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Gautinger Derby – hoffentlich friedlich

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Stürmer Lukas Höchstetter ist mit 15 Treffern der erfolgreichste Torschütze der Gautinger Reserve.
Stürmer Lukas Höchstetter ist mit 15 Treffern der erfolgreichste Torschütze der Gautinger Reserve. © Fupa

Bei einem Derby geht es gerne mal heiß her. Da ist die Spielklasse gar nicht immer entscheidend. Auch beim B-Klassen-Derby zwischen den Reservemannschaften des Gautinger SC und dem TV Stockdorf am Sonntag erwartet Bernd Ziehnert, Trainer des GSC II, eine stattliche Kulisse von mindestens 100 Zuschauern (12.30 Uhr, Leutstettener Straße).

Gauting - „Gauting und Stockdorf, das ist einfach eine besondere Rivalität. Ein bisschen wie Bayern und 1860“, sagt Bernd Ziehnert, Trainer des Gautinger SC II. „Für mich als alten Hund zwar nicht mehr so, aber für die Jungen ist das schon sehr wichtig.“ Bei aller Vorfreude auf das Derby gegen die Reserve des TV Stockdorf hofft er allerdings inständig, dass die Stimmung nicht zu aufgeheizt sein wird. Denn vor gut einem Jahr kam es zu hässlichen Szenen. Am 9. Oktober 2020 eskalierte ein A-Jugend-Spiel an einem Freitagabend zwischen dem Gautinger SC und der SG an der Würm, einer Spielgemeinschaft des TV Stockdorf und des TSV Pentenried, komplett. Nach einer Schlägerei wurde die Partie abgebrochen, die Polizei musste einschreiten. „Wir werden einige Ordner vor Ort haben“, sagt Ziehnert. „Die jungen Leute nehmen jede Gelegenheit wahr, um Party zu machen. Aber es darf nicht zu viel werden.“

Von Seiten der Spieler ging bei den Derbys die Aggression selten aus, betont Ilker Özdemir, Trainer des Lokalrivalen TV Stockdorf II. „Das hat sich immer von außen hochgeschaukelt.“ Auch für ihn ist es ein besonderes Spiel. „In einem Derby willst du natürlich immer gut aussehen. Da ist jeder besonders motiviert, die Jungs sind heiß.“ Allerdings steht für die Stockdorfer am selben Tag noch ein weiteres Derby an, das sportlich einen höheren Stellenwert besitzt. Die erste Mannschaft muss auswärts zum A-Klassen-Spitzenspiel beim TSV Pentenried antreten (14.15 Uhr).

„Der Fokus liegt auf dem Derby der Ersten“, stellt Özdemir klar. Denn für die Reserve geht es in der laufenden Saison um nicht mehr viel. Da der SC Wörthsee seine Mannschaft zurückgezogen hat, ist ein Abstieg in der laufenden Spielzeit nicht mehr möglich, von einem möglichen Aufstieg spricht Özdemir nicht.

Ilker Özdemir, Trainer der Stockdorfer Zweiten, sieht den GSC als klaren Favoriten.
Ilker Özdemir, Trainer der Stockdorfer Zweiten, sieht den GSC als klaren Favoriten. © Fupa

Die Gautinger, aktuell Tabellendritter und ausgestattet mit dem besten Angriff der Liga, können dagegen durchaus nach oben schauen. Derzeit liegen sie nur vier Punkte hinter dem Tabellenzweiten 1. SC Gröbenzell II. In der Vorsaison hatten sie den Aufstieg noch abgelehnt, ob sie dies erneut tun würden, weiß Ziehnert noch nicht. „Wenn es klappen würde, müssten wir schauen. Es kommen einige Jugendspieler nach, also würden wir einen möglichen Aufstieg diesmal vielleicht annehmen.“

Für Özdemir sind die Gautinger der Favorit, da sie sich aktuell in stärkerer Form zeigen. Während der GSC II etwa gegen den TSV Hechendorf II mit 6:1 gewinnen konnte, unterlagen die Stockdorfer dem gleichen Gegner am vergangenen Wochenende mit 1:8. Das Hinspiel im August allerdings konnte Stockdorf für sich entscheiden – und das trotz 70-minütiger Unterzahl. Nach einer frühen roten Karte gegen TVS-Keeper Oliver Uhlemann wuchsen die Stockdorfer vor heimischem Publikum über sich hinaus und siegten, auch dank eines Dreierpacks von Luca Dachgruber, mit 4:2.

An diesem Sonntag werden jedoch aller Voraussicht nach im Vergleich zum Hinspiel deutlich veränderte Formationen auflaufen. Denn beide Mannschaften eint, dass sie ihre Formation an nahezu jedem Wochenende deutlich umbauen müssen. „Leider haben wir überhaupt keine Konstanz, es ist ein Kommen und Gehen“, sagt Ziehnert. Einige Spieler, wie Gautings Top-Torjäger Lukas Höchstetter (15 Tore), schaffen es unter der Woche wegen Beruf oder Studium überhaupt nicht ins Training. „Nach Trainingsbeteiligung dürften wir eigentlich gar keinen aufstellen. Denn die ist wirklich miserabel. Aber für die B-Klasse reicht es oft trotzdem“, so Ziehnert, dessen Mannschaft mit 47 Toren aus zwölf Spielen über die beste Offensive der Liga verfügt.

Sein Gegenüber Özdemir hat zwar einen etwas größeren Kern zur Verfügung, baut aber ebenfalls an jedem Wochenende einige Spieler ein, die nicht im Training anwesend waren. Wie genau er aufstellt und welche Taktik er wählt, hängt immer auch von den teilweise kurzfristigen Zusagen ab. Gegen die offensiv starken Gautinger werde es jedoch auf jeden Fall wichtig sein, kompakt zu stehen, kündigt Özdemir an. Ziehnert warnt indes: „Stockdorf hat ein sehr gutes Zweikampfverhalten und ist bei Standardsituationen immer gefährlich.“

Es ist also angerichtet für ein hoffentlich friedliches Derby. Und in der kommenden Saison könnte es mit etwas Glück auch wieder zu einem Aufeinandertreffen der beiden ersten Mannschaften kommen. Denn aktuell kämpft die Stockdorfer Erste in der A-Klasse um den Aufstieg, und der GSC in der Kreisklasse gegen den Abstieg. Aber das ist eine andere Geschichte.

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