Mehr Ballbesitz hatten die Gilchinger um Patrick Zellermann (r.) – hier im Duell mit Simon Wirtz. Auch das machte gegen Gauting den Unterschied.
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Mehr Ballbesitz hatten die Gilchinger um Patrick Zellermann (r.) – hier im Duell mit Simon Wirtz. Auch das machte gegen Gauting den Unterschied.

Oberalting verliert in Geiselbullach

Kreisklasse 1: Gilching-Reserve kassiert Kabinen-Donnerwetter - Weßling mit drei Elfern zum Sieg

  • VonChristian Heinrich
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Der TSV Gilching-Argelsried siegt nach einem Halbzeitgewitter gegen Gauting. Der SV Inning zeigt sich engagiert wie nie. Die Kreisklasse 1 kompakt.

TSV Geiselbullach – Oberalting-Seefeld 1:0 (0:0) Tor: 1:0 Bründl (53.) – Rote Karte: Held/Geiselbullach (45.)

Auch die Oberaltinger Kicker konnten den Lauf des TSV Geiselbullach nicht aufhalten. Der Tabellenführer der Kreisklasse 1 behauptete sich gegen den Absteiger aus der Kreisliga knapp mit 1:0 und baute seine Serie auf sieben Siege in Folge aus. Selbst die Seefelder, die in fünf Begegnungen 21 Mal getroffen hatten, schafften es nicht, die Abwehr des Spitzenreiters zu überwinden. „Es war ein Spitzenspiel“, bilanzierte Oberaltings Trainer Thomas Dötsch. Dabei agierte Geiselbullach die gesamte zweite Halbzeit nur mit zehn Mann, da Stefan Held in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit Rot vom Platz geflogen war. Der Geiselbullacher Keeper hatte nach einem Konter der Gäste die Notbremse gezogen. Beide Mannschaften holten sich zusammen neun gelbe Karten ab, weil so verbissen, aber stets im erlaubten Rahmen gekämpft wurde. „Es war richtig toll“, lobte Dötsch beide Teams für ihr Zweikampfverhalten.

Doch den einzigen Wert, der in der Statistik wirklich zählt, verbuchten die Geiselbullacher nach 53 Minuten. Lukas Bründl stellte nun schon zum achten Mal in dieser Saison seine Torjäger-Qualitäten unter Beweis und bescherte seinem Team drei eminent wichtige Zähler im Duell gegen einen Mitfavoriten um den Aufstieg. „Er ist einfach eine Maschine“, sagte Dötsch. Bründl war zur Stelle, als sich Oberaltings Keeper Maximilian Kraus seinen einzigen Lapsus leistete. Bei einem Rückpass war er gedanklich nicht bei der Sache und nahm den Ball mit den Händen auf. Der daraus resultierende indirekte Freistoß landete in seinem Kasten. Obwohl Oberalting die zweiten 45 Minuten in Überzahl agierte, dominierten sie das Geschehen nicht. Vor allem Bründl beschäftigte die Oberaltinger mehr als ihnen lieb gewesen ist.


SC Weßling – VfL Egenburg 4:1 (1:0) Tore: 1:0 Sturm (38., Foulelfmeter), 2:0 Wächter (57.), 3:0 Sturm (79., Foulelfmeter), 3:1 Berglmeir (87.), 4:1 Feicht (89., Foulelfmeter)

„Es war ein hochverdienter Sieg“, resümierte Weßlings Trainer Christian Feicht nach dem Spiel seiner Weßlinger gegen den VfL Egenburg. Allerdings sah er so manches, was ihn vor dem Spitzenspiel am kommenden Wochenende ins Grübeln brachte. „Wenn wir in Geiselbullach etwas holen wollen, müssen wir uns schon noch steigern.“ Der Sportclub legte gegen Egenburg furios los. Zunächst hatte Marius Sturm eine gute Gelegenheit. Dann prallte eine verunglückte Flanke von Patrick Feicht ans Quergebälk. Sturm traf kurz darauf den Pfosten. Sein dritter Versuch war aber drin. Nach einem Foul an ihm schnappte er sich den Ball und verwandelte den fälligen Strafstoß selbst.

