Die Rote Karte gegen Jean-Luca Dötsch (vorne) nach einer Stunde brachte den Gautinger SC (hinten Sebastian Dietzel) endgültig auf die Siegerstraße.
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Die Rote Karte gegen Jean-Luca Dötsch (vorne) nach einer Stunde brachte den Gautinger SC (hinten Sebastian Dietzel) endgültig auf die Siegerstraße.

Gilchings Reserve bekommt Punkte am grünen Tisch

Hochstätter nimmt Oberalting auseinander - Sturm mit Doppelpack für Weßling

  • VonChristian Heinrich
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Nico Hochstätter gelingt gegen Oberalting ein lupenreiner Hattrick. Inning leistet Egenburg Schützenhilfe. Weßling gewinnt klar und Giching holt die Punkte am grünen Tisch.

Gautinger SC – TSV Oberalting-S. 4:2 (1:1) , Tore: 0:1 Hüttling (10.), 1:1 Heitzer (22.), 1:2 Dreher (52.), 2:2, 3:2, 4:2 Höchstätter (72., 77., 84.), Rote Karte: Dötsch/Oberalting (60./grobes Foulspiel) – Bes. Vorkommnisse: Sebastian Lebek verschießt Foulelfmeter (31.) – Nico Höchstätter erzielt lupenreinen Hattrick innerhalb von 12 Minuten

Die Saison ist gerade einen Spieltag alt und hat schon ihre erste Überraschung. Der Gautinger SC nahm den Kreisliga-Absteiger und Titelfavoriten mit 4:2 (1:1) auseinander. „Die Jungs überraschen mich doch immer wieder“, reagierte selbst Uwe Lehner ungläubig auf den Erfolg seiner Mannschaft. Der Trainer des Sportclubs, der sich gegen die starken Seefelder allerhöchstens ein Unentschieden ausgerechnet hatte, durfte sich in der ersten Hälfte in seiner Skepsis bestätigt fühlen. Die Gäste spielten wie aus einem Guss und ließen Ball und Gegner laufen. Die Führung des TSV durch Roman Hüttling noch in der Anfangsphase war die logische Folge, obwohl sie nicht aus einer Kombination, sondern aus einem Standard resultierte. „Wir haben gut gegen den Ball gearbeitet“, lobte Lehner das Defensivverhalten seiner Fußballer. Die kamen schließlich zum Ausgleich durch Daniel Heitzer und dann noch zu einem Strafstoß, den Sebastian Lebek aber vergab.

TSV Oberalting: Jean-Luca Dötsch fliegt nach Foulspiel vom Platz

Nach der Pause ging Oberalting abermals in Führung. Doch das 2:1 von Moritz Dreher hielt nicht lange, weil sich der TSV durch ein grobes Foulspiel von Jean-Luca Dötsch an Kilian Sagner selbst dezimierte. „Unstrittig“, nannte Lehner den Platzverweis nach Foul von hinten. Der Coach änderte sofort die taktische Ausrichtung, um die nummerische Überlegenheit zu nutzen. Da der Gegner außerdem noch zwei Wechsel vornehmen musste, bekam sein Team immer mehr Oberwasser. Aus dem großen Druck resultierte ein lupenreiner Hattrick von Nico Höchstätter. „Er hat einen guten Lauf gehabt“, lobte Lehner seinen Stürmer, der im Alleingang schaffte, wozu der Bezirksligist SC Unterpfaffenhofen unter der Woche im Pokal eine ganze Mannschaft brauchte: Drei Tore gegen einen Kontrahenten zu erzielen, der für diese Liga eigentlich eine Nummer zu groß ist. Für Thomas Dötsch gab es auch nichts zu diskutieren: „Gauting hat verdient gewonnen, weil es klar besser war.“ Der Trainer des TSV haderte nicht nur mit der Niederlage, sondern auch mit dem Ausfall von Giga Bechvavia (Oberschenkelprobleme) und Ritvan Maloku (Bänderriss).

VfL Egenburg – SV Inning 3:1 (2:1), Tore: 1:0 Szcepurek (33.), 2:0 Karl (35.), 2:1 Schmid (42.) , 3:1 Hainzinger (54.)

