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Endlich wieder auf dem Fußballplatz kicken konnten die Landesliga-Spielerinnen des MTV Dießen wie Andrea Eigler (l.) und Carolin Bader.

Pioniere vom Ammersee

Damen des MTV Dießen trainieren als eines der ersten Teams im Landkreis wieder - Herren ziehen nach

Die Landesliga-Fußballerinnen des MTV Dießen nehmen als eine der ersten Mannschaften ihren Trainingsbetrieb wieder auf. Auch die Herren ziehen nach.

Dießen – Zwei Monate lang durften Fußballmannschaften wegen der Corona-Krise nicht auf den Rasen – so natürlich auch die Landesliga-Damen des MTV Dießen. „Eine grausame Zeit“, sagt Trainer Nico Weis. Die ist für seine Fußballerinnen zum Glück seit knapp einer Woche vorbei: Am Sonntag fand das erste Training nach der langen Zwangspause statt. Damit gehörten die MTV-Damen zu den ersten Teams im Landkreis, die den Trainingsbetrieb wiederaufnahmen. „Wir waren sozusagen die Dießener Pioniere“, sagt Weis, denn die Herren des MTV folgten erst zwei Tage später.

Auch wenn die aktuelle Saison frühestens im September fortgesetzt werden soll, erlaubte der Bayerische Fußballverband (BFV) vor knapp zwei Wochen, dass Amateurmannschaften ihr Training wieder aufnehmen dürfen – ein umfangreiches Hygienekonzept und strenges Abstandhalten vorausgesetzt.

Dießener Damen halten sich an die Hygienevorgaben

So ist unter anderem die Benutzung der Kabinen untersagt, genauso Duschen oder Schuheputzen. Auf dem Platz dürfen höchstens 20 Personen gleichzeitig trainieren, die Übungseinheiten müssen kontaktlos mit einem Mindestabstand von 1,5 Meter und in maximal fünf Spieler großen Gruppen absolviert werden. Bälle dürfen nicht in die Hand genommen werden, das Trainingsmaterial und bewegliche Tore dürfen nur vom Coach bereitgestellt und bewegt werden.

Das sorgt für ein völlig neues Trainingsgefühl. In Dießen ging das schon bei der Ankunft am Sportplatz los. Hände desinfizieren war als Erstes angesagt. Dafür sorgte Spielführerin Maria Breitenberger, die bei der ersten Einheit nach Corona als Co-Trainerin agierte und nur ganz kurz selbst am Ball war. Eine Handverletzung zwingt die Kapitänin zur Pause. Trotzdem schnürte Breitenberger ihre Fußballschuhe – sie wirft so schnell nichts um.

Passen und Torschuss stehen auf dem Programm

13 Fußballerinnen kamen zum „Restart“ nach Dießen. „Schön, mal wieder andere Gesichter zu sehen“, sagte Andrea Eigler aus dem Inninger Ortsteil Buch erfreut und sprach damit aus, was auch ihre Teamkolleginnen dachten. Nach dem Training zu Hause durften sie endlich wieder den Ball auf dem Rasenplatz laufen lassen. Sie übten in Vierergruppen auf dem Hauptplatz in drei exakt abgesteckten Vierecken.

Torhüterin Darinka Kaden arbeitete derweil mit Torwarttrainer Günter Schindhelm. Es folgten Torschussübungen auf dem Trainingsplatz mit klarer Ansage vom Coach: „Nehmt die Bälle mit, aber nicht mit der Hand.“ Nach gut eineinhalb Stunden war die erste Einheit nach neun Wochen vorbei.

„Riesenspaß“ - und doch die Sehnsucht nach Normalität

„Hat natürlich Riesenspaß gemacht“, resümierte Torjägerin Andrea Bichler. Auch der Trainer war zufrieden – obwohl der Platz noch in keinem optimalen Zustand ist. „Für das erste Mal haben wir es super hingekriegt. Die Mädels waren total diszipliniert, waren froh, dass sie mal raus konnten aus den eigenen vier Wänden“, sagte Coach Weis. „Man hat gesehen, dass sich jeder total gefreut hat, endlich wieder den Ball am Fuß zu haben – und ihn aufs Tor zu bolzen. Jetzt hoffe ich aber, dass sich bald was ändert, vier Monate will ich ohne Kontakt nicht trainieren.“

Auch seine Spielerinnen hoffen auf eine langsame Rückkehr zur Normalität. „Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass ich nach dem Training ungeduscht nach Hause fahren muss“, so Andrea Eigler. Übrigens: Der Dießener Sportplatz und die Soccerbox sind nach wie vor für Freizeitsportler gesperrt.

Herren des MTV Dießen ziehen zwei Tage später nach

„Ich habe mich sehr gefreut, die Spieler nach zwei Monaten wieder live zu sehen und nicht nur auf dem Bildschirm“, sagte Philipp Ropers, Trainer der Herren und der U19 des MTV Dießen. Am Dienstag – und damit zwei Tage nach den Damen – nahm Ropers den eingeschränkten Trainingsbetrieb mit seinen beiden Teams wieder auf.

„Was Trainingsorganisation und -inhalte angeht, ist es sicherlich etwas anderes“, sagte der 26-Jährige nach den Einheiten. Er habe sich mehr Gedanken als sonst machen müssen, um allen Regeln gerecht zu werden. Auch der Aufbau sei aufwendiger gewesen. Dennoch sieht Ropers positive Aspekte: „Gerade im technischen Bereich – Passspiel, Torabschluss – und auch in kleinen Wettkämpfen kann man mit dem gebotenen Abstand das eine oder andere trainieren.“

„Das ist besser, als alleine durch den Wald zu joggen“

Bei den Spielern kam die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs gut an. Zwölf A-Junioren kickten, ehe 15 Spieler der Herren gegen den Ball traten. „Das ist definitiv besser, als alleine durch den Wald zu joggen“, sagte Mannschaftssprecher Phillip Plesch. Dass die Fußballer zwei Monate lang nicht mit Ball trainiert hatten, machte sich an der einen oder anderen Stelle aber doch bemerkbar. Dennoch beschränkt sich der MTV vorerst auf eine Einheit pro Woche. Zusätzlich bietet Ropers wöchentlich ein Individual- oder Kleingruppentraining an.

Thomas Ernstberger

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