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Zwei Jahre nach seinem schweren Unfall wurde Klaus Trunte bei der Wahl zum Fußballer des Jahres auf Rang zwei gewählt.  

Fußball

Klaus Truntes Leben hing am seidenen Faden

  • Michael Baumgärtner
    vonMichael Baumgärtner
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Diesen Tag wird Klaus Trunte nie vergessen: Genau heute vor 30 Jahren, am 7. Juli 1990, hing das Leben des heute 56-Jährigen am seidenen Faden. In einem Freundschaftsspiel des damaligen A-Klassisten TSV Herrsching gegen den FC Rottach-Egern erlitt der Fußballer fürchterliche Kopfverletzungen.

Herrsching – Was genau war geschehen? Das Spiel war noch keine 20 Minuten alt, da wollte Trunte bei einem langen Abschlag des Rottacher Torhüters den Ball per Kopf aus der Gefahrenzone bugsieren. Roland Pleger, damals Torhüter des TSV Herrsching, hatte die gleiche Idee. Er lief aus seinem Strafraum und prallte mit dem damals 26-Jährigen zusammen. „Ich traf mit voller Wucht mit meinem Gesicht auf seinen Hinterkopf“, erinnert sich der Mittelfeldspieler. Sofort sank er zu Boden. „Ich spürte keine Schmerzen, aber ich hab’ nichts mehr gesehen und kaum noch Luft bekommen“, erzählt Trunte.

Als der Sanka am Platz eintraf, forderten die Rettungssanitäter sofort einen Helikopter an, der den Schwerverletzten ins Krankenhaus brachte. „Im Hubschrauber wurde ich intubiert, da wäre ich beinahe hopsgegangen“, sagt Trunte. Im Klinikum Rechts der Isar stellten die Ärzte dann das vollständige Ausmaß der Verletzung fest. Praktisch das gesamte Gesicht des Mittelfeldspielers war zertrümmert: Schädelbruch, die Augenhöhlen geborsten, das Nasenbein komplett zersplittert. „Mein Gesicht war platt wie eine Wand, mich hat niemand mehr erkannt.“

Mehrere Wochen lag Trunte im Krankenhaus, wurde mehrmals operiert, Platten und 26 Schrauben hielten alles zusammen und sorgten dafür, dass die in Einzelteile zersplitterten Knochen wieder zusammenwuchsen. „Ich hatte noch lange Zeit Kopfweh, und mein Geschmackssinn war ungefähr ein Jahr lang weg“, erinnert sich Trunte. Ansonsten trug er keine Langzeitschäden davon, „außer meine Nase, die ist seitdem krumm und schief.“

Und dennoch hielt er es nicht lange ohne Fußball aus. Knapp ein Jahr nach dem schrecklichen Unfall stand er wieder auf dem Platz. „Anfangs hatte ich noch Angst bei Kopfbällen, aber mit der Zeit hat sich auch das gelegt“, sagt Trunte. Und er war besser denn je. In der Saison 1991/92 wurde er von den Lesern des Starnberger Merkur bei der Wahl zum Fußballer des Jahres hinter seinem Mannschaftskameraden Ralf Veicht sogar auf Rang zwei gewählt. Trunte, der auch rund 20 Jahre Platzwart beim TSV Herrsching war und heute Hallenwart in der Nikolaushalle ist, war berühmt berüchtigt für seine präzisen Vorlagen, die Veicht dann verwertete.

Von Roland Pleger hat Trunte übrigens bis heute nichts mehr gehört. „Er ist nach dem Unfall komplett verschwunden, er hat sich wohl große Vorwürfe gemacht. Aber ich bin ihm nicht böse, das passiert halt beim Fußball.“ 

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