„Wir hatten alle Mittel, die es für ein Spiel in Egenburg braucht“, sagte Mathias Müller nach der Partie. „Leidenschaft, Einstellung, Kampf.“ Trotzdem musste der Inninger Trainer eine klare Niederlage beim Verein für Leibesübungen konstatieren. Der Grund dafür war wie fast immer im Fußball simpel. „Die haben die Tore gemacht, wir nicht“, grantelte der Coach. Bei den Treffern brauchten sich die Platzherren gar nicht groß zu bemühen. Es genügte die Inninger Hilfe und reichlich Massel. Beim 0:1 liefen die Gäste in einen Konter, nachdem sie zuvor das Geschehen kontrolliert hatten. Der Schock über den Rückstand saß tief. Zwei Minuten später konnten die Kicker vom Ammersee nur andächtig zuschauen, als ein Volleyschuss aus 20 Metern in ihrem Kasten einschlug. „Den wird er in seinem Leben so nicht wieder treffen“, maulte Müller. Immerhin zeigte Jonas Schmid kurz vor der Pause, dass dem VfL mit Köpfchen beizukommen ist. Sein Anschlusstor sorgte wieder für Hoffnung beim Sportverein, die kurz nach dem Seitenwechsel sofort wieder erkaltete. Nach einem Freistoß erzielten die Egenburger ihre dritte Bude. „Es hat leider nicht gereicht“, ärgerte sich Müller, nachdem sich sein Team im Vergleich zur Vorbereitung gewaltig gesteigert hatte.


SC Weßling – SV Puchheim 3:0 (1:0), Tore: 1:0 Sturm (31.), 2:0 Sturm (52.), 3:0 Wallraff (73.)

Nicht ganz nach dem Geschmack von Christian Feicht gestaltete sich der Saisonauftakt gegen Puchheim. „Das war kein optischer Leckerbissen“, monierte der Trainer des SC Weßling, obwohl seiner Elf der Einstand mit 3:0 (1:0) ohne Wackler geglückt war. Der Coach vermisste in manchen Phasen die spielerische Leichtigkeit, mit der seine Mannschaft in der Vorbereitung noch geglänzt hatte. Defensiv ließ der Sportclub bis auf einen Kullerball des Gegners nichts zu. Aber im Angriff mühten sich die Platzherren oft vergeblich gegen recht massiv verteidigende Gäste. Erst als Yannick Neurath nach einer halben Stunde Marius Sturm bediente, war der Bann gebrochen.

Marius Sturm erlöst den SC Weßling gegen Puchheim

„Schön durchgespielt“, lobte Feicht die Aktion, von der er sich gerne noch mehrere gewünscht hätte. Bis zum nächsten Spielzug mit ästhetischem Wert musste er sich bis kurz nach der Pause gedulden. Einen Doppelpass zwischen Manuel und Patrick Feicht nahm Sturm auf zum erlösenden 2:0. Danach war klar, dass gegen die harmlosen Gäste nicht mehr viel anbrennen würde. Zumal Finn Wallraff nach einem Freistoß von Robin Waechter noch das 3:0 gelang. Dass Patrick Feicht bereits nach einer Stunde mit Adduktorenproblemen den Rasen verlassen musste, drückte Feichts Laune noch ein bisschen mehr.


TSV Gilching-A. II – TSV Alling X:0

Einen Saisonstart nach Maß legten die Gilchinger Reservisten gegen Alling hin. „So könnte es jede Woche weitergehen“, freute sich Robert Brand über die ersten drei Punkte. Der Trainer musste gar keinen hohen Aufwand betreiben, denn die Ernte wurde nicht auf dem Feld, sondern am grünen Tisch eingefahren. Der Gegner hatte die Partie wegen eines Corona-Falls in der Mannschaft abgesagt. Da nach dem neuen Reglement des Bayerischen Fußball-Verbands ein einziger Infizierter für eine Spielverlegung nicht ausreicht, hätten die Allinger eigentlich antreten müssen, verzichteten jedoch darauf.

„Kein Aufwand, keine Verletzten, drei Punkte – das ist in Ordnung.“

Gilching-Coach Robert Brand nach dem Sieg am grünen Tisch gegen Alling

„Die Ausbeute ist jetzt schon so hoch wie in der vergangenen Saison“, war Brand happy über die satte Prämie gegen den Angstgegner, der sich für die Gilchinger in der Regel als nicht zu bezwingen erwies. Als Nebeneffekt kam hinzu, dass seine Spieler ein freies Wochenende mehr bekamen und sich für ihre nächste Aufgabe schonen durften. „Kein Aufwand, keine Verletzten, drei Punkte – das ist in Ordnung“, stellte Brand zufrieden fest.  hch

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