1. Startseite
  2. Sport
  3. Amateurfußball
  4. Landkreis Starnberg

Kreisklasse 1: Top-Trio gibt sich keine Blöße - Oberalting und Weßling bleiben dran

Erstellt:

Von: Christian Heinrich

Kommentare

Gratulation zum 2:0: Yannick Neurath (l.) begückwünscht seinen Weßlinger Mannschaftskameraden Luis März-Vorisek zu seinen Treffer gegen den SV Germering.
Gratulation zum 2:0: Yannick Neurath (l.) begückwünscht seinen Weßlinger Mannschaftskameraden Luis März-Vorisek zu seinen Treffer gegen den SV Germering. © Dagmar Rutt

Die Spitzenteams in Kreisklasse 1 marschieren im Gleichschritt. Wobei sich Innings Abteilungsleiter wundert, dass Geiselbullach oben mitspielt.

TSV Geiselbullach – SV Inning 2:0 (1:0) Tore: 1:0 Thurner (FE/32.), 2:0 Sar (70./ET)

Enttäuscht von der Vorstellung des Tabellenführers zeigte sich Peter Rothamel. „Ich bin ein bisschen überrascht, dass man mit so einer Art von Fußball oben mitspielen kann“, wunderte sich der kommissarische Abteilungsleiter des SV Inning. In einer glanzlosen Partie erspielte sich Geiselbullach keine einzige echte Möglichkeit und profitierte bei seinen beiden Treffern von zwei Standardsituationen. Beim 1:0 kam dem TSV ein Strafstoß zugute, den Innings Keeper Alexander Hein verursachte, als er beim Herauslaufen einen gegnerischen Angreifer zu Fall brachte. „Aus meiner Position muss man den nicht geben“, erklärte Rothamel. Felix Thurner nahm den Elfmeter gerne an und verwandelte sicher. Das zweite Gegentor resultierte aus einem Eigentor von Constantin Sar, der nach einem Freistoß des Gegners den Ball in die eigenen Maschen bugsierte. Bei aller Kritik am Branchenprimus war nicht zu verhehlen, dass bei den Inningern zwar der Einsatz stimmte, sie sich aber auch keine einzige Möglichkeit erwirtschafteten.


TSV Oberalting-Seefeld – TSV Alling 6:0 (4:0) Tore: 1:0, 2:0 Ritvan Maloku (4., 20.), 3:0 Schütz (34.), 4:0 Ritvan Maloku (36.), 5:0 Schütz (60.), 6:0 Remzi Maloku (80.)

„Es wird ein Dreikampf bis zum Schluss.“ So lautet die Prognose von Thomas Dötsch, was das Titelrennen in der Kreisklasse 1 betrifft. Die Mannschaft des Oberaltinger Trainers trug ihr Möglichstes dazu bei, dass der Wettstreit mit Geiselbullach und Weßling weiterhin vollkommen offen bleibt. Beim 6:0-Erfolg über Alling sahen sich die Seefelder aber vor keine allzu großen Herausforderungen gestellt. Weil die Gäste auf acht Stammkräfte verzichten mussten, suchten sie ihr Heil allein in der Defensive und wagten sich nicht über ihre Hälfte hinaus. „Das Ganze war nur auf Schadensbegrenzung angelegt“, stellte Dötsch fest. „Wir hatten gefühlt 95 Prozent Ballbesitz.“ Weil Ritvan Maloku bereits nach vier Minuten den Allinger Abwehrriegel knackte, geriet die Auseinandersetzung mit Alling zu einer Übung der entspannten Art. Bis zum Ende der ersten Halbzeit legte Maloku noch zwei weitere Treffer nach. Und weil zwischenzeitlich auch Marcel Schütz einnetzte, geriet das Ganze früh zum Schützenfest. Nach Wiederbeginn büßte der ehemalige Kreisligist etwas von seiner Effektivität ein. Aus einer Vielzahl von Chancen verwerteten nur noch Schütz und Remzi Maloku ihre Möglichkeiten. Der einzige Kritikpunkt des Trainers lautete dann auch: „Wir hätten noch das eine oder andere Tor mehr schießen können.“

SC Weßling – SV Germering 7:0 (3:0) Tore: 1:0 Prammer (34.), 2:0 März-Vorisek (42.), 3:0 Prammer (43.), 4:0 Waechter (51.), 5:0 Huber (57.), 6:0 P. Feicht (72.), 7:0 Waechter (77.)Gelb-Rot: Avci/SVG (45.+2, wiederh. Foulspiel)

