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18 Jugendmannschaften kicken derzeit bei der FT Starnberg 09. Die wollen alle betreut werden.

FT ist bekannt für ihre gute Jugendarbeit

„Es ist ein täglicher Kampf“ - FT Starnberg 09 und die schwierige Trainersuche

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Lange Wege, mehr Zeitaufwand – und weniger Angebot an Freizeitaktivitäten: Wenn es die vielen Sportvereine wie die FT Starnberg 09 nicht mehr geben würde, wäre das Leben in den Gemeinden des Landkreises Starnberg um einiges ärmer.

Bereits vor Jahren warnte eine Studie, die das Bundesinstitut für Sportwissenschaft, die Kölner Sporthochschule und der Deutsche Olympische Sportbund alle zwei Jahre herausgeben, vor einem „Sterben auf Raten“ der mehr als 91 000 deutschen Sportvereine. Wegen „Problemen bei der Gewinnung und Bindung ehrenamtlicher Funktionsträger“ seien sie in ihrer Existenz bedroht. Mehr als 60 Prozent der Vereine geben an, keine Nachfolger für ehrenamtliche Posten zu finden – mehr als 40 Prozent der Clubs beklagen Probleme bei der Rekrutierung ehrenamtlicher Trainer oder Übungsleiter.

Aus Mangel an Trainern und Spielern entstehen auch in unserer Region nicht umsonst immer mehr Fußball-Spielgemeinschaften. Bei der FT Starnberg 09 ist das momentan noch kein Thema. Allerdings wird es auch in dem Starnberger Verein immer schwieriger, Trainer für die Fußballabteilung zu finden.

Die geänderte Arbeitswelt macht sich auch bei dem Kreisstadt-Verein deutlich bemerkbar. Immer weniger haben so geregelte Arbeitszeiten, dass sie ein- bis dreimal pro Woche Kinder trainieren können. „Es ist ein täglicher Kampf“, erzählt Franz Holzinger, der seit drei Jahren den Vorsitz der FT Starnberg innehat. Vor allem mit den Fußballschulen stehe man in direkter Konkurrenz.

Dabei ist gerade die Fußballabteilung der Freien bekannt für ihre gute Jugendarbeit. In der FT Starnberg 09 kümmern sich 20 Trainer um Kinder und Jugendliche von drei bis 18 Jahre – sowie um das Training der Altherren. Eine Herrenmannschaft hat der Traditionsverein seit zwei Jahren nicht mehr. Hinzu kommt noch die Herzsportgruppe. Im Jahr leisten sie alle gemeinsam rund 4500 Stunden. Dazu kommen noch die vielen Stunden, die von weiteren ehrenamtlichen Helfern geleistet werden wie den Vorstandsmitgliedern sowie Abteilungsleitern der anderen Sparten des Vereins (Sportschützen plus Tennis und Volleyball) oder den Vereinsheimbetreuern.

Doch sie alle werden für ihren hohen Zeitaufwand entschädigt. Es macht ihnen einfach Spaß, mit Kindern und Jugendlichen Sport zu treiben. „Wenn man sieht, wie es im Stadion zu bestimmten Zeiten wuselt wie etwa bei den Sommerturnieren, bei dem 1500 Kinder an einem Wochenende das Stadion bevölkern, und wie viel Spaß die Kinder am Fußball spielen haben, macht mir das sehr viel Freude “, erzählt der Starnberger Unternehmer. Kinder seien einfach erfrischend und würden das eigene Leben bereichern. „Und der Umgang mit ihnen ist eine gute Lebensschule.“ Man lerne, sich als Trainer durchzusetzen. Und es gibt immer wieder etwas zum Lachen. „Mit ihren Bemerkungen und Kommentaren hat mich schon so mancher Racker zum Schmunzeln gebracht“, so Holzinger. Das halte jung und man bleibe frisch im Kopf. Lachen ist bekanntlich ja gesund!

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