Weltklasse hat laut Oberaltings Trainer Thomas Dötsch Torhüter Maximilian Kraus gehalten. Er brachte mit seinen Paraden die Weßlinger zum Verzweifeln. In dieser Szene scheitert Patrick Feicht am Seefelder Keeper.
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Weltklasse hat laut Oberaltings Trainer Thomas Dötsch Torhüter Maximilian Kraus gehalten. Er brachte mit seinen Paraden die Weßlinger zum Verzweifeln. In dieser Szene scheitert Patrick Feicht am Seefelder Keeper.

Oberaltings Torhüter hält im Derby den Sieg fest – Innings dritter Sieg in Serie

Kreisklasse 1: SC Weßling scheitert an Teufelskerl Kraus - Niederlage gegen den TSV Oberalting

  • VonChristian Heinrich
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Während der SV Inning in der Kreisliga 1 die drei Punkte bei sich behält, gewinnen der TSV Oberalting und der VfL Egenburg jeweils ihre Auswärtsspiele.

„Das Spiel hat leider den verkehrten Sieger“, lautete das Fazit von Christian Feicht nach der Niederlage im Spitzen-Derby gegen den TSV Oberalting. Der Weßlinger Trainer war von seiner Mannschaft stark beeindruckt, die sich zahlreiche Chancen erwirtschaftete, aber zu wenig aus ihren Möglichkeiten machte. Das war auch der überragenden Leistung von Maximilian Kraus geschuldet, der zum großen Rückhalt der Seefelder avancierte. „Er hat hervorragend gehalten“, erkor Feicht den gegnerischen Keeper zum Spieler der Begegnung. Thomas Dötsch ging in seiner Beurteilung noch ein paar Dimensionen weiter. Als „Weltklasse“ bezeichnete der Oberaltinger Übungsleiter die Darbietung seines Torwächters. „Ohne ihn hätten wir das Spiel mit großer Sicherheit verloren.“ Für Dötsch wäre ein Unentschieden allerdings das gerechte Ergebnis gewesen. Es hätte aber auch richtig doll ausgehen können. „8:6, wenn alles reingeht“, fand der Coach.

Das gute Drittel der insgesamt 300 Zuschauer, die bei Anpfiff noch nicht rechtzeitig auf ihren Plätzen waren, verpassten gleich die Oberaltinger Führung durch Jean-Luca Dötsch. Der Treffer war die perfekte Ouvertüre für ein Derby, das nicht nur viele Emotionen, sondern auch spektakuläre Aktionen und reichlich Spannung bot. „Das war Werbung für den Kreisklassen-Fußball“, sagte Feicht. Weßling reagierte keinesfalls geschockt, sondern wütend. Bereits nach einer Viertelstunde schaffte Patrick Feicht den Ausgleich. Dann spielte sich Murat Tekeli in den Vordergrund. Doch der Oberaltinger traf Mitte der ersten Halbzeit nur den Pfosten. Marius Sturm konnte dies nicht auf sich sitzen lassen und zwang TSV-Keeper Maximilian Kraus zu einer Glanzparade. Ruhe bekam der Torsteher bis zur Pause keine mehr, aber auch der Kasten seines Gegenübers Johannes Urban geriet immer wieder in Gefahr.

Der nächste Treffer fiel erst nach der Pause. Wieder zeigte die Uhr erst wenige Minuten an, als Murat Tekeli erneut die Gäste in Front brachte. Der Sportclub konterte in der 68. Minute. Als Sturm allerdings vor dem gegnerischen Strafraum gefoult wurde, schnappte er sich wie in all den Spielen zuvor den Ball und verwandelte den fälligen Elfer sicher zum längst überfälligen 2:2. „Da habe ich gedacht, es ist der Zeitpunkt, wo sich das Spiel zu unseren Gunsten dreht“, räumte Feicht ein.

„Es ging weiter, rauf und runter“, schwärmte Dötsch von beiden Kontrahenten. Sechs Minuten vor dem Abpfiff zirkelte Ritvan Maloku einen Freistoß in den Kasten von Johannes Urban. Als der Sportclub alles riskierte, fing er sich nach einem Konter in der zehnten Minute der Nachspielzeit noch das 2:4 durch Roman Hüttling ein. Kurz zuvor hatte Kraus mit einer weiteren Monster-Parade sein Team vor dem erneuten Ausgleich bewahrt.