Christian Feicht wunderte sich selbst, dass seine Fußballer auf dem eigenen Geläuf einen passablen Auftritt hinlegten. „Der Platz befindet sich in einem katastrophalen Zustand“, schimpfte der Weßlinger Trainer. „Das ist mittlerweile eine Buckelpiste.“ Anfang November ist vom Weßlinger Rasen jedenfalls nicht mehr viel übrig, weil alle Mannschaften des Sportclubs darauf herumrutschen. Und so brauchte der Tabellenzweite der Kreisklasse 1 mehr als eine halbe Stunde, bis er sich den Gegner zurechtgelegt hatte. Der hatte zahlreiche Verletzte zu beklagen und wagte sich kaum über die eigene Hälfte hinaus. Doch irgendwann wurde der Druck des Sportclubs zu groß. Tim Oliver Prammer brach nach 34 Minuten den Bann. Luis März-Vorisek und erneut Prammer machten bereits vor der Pause alles klar. Da der Gegner zu allem Überfluss noch Buhan Avci wegen Gelb-Rot einbüßte, hatten die Platzherren im zweiten Durchgang leichtes Spiel. Robin Waechter (2), Benedikt Huber und Patrick Feicht schraubten mit ihren Treffern die Weßlinger Bilanz auf sieben Siege in Serie und 43:2-Tore. Feicht wollte den Erfolg nicht allzu hoch hängen: „Es war ein Pflichtsieg.“ Nicht nur wegen der Platzverhältnisse, sondern auch wegen zahlreicher verletzter oder angeschlagener Spieler musste seine Mannschaft kräftig ackern.

TSV Fürstenfeldbruck – Gautinger SC 0:4 (0:2) Tore: 0:1 Feser (16.), 0:2 Schwarzenbach (22.), 0:3 Diao (73.), 0:4 Lebek (79.)

Mehr als der existenziell wichtige 4:0 (2:0)-Erfolg seiner Fußballer beim TSV Fürstenfeldbruck West imponierte Trainer Uwe Lehner ihr ausgeprägter Gemeinschaftssinn. Weil sich Stammkeeper Max Müller im Training verletzt hatte und sich nicht hundertprozentig fit fühlte, setzte er sich lieber auf die Bank und überließ Jonas Duchon den Vortritt. „So ein Verhalten ist sensationell“, lobte der Coach Müller für seine Einstellung. In der aktuellen Situation hätten die Gautinger kein besseres Beispiel finden können, was es bedeutet, sich ganz im Sinne der Mannschaft aufzuopfern. Und so spielten und kämpften sie dann auch in einer Begegnung, in der nicht nur drei Punkte auf dem Spiel standen, sondern auch das weitere Schicksal einer verunsicherten Elf. Zwar musste der Sportclub in der ersten Hälfte einige knifflige Situationen überstehen, doch nach einer Viertelstunde flößte Julian Feser mit dem 1:0 seinen Mitstreitern neues Selbstbewusstsein ein. Als kurz darauf noch Leon Schwarzenbach den Vorsprung erhöhte, hatten erst einmal die Brucker zu knabbern. Da aber auch der TSV den Bock im Abstiegskampf endgültig umschmeißen wollte, setzte er nach der Pause weiter auf Offensive. Glück hatte der Sportclub, als der Schiedsrichter ein Foulspiel von Duchon nach außerhalb des Strafraums verlagerte und den Keeper von einer Roten Karte verschonte. Moussa Diao und Sebastian Lebek machten schließlich alles klar.

TSV Gilching-Argelsried II – 1. SC Gröbenzell 3:2 (2:2) Tore: 0:1, 0:2 Wiesmayer (4., 8.), 1:2 Mehr (22.), 2:2, 3:2 Kraus (31., 54.) – Gelb-Rot: Kraus/TSV (78., wiederh. Foulspiel)

Aberglaube gehört zum Fußball dazu, auch an Halloween. Weil Kassier Volker Staude seinem Team neue Bälle spendierte, war Robert Brand optimistisch, dass sich seine Kicker im Verfolgerduell mit dem 1. SC Gröbenzell durchsetzen würden. „Mit neuen Bällen haben wir noch nie verloren“, weiß der Trainer der Gilchinger Reserve zu berichten. Allerdings wurde dieser Glaube auf eine schwere Probe gestellt, da Tobias Wiesmayer in der Anfangsphase gleich doppelt für die Gäste traf. Einmal profitierte er nach einer abgewehrten Ecke von einem Fuß, der seinen Schuss unhaltbar ins Gilchinger Gehäuse abfälschte. Und dann vollendete er einen Konter, den seine Mannschaft nach einer Ecke des TSV inszeniert hatte. „Da haben wir erst einmal ein bisschen geschaut“, sagte Brand. Der Rückstand fuhr seinen Spielern wie ein Schreck in die Kleider. Allerdings erholten sie sich schnell wieder davon und schafften durch Aya Jahangiri Mehr bald den Anschluss. Nach einem Zuspiel von Sebastian Kraus vernaschte er drei Gegenspieler und schloss nervenstark ab. Keine zehn Minuten später standen die beiden Protagonisten erneut im Mittelpunkt. Nach einem Foul an Mehr versenkte Kraus den fälligen Freistoß. Weil die Gilchinger unbedingt den Abstand zum Spitzentrio der Kreisklasse 1 nicht abreißen lassen wollten, legten sie nach der Pause weiter nach. Kraus versenkte seinen zweiten Freistoß zum 3:2. So viel Gefühl hätte Brand auch Anton Michl gewünscht, der zweimal in aussichtsreicher Situation scheiterte. Aber nicht jeder kann mit neuen Bällen etwas anfangen. (hch)

Auch interessant

Kommentare