin oder her.

Auch Rudi Hack hofft, dass die Turner diese Behäbigkeit bald abstellen werden. "Wenn die Spieler nicht schnell umdenken, sehe ich schwarz", orakelt der Starnberger Abteilungsleiter.

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