Tore: 0:1 Dötsch (3.), 1:1 P. Feicht (14.), 1:2 Tekeli (47.), 2:2 Sturm (68./FE), 2:3 Maloku (84.), 2:4 Hüttling (90.+10)

Als sich in der Pause sein Amtskollege Franko Berglmeier bei Robert Brand entschuldigte, wusste er, was es geschlagen hatte. „Es ist geil“, sagte der Egenburger Coach zum Trainer der Gilchinger Reserve, „wir werden an die Wand gespielt und führen 3:0.“ Brand wollte dies nicht großartig kommentieren, denn nach einer knappen halben Stunde hatte er wohl die schlimmsten zehn Minuten in dieser Saison erlebt. Zunächst verwandelte Alessandro Szczepurek in der 24. Minute einen Foulelfmeter, den Paul Lindermeier verursacht hatte, als er sich den Ball selbst an die Hand schoss. Nur zwei Minuten später durfte der Schütze abermals zum Kreidepunkt schreiten, um sein Werk zu verrichten. Dieses Mal stand TSV-Keeper Michael Suck mit einem Fuß außerhalb des Strafraums, als er den Ball fing. Während dieser Pfiff noch regelkonform war, war die erste Entscheidung nach der neuen Handregel mehr als diskutabel. Die Aufregung über den Doppelschlag hatte sich noch nicht gelegt, da markierte Maximilian Berglmeir noch das 3:0 nach einer Standardsituation, wo Suck keine glückliche Figur machte. Seine Kicker setzten fortan alles daran, um das Unglück und Unrecht wieder gut zu machen. Doch selbst die besten Chancen gingen nicht hinein. Zu allem Überfluss erhöhte Johannes Zech gleich nach Wiederanpfiff auf 4:0. Wieder nach einem Standard, als die Gilchinger Verteidigung nicht gut postiert war. Armando Kokic blieb es vorbehalten, ein wenig Ergebniskosmetik zu betreiben. „Wir sind immer noch dabei“, wertete Brand die Niederlage nicht zu dramatisch. Was ihm Sorgen bereitet, ist eher die Flaute im Angriff.

Tore: 0:1 Szczepurek (24./FE), 0:2 Szczepurek (26./FE), 0:3 Berglmeir (34.), 0:4 Zech (50.), 1:4 Kokic (74.)

Gelb-Rot: Zellermann/TSV (86., wiederh. Foulspiel)

In der 37. Minute entschied sich die Partie in Inning. Als sich zwei Germeringer beim Ausführen eines Freistoßes 25 Meter vor dem eigenen Gehäuse uneins waren, spitzelte Lukas Frickenstein dazwischen. Marko Bajic konnte den Inninger nur auf Kosten einer Notbremse vom Alleingang abhalten. Schiedsrichter Yunis Widholz sanktionierte das Foul mit Rot. Als ein weiterer Germeringer dann noch den Referee beleidigte, durfte auch er vorzeitig zum Duschen. „In 20 Sekunden waren die um zwei Spieler dezimiert“, stellte Peter Rothamel fest. Zur Erleichterung des kommissarischen Abteilungsleiters wusste sein Team etwas mit dem numerischen Vorteil anzufangen. Kurz vor der Pause erzielte Xaver Scheidl, der Mitte der ersten Hälfte schon einen Elfer verschossen hatte, das erlösende 1:0 für die Platzherren. Als die Inninger kurz nach der Pause Maximilian Steininger brachten, erhielt ihr Spiel über die Außen noch mehr Schwung. Steininger bereitete dann auch das 2:0 durch Benedikt Schmid vor und holte einen weiteren Elfmeter heraus, den Scheidl dieses Mal verwandelte. Den Schlusspunkt setzte Christian Baumgartner mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze. (Christian Heinrich)

Tore: 1:0 Scheidl (43.), 2:0 Schmid (56.), 3:0 Scheidl (62./FE), 4:0 Baumgartner (86.)

Rote Karte: Bajic (Notbremse/37.), Unbekannt (Schiedsrichterbeleidigung/37.)

Bes. Vorkommnisse: Xaver Scheidl verschießt Foulelfmeter (23.)

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