Halbes Dutzend ohne Schnörkel

- 6:2 - FT Starnberg holt in Burghausen zum Befreiungsschlag aus

VON CHRISTIAN HEINRICH Starnberg - Die FT Starnberg 09 hat sich im Abstiegskampf der Landesliga Süd zurückgemeldet. Sieben Tage nach der Pleite gegen Pipinsried entzauberte der Tabellenvorletzte die Amateure von Wacker Burghausen am Samstag mit 6:2 (3:1). "Es war wieder eine Mannschaft auf dem Platz", lobte Trainer Joe Albersinger seine Fußballer, die sich an der Salzach von zahlreichen Selbstzweifeln selbst befreiten.

Nein, zu beschönigen hatte Joe Albersinger wirklich wenig. In seinen ersten Amtstagen entdeckte der neue Starnberger Trainer nicht nur einige "leistungsunwillige Spieler" in seiner Mannschaft, sondern diagnostizierte obendrein in den Köpfen eine "gewisse Blockade". Schlechte Voraussetzungen für die Partie in Burghausen, möchte man meinen, zumal es schon im Hinspiel eine 0:4-Klatsche setzte.

Aber es kam anders. Die Freien waren von der ersten Minute an hellwach. Schon nach wenigen Sekunden stellte sich heraus, dass Albersinger seinem Team die richtige Betriebsanleitung zugespielt hatte, um die Burghausener Viererkette zu knacken. "Geradlinig, ohne Schnörkel", sah der Coach den ersten wie auch zahlreiche weitere Angriffe seiner Elf laufen, der prompt zum Erfolg führte: Ballgewinn in der Abwehr, Thomas Oberhauser bedient Marco Friedrich, und der zuletzt indisponierte Mittelfeldspieler trifft sofort beim ersten Versuch.

Leider benötigte die Starnberger Abwehr erst eine gewisse Anlaufphase, um sich gegen die gefährlichen Burghausener Stürmer zu sortieren. Thomas Steiger nutzte das Durcheinander mit einem Flachschuss aus 18 Metern zum Ausgleich (5.) und gab damit den Auftakt zu einer ungemütlichen Sturm- und Drangphase, die die Turner aber schadlos überstanden.

"Alle haben gefightet", freute sich Albersinger über die erfolgreiche Gegenwehr, Thomas Oberhauser zweifacher Torschütze die bald auch belohnt wurde. Erst zirkelte Markus Rieger einen Ball aus 18 Metern wunderschön in den gegnerischen Kasten (34.), dann profilierte er sich als genialer Vorbereiter. Mit einem klugen Pass von der Mittellinie hebelte er die gesamte Burghausener Abwehr aus und bediente so Oberhauser, der den herauseilenden SV-Keeper Stefan Niedermayer düpierte (36.). Wacker ließ sich von diesem Doppelschlag nicht entmutigen und drängte nach dem Seitenwechsel mit Macht auf den Anschluss. Bernd Antholzner war in der 51. Minute nahe dran, dieses Ziel zu erreichen, touchierte mit einem Schuss aber nur den Pfosten.

Danach entsannen sich die Starnberger einer Kombination, die schon am Anfang Erfolg gebracht hatte. Oberhauser setzte wieder Friedrich in Szene - 1:4 (55.). Damit noch nicht genug. Beim fünften Starnberger Treffer hatte Oberhauser wieder seine Füße im Spiel, doch dieses Mal als Torschütze nach Pass von Andreas Staude (69.). Selbst die Ergebniskorrektur von Antholzner zum 2:5 (84.), wollten die Freien an diesem Tag nicht kommentarlos über sich ergehen lassen. Der für Oberhauser eingewechselte Christian Lippert zeigte, dass er mehr als ein guter Ersatz ist und machte schließlich das halbe Dutzend voll (86.).

"Das Ganze war sehr zufrieden stellend", präsentierte sich Albersinger recht nüchtern. Seine deprimierende Premiere gegen Pipinsried war längst Vergangenheit.

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