Nach Wiederanpfiff belohnte Robin Wächter die Bemühungen der Weßlinger mit dem 2:0. Die Vorlage hatte Patrick Feicht geleistet. Elf Minuten vor dem Ende durfte Sturm zum zweiten Mal seine Qualitäten vom Elfmeterpunkt demonstrieren. Wie beim ersten Versuch behielt er auch dieses Mal die Nerven. Nach einer Unachtsamkeit in der Weßlinger Abwehr betrieb Maximilian Berglmeir mit dem 1:3 Ergebniskosmetik. Den dritten Elfer des Tages nach Foul an Sturm verwandelte Patrick Feicht.

1. SC Gröbenzell – SV Inning 0:2 (0:1) Tore: 0:1 Baumgartner (10.), 0:2 Sar (90. + 3)

Alles eine Frage der Einstellung: Die Inninger Kicker zeigten in Gröbenzell die geforderte Reaktion und fuhren mit dem 2:0-Sieg die ersten drei Punkte in dieser Saison ein. Nach dem Trainer-Beben am Ammersee war zunächst alles ein wenig provisorisch auf der Bank des Sportvereins. Michael Stürzer fungierte als Trainer für den zurückgetretenen Mathias Müller. An seiner Seite hatte er als neuen Assistenten Christian Gäch, der Bruno Leitmeier ablöste. Als kommissarischer Abteilungsleiter nahm Peter Rothamel die Zügel in die Hand, denn Spartenchef Markus Spiewok hatten seinen Posten ebenfalls gekündigt. Das neue Gespann sah eine Inninger Mannschaft, die sich so engagiert wie noch nie in dieser Saison präsentierte. Bereits nach sieben Minuten gingen die Gäste durch Xaver Scheidl in Front. Kurze Zeit später liefen sie Gefahr, den Vorsprung wieder zu verspielen. Doch Innings Keeper Lukas Welzmüller entschärfte einen Strafstoß der Platzherren, den er selbst verursacht hatte. Danach verlief die Begegnung deutlich ruhiger. Inning überließ den Gastgebern die Initiative, die sich aber kaum Möglichkeiten erwirtschaften konnten. In der Nachspielzeit schloss Constantin Sar einen Konter zum 2:0 ab. „Die Mannschaft hat bis zur letzten Minute alles gegeben“, lobte Rothamel sein Team.


TSV Gilching- A. II – Gautinger SC 3:2 (1:2) Tore: 1:0 Buckl (1.), 1:1 Dietzel (24.), 1:2 Schwarzenbach (31.), 2:2 Hornung (51., Foulelfmeter), 3:2 Schmidt (59.)

So richtig freuen wollte sich Robert Brand nach dem 3:2-Derby-Sieg dann doch nicht. „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht“, sagte der Gilchinger Trainer. Er ärgerte sich, dass ihn seine Mannschaft mal wieder auf die Folter gespannt hatte. Dabei hatte alles optimal begonnen. Gleich der erste Angriff im Heimspiel gegen Gauting führte zum ersten Treffer durch Eric Buckl. Da war nicht einmal eine Minute gespielt. Aber danach hatten die Gilchinger laut Brand „den Kopf nicht mehr dort, wo sie ihn haben sollten“. Zunächst schoss Keeper Markus Zechner einen kapitalen Bock. „Der will Manuel-Neuer-mäßig spielen und verzockt sich“, grantelte der Coach. Sebastian Dietzel nahm das Angebot genauso gerne an wie kurze Zeit später Leon Schwarzenbach seine Chance. „Da bist du der Depp und musst hinterherlaufen“, schimpfte Brand nach dem 1:2-Rückstand.

Immerhin fand er in der Kabine die richtigen Worte („Da hat es ein kleines Donnerwetter gegeben“), die seinen Fußballern Beine machten. Nach Foul an Yasar Dayik markierte Lukas Hornung den Ausgleich. Kurz darauf ließ Lukas Schmidt das 3:2 folgen. Der Gilchinger ließ erst einen Gautinger aussteigen und schob die Kugel dann einem zweiten durch die Beine. SC-Trainer Uwe Lehner räumte eine verdiente Niederlage ein: „Gilching war in der zweiten Halbzeit überwiegend am Ball.“ Er wies jedoch daraufhin, dass er an diesem Wochenende insgesamt nur acht Spieler aus dem gesamten Kader der ersten und zweiten Mannschaft zusammenbrachte, der noch von fünf A-Jugendlichen ergänzt wurde. Allen machte Lehner ein großes Kompliment für ihre Einsatzfreude und Einstellung: „Die Jungs haben sich richtig gut reingehauen.“ (hch)

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