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Als Rudi Hack noch FT-Boss war: „Supersensation“ im Starnberger Derby

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Von: Thomas Ernstberger

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Begrüßung der Spielführer vor dem Derby: Christian Baumgartner (FT, l.) und Charly Drewnianka. Repro: Ernstberger
Begrüßung der Spielführer vor dem Derby: Christian Baumgartner (FT, l.) und Charly Drewnianka. Repro: Ernstberger © Repro: Ernstberger

Wir blicken zurück in eine Zeit, als es mit der SpVgg und der FT noch zwei große Fußballvereine in Starnberg gab.

Starnberg – Als die SpVgg in der Angerweide, im „Waldstadion“ an der Egerer Straße (heute eine Wohnsiedlung), spielte. Als der Landrat noch Dr. Rudolf Widmann und der Bürgermeister Heribert Thallmair hieß. Und der legendäre Rudi Hack noch Fußball-Boss der FT war.

In dieser Zeit, genau vor 40 Jahren, berichtete der damalige Merkur-Reporter August Mehr am 20. September 1982 von einer „Supersensation“, die sich da vor knapp 700 Zuschauern im Stadion an der Starnberger Ottostraße zugetragen hatte: Die „Roten“, also die FT, hatten den Lokalrivalen SpVgg im Bezirksliga-Derby mit 1:0 besiegt. Das war umso bemerkenswerter, als die Verlierer-Truppe von Trainer Harry Pfeil vom Aufstieg in die Landesliga träumte und haushoher Favorit war. Und: Weil es sich um das erste Starnberger Lokalderby seit zehn Jahren handelte.

Zuletzt waren sich die beiden Stadtrivalen im April 1972 auf dem Ausweichplatz in Hanfeld in der A-Klasse gegenübergestanden. Die SpVgg gewann 2:1 (Tore: Werner Anzill und Fritz Glauning sowie Hannes Juris) und schickte die FT damit in die B-Klasse. Zehn Jahre danach folgte die verspätete Revanche – durch das goldene Tor eines Amerikaners. In der 31.  Minute erzielte US-Boy Karl Leineweber per Kopf nach einer Flanke von Kapitän Christian Baumgartner das 1:0, war SpVgg-Keeper Hans Estner (Spitzname: „Spektakel-Hans“) war ohne Chance.

Reporter Mehr attestierte der SpVgg eine „überaus matte Vorstellung“, notierte lediglich zwei Chancen des Favoriten – aber Spielführer Charly Drewnianka, eigentlich der typische Knipser, und Michael Schwetz scheiterten an FT-Torwart Werner Weigert. Die „Freien“, bestens eingestellt von Coach Rudi Fuchs, schaukelten das Ding relativ locker nach Hause. Der Reporter konstatierte: „Der Sieg der FT war vollkommen verdient und hätte durchaus noch höher sein können.“ Harry Sommer (66), der fünf Jahre das SpVgg-Trikot trug und damals im Mittelfeld spielte, erinnert sich: „Für unseren Kader haben wir unter Wert gespielt. Ich weiß bis heute nicht, warum wir nicht die Leistung gebracht haben, die möglich gewesen wäre. Gegen die FT hätten wir eigentlich klar gewinnen müssen.“

Es ist überliefert, dass eine Stunde nach der Pleite das Telefon beim SpVgg-Vorsitzenden Dr. Gerd Wernekke läutete. Coach Harry Pfeil, gerade mal zwei Monate im Amt, war dran und fragte (ausnahmsweise mal) ganz kleinlaut: „Doktor, bin ich jetzt entlassen?“ Wernekke sagte nein und gab dem „DDR-Auswahlspieler“ (gelogen, wie sich später herausstellte) eine Job-Garantie. Ende des Monats war für den Trainer dennoch Schluss in Starnberg.

Vier Jahrzehnte ist das her. Weil die Namen der damaligen Fußballer sicherlich bei den Fans von früher für schöne Erinnerungen an goldene Starnberger Fußballzeiten sorgen, hier die Akteure von 1982. Für die FT liefen Weigert, Gromotka, Schöner, Seitz, Lanzl, Baumgartner, Sontheim, Fuchs, Leineweber, Hoffmann und Müller auf. Später ins Spiel kamen Dorf, Schug, Grübler, Engl und Ebner. Die SpVgg trat mit Estner, Willim, Fichtel, Schwetz, Eberenz, Kittl, Teuber, Scheresch, Sommer, Drewnianka und Ruhs an und wechselte Nippert, Wannenwetsch, Kunert, Gerten und Fegg ein. (Thomas Ernstberger)

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