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Absturz des Gautinger SC in die Abstiegszone - Coach beklagt mangelnde Fitness

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Von: Christian Heinrich

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Dem Torjäger fehlen die Vorlagengeber: Sebastian Lebek (r.) trifft nicht mehr so häufig wie in der vergangenen Saison. Dennoch ist er mit neun Toren bester Gautinger Schütze.
Dem Torjäger fehlen die Vorlagengeber: Sebastian Lebek (r.) trifft nicht mehr so häufig wie in der vergangenen Saison. Dennoch ist er mit neun Toren bester Gautinger Schütze. © Andrea Jaksch

Vom Topteam der Kreisklasse zum Abstiegskandidaten: Bei den Fußballern des Gautinger SC lief es in der Hinrunde alles andere als optimal.

Gauting – Seine Enttäuschung über das Abschneiden seiner Fußballer kann Uwe Lehner nicht verbergen. „Ich habe mir das anders vorgestellt“, gibt der Trainer des Gautinger SC offen zu. Um die 24 Punkte wollte der Coach aus den ersten 16 Saisonspielen ergattern, am Ende sind es gerade 14 geworden. Dass der Sportclub mit dieser Bilanz als Tabellenelfter der Kreisklasse 1 knapp über dem Strich steht, hat er den Auftritten der Konkurrenz zu verdanken. Der TSV Alling kommt als Zwölfter gerade auf sechs Punkte, der TSV Fürstenfeldbruck West (4) und der SV Germering (2) schnitten noch schlechter ab.

Die Gründe für den Absturz der Gautinger in die Abstiegszone sind vielschichtig. Und Lehner nimmt sich selbst nicht aus: „Ich will mich da nicht aus der Verantwortung stehlen.“ Dass der Übungsleiter die Schuld zuerst bei sich sucht, ehrt ihn. Allerdings hat er es mit einem Phänomen zu tun, das auch seinen Amtskollegen in den übrigen Amateurklubs nicht fremd ist. Ein Teil seiner Kicker befindet sich zum Studium im Ausland und ein anderer verspürt keine gesteigerte Lust am Training teilzunehmen. Der überschaubare Rest, der regelmäßig zum Üben kommt, reicht nicht aus, um die Fehlzeiten der Kollegen zu kompensieren. Ohne Kondition degenerierte der Sportclub von einer Mannschaft, die sich in der vergangenen Saison noch unter den Top-Fünf der Liga behauptete, zu einem Abstiegskandidaten. „Wir haben das Defizit, dass wir über 90 Minuten nicht konstant Tempo gehen können“, klagt Lehner. Während es sich in der Spielgruppe inzwischen herumgesprochen hat, dass sich mit einer reinen Feierabend-Mentalität nichts mehr holen lässt, vertrauten die Gautinger Fußballer darauf, dass sie mit Hurra und Talent ihre Spiele gewinnen können. „Aber eine Handvoll Spieler, die im Saft stehen, reichen in der Regel nicht.“ Zumindest Lehner hat eingesehen, dass auch Amateure arbeiten müssen, wenn sie ihren Sport halbwegs erfolgreich betreiben wollen.

Gautinger SC: Stürmer Sebastian Lebek fehlt die Unterstützung

Vielleicht lief am Anfang auch alles viel zu glatt für das Team aus dem Würmtal. Mit sieben Punkten aus drei Spielen schien es nahtlos an die Leistungen aus der vergangenen Saison anzuknüpfen. Doch dann häuften sich die Niederlagen, weil einige personelle Ausfälle nicht zu kompensieren waren. Dass Lasse Mayer und Moritz Rindermann im Ausland studierten, bekam besonders Sebastian Lebek zu spüren. Der Mittelstürmer und Goalgetter erhielt nicht mehr die Unterstützung, die er benötigte, um sich entscheidend durchzusetzen. Darüber hinaus plagte er sich noch mit Problemen im Knie und Oberschenkel herum. Dass der Torjäger nicht mehr so regelmäßig wie früher knipste, auch wenn er mit bislang neun Saisontreffern bester GSC-Schütze ist, löste eine Kettenreaktion aus. Gauting fehlten einfach die Kisten, um die hohe Zahl der Gegentreffer zu kompensieren. „Wir haben auch früher zwei Tore pro Spiel gekriegt, aber dafür drei geschossen. Das fehlte in diesem Jahr“, stellt Lehner fest.

Lebek blieb nicht der einzige Akteur, der sich mit Blessuren herumplagte. Bereits Anfang August verletzte sich Florian Fichtl im Hinspiel gegen Egenburg schwer am Knie. Weil im Laufe der Runde auch noch andere Spieler mit körperlichen Problemen zu kämpfen hatten, schrumpfte der Kader der ersten Mannschaft immer mehr zusammen. Ende Oktober musste Lehner die Partie in Oberalting sogar absagen, weil zu viele seiner Akteure angeschlagen waren. Er weigerte er sich, um jeden Preis zu spielen: „Das Risiko wollte ich nicht eingehen.“

Gautinger SC: A-Junioren werden an Herrenmannschaft herangeführt

In dieser Phase kam die starke Jugendarbeit beim Sportclub zum Tragen. Sechs A-Junioren füllten den Kader nicht nur auf, sondern deuteten an, dass sie in der Lage sind, auch feste Aufgaben im Team zu übernehmen. „Das ist der Weg, den der GSC als Perspektive hat“, sagt der Trainer. Er hofft darauf, dass sich Torwart André Noske, Nikolas Dreyer, Lukas Aufhauser, Maximilian Köllner, Simon Wirtz und Nikolas Markwitz auch weiterhin positiv entwickeln.

Zusammen mit ihnen will Lehner aus den verbleibenden zehn Spielen noch 15 Punkte holen. Da einige Spieler wieder zum Kader stoßen, dürfte dies kein Problem sein, auch wenn der Coach warnt: „Ich sehe das immer noch als schwierig an.“ Aber vielleicht übernehmen ja alle Gautinger Fußballer im Frühjahr Verantwortung für sich und ihre Mannschaft und lassen sich mal wieder öfter im Training blicken. (Christian Heinrich)

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