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Auch der ASV Antdorf Coach Hans-Peter Oswald muss sich vor Gericht wegen Schiedsrichterbeleidigung verantworten. 

Alle Zeugen und Beschuldigten wurden angehört

Höhenrain gegen Antdorf: Das Urteil ist noch nicht gesprochen

Bei dem Skandalspiel zwischen dem FSV Höhenrain und dem ASV Antdorf kam es nach dem Abpfiff zu Tumulten auf dem Platz.

Die Zeugen und Beschuldigten sind gehört, das Urteil ist aber noch nicht gefällt. „Das wird erst in den nächsten ein bis zwei Wochen der Fall sein“, kündigte Franz Roth an. Der Beisitzer beim Kreis-Sportgericht verhandelte zusammen mit seinen Kollegen Franz Pölt und Werner Schmidhuber am Mittwochabend die Vorfälle bei der Kreisklassenpartie zwischen dem FSV Höhenrain und dem ASV Antdorf.

Beim sogenannten Skandalspiel am 10. November kam es nach dem Abpfiff zu Tumulten auf dem Platz, des Weiteren wurde im Kabinentrakt ein Höhenrainer Kicker von einem Antdorfer niedergeschlagen, was der wiederum bestreitet (wir berichteten). Außerdem mussten sich sowohl Antdorfs Trainer Hans-Peter Oswald, der bei der Verhandlung fehlte, aber eine schriftliche Stellungnahme abgab, als auch sein Spieler Nikola Spasic wegen Schiedsrichterbeleidigung verantworten.

Da es sich noch um ein laufendes Verfahren handelt, enthielt sich das Sportgericht eines Kommentars zu der einstündigen Sitzung. Auch Anton Panholzer verzichtete auf eine Stellungnahme: „Ich möchte dazu nichts sagen, solange kein Urteil gesprochen ist“, erklärte der ASV-Vorsitzende. Wesentlich gesprächiger war Christian Feirer. Dem Höhenrainer Klubchef kam es vor allem darauf an, die Behauptung von Referee Vitus Waibel zu entkräften, der in seinem elektronischen Spielbericht die Ereignisse nach dem Abpfiff als „mittelschwere Massenschlägerei“ beschrieben hatte. Feirer interpretierte die Auseinandersetzung als „Rudelbildung“, an der ungefähr zwei Dutzend Spieler und Zuschauer beteiligt gewesen seien. „Wenn zehn bis 15 Leute mit den Fäusten aufeinander losgehen, dann ist es für mich eine Massenschlägerei“, lautete Feirers Definition.

Schiedsrichter: Vorfälle waren mehr als nur Rudelbildung

Der FSV-Boss legte großen Wert darauf, dass die Offiziellen beider Vereine darum bemüht gewesen seien, die Streitigkeiten zu schlichten. Waibel schloss sich Feirers Begriffsdeutung nicht an. „Das war für mich keine Rudelbildung mehr“, stellte der Referee klar, da er „ein heftiges Stoßen“ von den Beteiligten beider Seiten wahrgenommen hätte. Der Unparteiische wies außerdem das Sportgericht darauf hin, dass ihn Panholzer vor der Verhandlung angerufen und gebeten hatte, den Begriff der „mittelschweren Massenschlägerei“ zu korrigieren. „Ich habe gesagt, dass es nicht geht, dass man einen Zeugen in einem laufenden Verfahren beeinflussen will“, so Waibel, der sich vor dem Gericht gegen den Versuch des ASV-Chefs verwahrte.

Weniger kontrovers verlief die Befragung zu den Vorfällen im Kabinentrakt. „Da hat sich nichts Neues ergeben“, so Feirer. Die Polizei schließt inzwischen aus, dass ein Dritter an der Auseinandersetzung zwischen den beiden Fußballern beteiligt war. Das Opfer, das einen Schlag auf dem Kopf wahrgenommen haben will, hatte den Täter erkannt. Waibel, der als einer der ersten zum Tatort kam, ergänzte die Faktenlage um ein weiteres Detail: „So schlimm war das doch gar nicht“, soll der Antdorfer zu ihm gesagt haben, und „ich habe gar nichts gemacht“.

Der Beschuldigte bestritt jedoch, den ersten Teil seiner Aussage getroffen zu haben. Der Höhenrainer hatte in der Schlussphase der Begegnung den 25-Jährigen mit einer Affengeste provoziert, wofür er die gelbe Karte sah. Das Sportgericht sah diese Entscheidung als berechtigt an und wies Panholzers Forderung nach Rot ab. Der legte dar, dass der spätere Täter Ausländer sei und deshalb ein Fall von Rassismus vorliege. Auch Panholzers Argumentation, der Referee habe die Antdorfer Bank beleidigt, als er zu den lamentierenden Betreuern und Spielern sagte, „es war früher mal Männerfußball“, konnten die Sportrichter nichts abgewinnen.

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