Nimmt das Thema Corona sehr ernst: Gautings Fußballtrainer Uwe Lehner stellte es der Mannschaft frei, ob sie die Kreisklassen-Saison zu Ende spielen will. 
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Nimmt das Thema Corona sehr ernst: Gautings Fußballtrainer Uwe Lehner stellte es der Mannschaft frei, ob sie die Kreisklassen-Saison zu Ende spielen will. 

Uwe Lehner: „Man merkt, das Thema kommt näher“

Positiver Testbefund  sensibilisiert und überraschte GSC-Kicker

  • vonChristian Heinrich
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Beim Gautinger SC wurde ein Spieler positiv auf Covid-19 getestet. Alle waren schockiert und Uwe Lehner stellt seinen Spielern frei, ob sie weiter spielen wollen. 

GautingDer Gautinger SC war eine der wenigen Fußballmannschaften, die einen Spieler in ihren Reihen haben, der positiv auf Corona getestet wurde. Weil die Verantwortlichen sofort umfangreiche Maßnahmen getroffen haben, konnte der Kreisklassist bis heute weitere Infektionen innerhalb des Teams vermeiden.

Auf einmal war das Thema mitten in der Kabine. Als sich die Kicker des Gautinger SC im August eher spontan zu einem Corona-Test entschieden hatten, lag plötzlich ein positiver Befund vor. Das Ergebnis sorgte für große Verunsicherung im gesamten Kader, denn es stellte alle bisherigen Erkenntnisse infrage. Entgegen manch optimistischer Annahme erkrankten auch jüngere Menschen am Coronavirus. Die Verantwortlichen des Sportclubs zogen die Konsequenzen und schickten nicht nur die Teamkollegen, die mit dem infizierten Spieler Kontakt hatten, für zwei Wochen in Quarantäne, sondern die gesamte Mannschaft.

Uwe Lehner geht von einem falschen Befund aus

Uwe Lehner stellte im Nachhinein fest, wie Corona für seine Elf konkret wurde: „Man merkt, das Thema kommt näher und ist nicht mehr so weit weg.“ Der Gautinger Trainer musste zusammen mit der Abteilungsleitung einen Plan entwickeln, der Rücksicht auf diese Erfahrung nahm.

Um das Virus fern von der Mannschaft zu halten, musste sich jeder Spieler, der im Sommer aus dem Urlaub zurückkam, zunächst einem Corona-Test unterziehen. Nur bei negativem Befund durfte er das Training wieder aufnehmen. Wie sich herausstellen sollte, infizierte sich kein weiterer Gautinger Kicker mehr mit dem Virus. Auch bei dem Spieler, der zunächst positiv getestet worden war, konnte später kein Covid 19 mehr festgestellt werden. Auch bildete er keine Antikörper aus, was eigentlich der Fall gewesen wäre, wenn er sich mit dem Erreger infiziert gehabt hätte. Er entwickelte später auch keine der bekannten Symptome. „Es ist möglich, dass er sich gar nicht angesteckt hatte.“ Lehner geht inzwischen von einem falschen Befund aus, wie es beispielsweise auch bei FC-Bayern-Star Serge Gnabry der Fall war.

Spieler und Trainer nach dem positiven Befund sensibilisiert

Seine Spieler waren jedoch für das Thema und alle Maßnahmen, welche die Verantwortlichen ergriffen, sensibilisiert. Zunächst stellte der Sportclub allen Akteuren frei, ob sie die Saison in der Kreisklasse fortsetzen wollten oder nicht. Danach pochte der Verein darauf, dass die Spieler während der Trainingspausen den Mindestabstand von eineinhalb Metern einhielten. Außerdem blieben in dieser Zeit die Kabinen tabu, wo die größte Gefahr bestand, sich anzustecken. Nach dem Training fuhren die Fußballer zum Duschen nach Hause. Bei den Auswärtsspielen zogen sie sich auf dem Platz um. Und es ist dem Zufall zu verdanken, dass die Gautinger dabei nie im Regen standen.

„Die Spieler haben Verständnis gezeigt“, sagt Lehner. Die Mannschaft unterstützte alle Maßnahmen mit. Der Trainer arbeitete aber auch immer wieder die Problematik mit seinem Team auf. Die Fußballer bekamen entweder neue Studien an die Hand oder wurden über den Fall einer jungen Frau im Alter von Mitte 20 in Kenntnis gesetzt, die sich infiziert und stark unter den Folgen zu leiden hatte. Auf diese Weise wuchs die Vorsicht, und die Gautinger konnten im Herbst den schlimmsten Fall vermeiden. „Bei uns hat sich niemand deswegen infiziert, weil wir nicht aufgepasst haben“, freute sich Lehner. Sein Team hat die zweite Welle ohne weiteren positiven Befund überstanden. (Christian Heinrich)

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