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Die SpVgg Starnberg und der glücklose Meisterlöwe

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Von: Thomas Ernstberger

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Ludwig „Bubi“ Bründl kam 1978 als Spielertrainer zum damaligen Landesligisten SpVgg Starnberg.
Ludwig „Bubi“ Bründl kam 1978 als Spielertrainer zum damaligen Landesligisten SpVgg Starnberg. © privat

Ludwig „Bubi“ Bründl kam 1978 zur SpVgg Starnberg als Spielertrainer. Doch nach einem Jahr war für den Meisterlöwen schon wieder Schluss.

Starnberg - Einer der ganz großen Sechziger feierte kürzlich seinen 75. Geburtstag. Ludwig Bründl, den alle nur „Bubi“ nennen, gehörte in seiner ersten Profi-Saison offiziell zur Meistermannschaft von 1966, auch wenn er in dieser Spielzeit nicht zum Einsatz kam. „Er war unser Benjamin, wurde erst in der folgenden Saison, als wir Vizemeister wurden, zum Stammspieler“, erzählt sein damaliger Mannschafts-Kollege Fredi Heiß. Die weiteren Stationen des Stürmers nach neun Jahren 1860 waren der 1. FC Köln, Regionalligist Stuttgarter Kickers und Eintracht Braunschweig. Insgesamt bestritt er 150 Bundesligaspiele, in denen er 42 Tore schoss. Was kaum noch einer weiß: „Bubi“ Bründl war auch für den damaligen Landesligisten SpVgg Starnberg am Ball. Zur Saison 1978/79 wurde der Ex-Löwe von der Vorstandschaft um Boss Dr. Gerd Wernekke und Vize Paul Fischer als Spielertrainer verpflichtet. Der neue Hoffnungsträger kam vom Schweizer Zweitligisten FC Vevey Sports, für den er in der Spielzeit 1977/78 in gleicher Position 18 Tore erzielt hatte.

Alles sah nach einem genialen Coup der SpVgg-Verantwortlichen aus: „Spektakuläre Neuerwerbung bei der SpVgg“, titelte der Starnberger Merkur, „Bründl neuer Star der SpVgg Starnberg“, lautete gar die Schlagzeile im „Land- und Seebote“. Doch der erfahrene Ex-Profi konnte die großen Erwartungen nicht erfüllen: Nach nur einer Saison war schon wieder Schluss für den „Star“, nachdem seine Mannschaft mit Ach und Krach und einem Punkt Vorsprung den Klassenerhalt geschafft und die Saison mit einer peinlichen 0:7-Rekord-Niederlage gegen den SVO Germaringen berendet hatte. Für Bründl kehrte sein Vorgänger Ludwig Baumer auf den Trainerstuhl zurück.

Hannes Salberg war damals Kapitän des Landesligisten. Er erinnert sich im Gespräch mit dem Starnberger Merkur: „Bründl war ein supernetter und sympathischer Kerl. Er konnte mit seiner Erfahrung gerade den Jungen wertvolle Tipps geben. Und auf dem Platz wusste er ganz genau, wo das Tor steht.“ Salberg weiß auch noch: „Er war ein Torjäger, hatte eine gute Schusstechnik und hat bei uns jeden Freistoß und jeden Elfmeter geschossen.“ Allerdings: „Die Defensive war nicht sein Ding, nach hinten hat er nicht so gerne gearbeitet.“ Aber das hatte er ja schon bei seiner Vorstellung angekündigt: „Ich werde wie in den letzten Jahren in der Schweiz im offensiven Mittelfeld spielen und versuchen, die Sturmspitzen besser ins Spiel zu bringen und selbst für Tore sorgen.“ Letzteres gelang ihm immerhin sechsmal. Auch eine rote Karte wegen Meckerns gehörte zu seiner SpVgg-Bilanz.

Bründl wurde in Starnberg im Frühjahr 1979 als „glückloser Trainer“ und „ganz leise“ verabschiedet. Er zog weiter zum Münchner A-Klassisten Pasing 03. Heute lebt er in Eichenau (Landkreis Fürstenfeldbruck) und ist mit seinen 75 Jahren immer noch selbst am Ball: In der Ü50 des FC Eichenau in der Ehrenliga und in den vergangenen Jahren immer wieder mal in der Traditionsmannschaft der „Löwen“.

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