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Kaum noch Aufstiegschancen: TSV Gilching II droht Frühjahr voller Langeweile

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Von: Christian Heinrich

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Viele Punkte, aber zu wenige für den Titelkampf hat die TSV-Reserve um Yenal Strauß (Mitte) gesammelt.
Viele Punkte, aber zu wenige für den Titelkampf hat die TSV-Reserve um Yenal Strauß (Mitte) gesammelt. © Weber

Kann die Reserve des TSV Gilching-Argelsried im Aufstiegskampf nochmal mitmischen? Coach Brand fordert eine Siegesserie, glaubt aber nicht an ein Comeback.

Gilching – Es gibt Partien, die einen über eine gesamte Saison hinweg selbst noch im Schlaf verfolgen. Die Begegnung am 12. September beim TSV Fürstenfeldbruck West war so eine für den TSV Gilching-Argelsried II. Das 2:2 beim Tabellenletzten der Kreisklasse 1 war eines von insgesamt nur zwei Unentschieden in der Hinrunde für die Landesliga-Reserve. „Aber wenn wir da zwei Punkte mehr holen, schaut die Sache ganz anders aus“, sagt Trainer Robert Brand.

„Eine gewisse Chance haben wir noch, die Oberen zu ärgern. Wir haben auch die Qualität dazu.“

Robert Brand.

Dabei sieht es eigentlich gut aus für Brand und sein Team. 32 Zähler aus 16 Begegnungen bedeuten einen ausgezeichneten Schnitt. Aber in diesem Jahr reichen sie nicht aus, um ein ernsthaftes Wort bei der Vergabe des Titels mitzureden. Der TSV Oberalting (39), der TSV Geiselbullach (38) und der SC Weßling (37) legten bei der Erfüllung ihrer Hausaufgaben noch mehr Ehrgeiz an den Tag, weshalb einer von ihnen wohl Meister wird, während Gilchings Fußballer nur hoffen können, dass diese Saison so richtig verrückt endet. „Eine gewisse Chance haben wir noch, die Oberen zu ärgern“, meint Brand. „Wir haben auch die Qualität dazu.“

Das lässt sich nicht bestreiten. Die zweite Garde des Landesligisten zerlegte Oberalting mit 3:0 und trotzte Geiselbullach ein 1:1 ab. Die 0:5-Pleite gegen Weßling war ein bitterer Betriebsunfall, der immer mal vorkommen kann. Selbst dem großen FC Bayern München widerfuhr so etwas im Pokal bei Borussia Mönchengladbach. Aber dann gibt es eben noch dieses 2:2 bei Bruck West, einem Gegner, gegen den das Spitzen-Trio Schützenfeste veranstaltete.

TSV Gilching-Argelsried II: Trainer Brand fordert Siegesserie

Dieses Spiel ist deshalb so bedeutsam, weil es die gesamte Runde in drei Abschnitte für den TSV teilt. Die Phase davor, die mit sechs Siegen aus sieben Partien (Auftaktniederlage in Gröbenzell) äußerst ergiebig ausfiel. „Da ging ein Ruck durch die Mannschaft“, so Brand. Doch dann kam jener 12. September, der die Ambitionen seiner Elf nachhaltig dämpfte. Es war zwar keine Wiesn, aber die Gilchinger spielten über vier Wochen meist so, als wären sie zu häufig im Festzelt gewesen. Mit zwei Punkten aus fünf Begegnungen schmierten sie von der Tabellenspitze ab. Einen einmaligen Aussetzer wie gegen Gröbenzell durften sich die Gilchinger leisten, eine ganze Auszeit dagegen nicht, wenn sie ernsthaft um den Aufstieg mitspielen wollten.

Dass sich die Mannschaft wenigstens noch ein Fünkchen Hoffnung bewahrte, lag an Phase drei, in der sie sich wieder ihr ursprüngliches Ziel vergegenwärtigte: Kreisliga. Und so spielte sie auch. Mit Verstärkungen aus der Ersten, die Brand seinem Team bewusst zuführte, gelangen vier Siege in Serie. Ob sich so das Glück zurück an die Talhofstraße zwingen lässt, bleibt eines der großen Geheimnisse der Rückrunde. „Wenn wir auch nur ein Spiel verlieren, spielen wir um die goldene Ananas“, sagt der Coach. Außerdem muss der TSV darauf hoffen, dass sich die Führungsgruppe im direkten Vergleich so neutralisiert, dass Gilching am meisten davon profitiert. Brand: „Am besten wäre es, die spielen immer nur unentschieden gegeneinander.“

TSV Gilching-Argelsried II: Brand glaubt nicht am Comeback im Aufstiegskampf

Wenn das nicht so kommt, und es spricht vieles dafür, droht ein Frühjahr voller Langeweile. Denn selbst die Fortsetzung der Siegesserie mutiert zum Totläufer, wenn die ersten Drei in demselben Rhythmus weitermachen wie bisher. „Wir werden nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben“, sagt Brand. Zumindest dieses Teilziel hat sein Team schon erreicht. Aber wenn er und seine Fußballer ehrlich zu sich sind, dann wissen sie, dass dies nur ein schwacher Trost ist für ein Team mit den besten Voraussetzungen. Aber dafür hätte die Partie gegen Bruck West anders laufen müssen. (CHRISTIAN HEINRICH)

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