Nach 63 Tagen ist Starnberg die Tabellenführung erst einmal los

- Heimstetten/Starnberg - Die FT Starnberg hat gestern die Tabellenführung im Bezirksoberliga-Spitzenspiel beim SV Heimstetten durch ein 0:2 (0:0) an die Gastgeber verloren, die sie 63 Tage inne hatten. Für die Seelöwen war es die zweite Saison-Niederlage. Die Gäste waren in einem Match, das das Prädikat Topspiel wahrlich verdient hatte, nicht zielstrebig genug, Heimstetten unter dem Strich cleverer.

Die Starnberger waren über weite Strecken spielbestimmend, doch es fehlte ein Antreiber. Libero Holger Schmidtke, der sich, wenn es brenzlig wird, immer in die Aktionen einschalten kann, war nicht zu ersetzen. Auf der Liberoposition vertrat ihn Andreas Giesemann jedoch kompromisslos und fehlerfrei. Und der neue Abwehrchef musste in der Anfangsphase einige Male klären, denn Heimstetten begann forsch. Doch bis in Tornähe kam die Elf von Trainer und Ex-HSV-Profi Frank Schmöller selten.

Nach einer Viertelstunde konnten sich die Gäste befreien. Addis Mussa per Freistoß (15.), oder Marco Friedrich mit einer Flanke von links, die Andreas Staude nur knapp verpasste (21.), hatten erste Gelegenheiten. Kurz vor der Pause hatte Markus Rieger mit einem Fallrückzieher Pech. Den Schuss des Stürmers fischte der starke Tormann Mario Bartulovic aus dem unteren rechten Eck.

Elfmeter war spielentscheidend
 
Rieger schien besonders motiviert, tat viel, wurde aber wohl wegen seiner beiden Tore aus dem Hinspiel pausenlos gefoult. Die Platzherren konnten vor dem Wechsel nur noch einmal für Gefahr sorgen, als Kapitän Mayer alleine vor Dax auftauchte, der aber den Ball mit einem Reflex zur Ecke lenken konnte (41.).

Nach dem Wechsel hätte Mussa nach 18 Sekunden das 1:0 für die FT machen müssen. Dann ergab sich aus einer harmlosen Situation die spielentscheidende Szene. Heimstettens Michael Nissl stand im FT-Strafraum umringt von drei Starnbergern und konnte nicht für Gefahr sorgen. Doch plötzlich zog ihn Stefan Jellbauer zu Boden, der Referee musste auf Elfmeter entscheiden. Den setzte Mayer genau in die Mitte des Tores, Dax hatte sich verspekuliert (52.).

Nun mussten die Starnberger noch mehr bringen. FT-Coach Klaus Brand nahm Jellbauer aber erst in den letzten Minuten vom Feld und brachte Markus Schulz. Auch die beiden anderen Neuen, Savas Christakakis und Christopher Orlandi, kamen erst kurz vor Schluss. Nun fehlte Schmidtke vor allem als Ideengeber, denn die Angriffe wurden oft zu durchsichtig und planlos vorgetragen. Ein Alexander von Moers musste sich die Bälle selbst holen, fehlte dadurch natürlich im Zentrum. Die beste Chance bot sich Kevin Braun, der aus elf Metern abzog, aber nur die Unterkante der Latte traf (64.).

Und wenn auf der einen Seite die Möglichkeiten reihenweise ungenutzt bleiben, dann kracht es meist auf der anderen Seite: In der Nachspielzeit agierte Seelöwen-Torhüter Dax als Libero und wollte 40 Meter vor dem Tor Michael Nissl ausspielen. Dax verlor das Duell, und Kapitän Mayer vollendete zum 2:0.

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