Kapitän tritt auf Euphorie-Bremse

- FT gegen Pipinsried zum Siegen verdammt

Starnberg (hch) - Manchen Menschen wird nachgesagt, dass sie die Fähigkeit besitzen, aus Erfahrung klug zu werden. Vielleicht verwahrte sich Starnbergs Kapitän Holger Schmidtke deshalb gegen die leichte Zufriedenheit, die sich bei der FT nach dem 1:1 in Wolfratshausen breit machte. Zwar freute sich FT-Trainer Klaus Brand mächtig über die Vorstellung seiner Spieler in der zweiten Hälfte ("die Mannschaft hat Charakter gezeigt"), doch Schmidtke blieb Realist: "Eine gute Halbzeit seit drei Wochen sollte man nicht überbewerten." Denn an der Situation der Starnberger hat sich auch nach dem Derby nichts geändert. Sie befinden sich weiterhin in der Abstiegszone der Landesliga Süd und es darf darüber gestritten werden, ob sie in Wolfratshausen einen Punkt für den Klassenerhalt gewonnen oder zwei weitere eingebüßt haben.

Im Endeffekt ist das Remis für die Freien zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Schmidtke wollte sich deshalb auch nicht auf Rechenspiele einlassen, zumal seine Mannschaft aus den verbleibenden 18 Partien mindestens noch neun Siege holen muss, um den Abstieg in die Bezirksoberliga mit Sicherheit zu entgehen. "Es ist eine Minute vor Zwölf", stellte der Kapitän klar.

So drastisch hat die Situation beim Aufsteiger noch niemand auf den Punkt gebracht. Doch die Mahnung ist nötig, zumal seine Mannschaft in der jüngsten Vergangenheit nach Erfolgserlebnissen allzu schnell der eigenen Selbstzufriedenheit erlag. "Es ist nur ein neuer Anlauf", ordnete Schmidtke das Unentschieden gegen BCF in den allgemeinen Saisonverlauf ein. Schon nach den Siegen in Lechhausen, gegen Rain und Markt Schwaben rechneten sie an der Ottostraße mit dem Ende der Leidenszeit, doch die Rückschläge kamen prompt. Deshalb liegt die Freie Turnerschaft weiterhin auf der Intensivstation, die sie im besten Fall erst nach mehreren Wochen wirklich verlassen wird. "Wenn wir am nächsten Wochenende gegen Pipinsried nichts holen, war der Punkt in Wolfratshausen für die Katz", setzt Schmidtke den weiteren Verlauf der Genesung fest. Ein Unentschieden wie gegen den BCF wäre da zu wenig. Das sagt Schmidtke nicht nur die Erfahrung der vergangenen Wochen, sondern auch die eigene Klugheit.

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