„Ich bin keiner, der gleich Ja und Amen zu allem sagt“, unterstreicht Christian Feirer, Trainer des FSV Höhenrain. Trotzdem stand er dem Pilotprojekt offen gegenüber – und ist jetzt davon überzeugt.
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„Ich bin keiner, der gleich Ja und Amen zu allem sagt“, unterstreicht Christian Feirer. Trotzdem stand er dem Pilotprojekt offen gegenüber – und ist jetzt davon überzeugt.

Pilotprojekt im Kreis Zugspitze

Stimme der Fußball-Basis: Drei Funktionäre aus Kreis Starnberg an Ausarbeitung des neuen Spielmodells beteiligt

Der Fußball-Kreis Zugspitze plant ein neues Spielmodell als Pilotprojekt. An der Ausarbeitung mitgewirkt haben auch drei Vereinsvertreter aus dem Landkreis Starnberg.

Landkreis – Christian Feirer, Jens Rindermann und Nikolai von Dehn sind von den Pilotprojekt-Plänen des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) im Spielkreis Zugspitze Ende vergangener Woche nicht überrascht worden. Die drei Funktionäre aus dem Landkreis Starnberg gehörten zum Kreis der 20 Vereinsvertreter, die der BFV im Vorfeld in die Planungen für das neue Spielmodell einbezogen hatte. So wollte der Verband gleich näher dran sein an der Basis, ehe der Vorschlag allen Zugspitz-Vereinen zur Abstimmung vorgelegt wurde.

„Ich fand es gut, dass sie uns eingebunden haben“, sagt Nikolai von Dehn, Fußballabteilungsleiter des TSV Hechendorf, dem die Idee einer neuen Spielform mit „mehr Spannung und Gerechtigkeit“ von Beginn an zusagte. „Wir sollten uns überlegen, wie man den Plan des BFV umsetzen und die Struktur vereinfachen kann. Ich glaube, wir haben ein ausgewogenes Modell und eine gute Lösung gefunden“, so von Dehn weiter.

Pilotprojekt: Zwei Starnberger Vereinsvertreter dafür, einer dagegen

Auch Christian Feirer, Vorstandsvorsitzender des FSV Höhenrain und zugleich Trainer der dortigen zweiten Herrenmannschaft, stand dem Projekt aufgeschlossen gegenüber, als er zur Teilnahme am Arbeitskreis eingeladen wurde. Und das, obwohl er keiner der Menschen sei, „die gleich Ja und Amen zu allem sagen“, stellt Feirer klar. Aber: „In der Jugend ist die Saison dieses Jahr schon ähnlich abgelaufen, das hat mir gut gefallen. Und falls es nicht klappt, hat man nichts verloren und kann nach zwei bis drei Jahren ohne große Probleme zum alten Modell zurückkehren.“

Ich bin skeptisch und war auch einer derjenigen Vereinsvertreter, die bei einer Abstimmung dagegen gestimmt haben.

Jens Rindermann, Abteilungsleiter Gautinger SC

Kritischer sieht Jens Rindermann das Vorhaben. „Ich bin skeptisch und war auch einer derjenigen Vereinsvertreter, die bei einer Abstimmung dagegen gestimmt haben“, verrät der Abteilungsleiter des Gautinger SC. Trotzdem kann er dem Projekt „interessante Aspekte“ abgewinnen wie die steigende Spannung und die Deckelung der Spielanzahl auf maximal 24 pro Saison.

Sachliche und konstruktive Videokonferenzen von BFV und Funktionären

In drei Videokonferenzen binnen weniger Wochen schlossen sich die 20 Vereinsvertreter aus dem Kreis Zugspitze – fünf aus jeder Region – mit den BFV-Vertretern zusammen. Die letzte Konferenz fand vor anderthalb Wochen statt. Danach stand die Endfassung des zuvor vom Verband bereits weit vorangetriebenen Pilotprojekts.

Mit „regem Austausch“ (Feirer) und „sehr sachlich“ (von Dehn) habe man „strittige Punkte“ (Rindermann) diskutiert und die Details ausgearbeitet; beispielsweise die Regelung der Bonuspunkte, die jedes Team nach der ersten Saisonhälfte mit in die Auf- oder Abstiegsrunde nimmt. Die finale 6-4-2-1-Staffelung geht auf einen Vorschlag von Nikolai von Dehn zurück.

Feirer zum Pilotprojekt: „Haben Stolpersteine aus dem Weg geräumt“

Der Hechendorfer Abteilungsleiter ist zuversichtlich, dass die für die vorläufige Einführung des neuen Spielmodells nötige Zwei-Drittel-Mehrheit unter den Vereinen im Kreis Zugspitze zustande kommt. Auch Rindermann hält das für gut möglich. Feirer fügt an: „Jeder schaut ein bisschen anders drauf, man wird es nie jedem recht machen können.“ Zumindest habe das Gremium einige „Stolpersteine aus dem Weg geräumt“.

Destruktiv oder unübersichtlich sei es in den Videokonferenzen trotz der recht großen Teilnehmerzahl von 20 Vereinsvertretern plus einiger BFV-Funktionäre nie zugegangen, sagt Christian Feirer. Er vermutet, dass die Spielgruppenleiter der Regionen die Teilnehmer äußerst sorgfältig ausgewählt hätten: „Sie haben Leute ausgesucht, die sich Gedanken machen.“

Gautings Rindermann hadert vor allem mit drei Veränderungen

Die macht sich GSC-Abteilungsleiter Rindermann in jedem Fall. Besorgniserregend findet er, dass gemeinsame Heimspieltage von erster und zweiter Mannschaft in der zweiten Saisonhälfte eher unwahrscheinlich werden. „Das Zusammensein nach den Spielen ist für uns elementar“, erklärt Rindermann. Außerdem sieht er die fehlende Flexibilität für Spielverlegungen und das neue Recht der Spielgruppenleiter, notfalls das Heimrecht zu tauschen, kritisch: „Da drohen uns bei unserem weichen Rasen viele Auswärtsspiele.“

Für was sich die Klubs der drei Vereinsvertreter aus dem Landkreis Starnberg bei der Abstimmung letztlich entscheiden, ist noch unklar. Höhenrains Feirer betont: „Dass ich da aufgeschlossen bin, heißt nicht, dass unser Verein so entscheidet.“ Von Dehn hat immerhin das Gefühl, dass sich seine Kollegen in der Hechendorfer Fußballabteilung seiner positiven Meinung anschließen, will dafür aber auch noch keine Garantie geben.

Jens Rindermann glaubt, dass das Modell nicht optimal zu den Strukturen des GSC passt, stellt aber klar: „Das muss nicht die Vereinsmeinung sein.“ Gemeinsam mit Spielerrat und Herrentrainern soll diese demnächst erörtert werden.

mg

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