Nicht Landesliga-tauglich

- FT verliert bei schwachen Schwaben drei weitere wichtige Punkte

VON CHRISTIAN HEINRICH Starnberg - Die Gegner werden immer schwächer, doch die Fußballer der FT Starnberg schlagen daraus kein Kapital. Nachdem die Freien beim Unentschieden gegen Neusäß schon zwei Punkte verschenkt hatten, verloren sie gestern Vormittag beim 0:1 (0:0) in Augsburg sogar deren drei.

Es bedurfte schon gemeinsamer Kraftanstrengungen, um die eigene Mannschaft zu etwas mehr Mut zu motivieren. "Auf geht`s Schwaben", röhrte Augsburgs Stadionsprecher Christian Schien ins Mikrophon. Auch ein unentwegtes Häuflein Schwaben-Fans bemühte sich redlich, mit lautem Gebrüll das eigene Team gegen die Freien Turner nach vorne zu peitschen: "Haut sie auf die Schnauze!"

Doch wer wen da was auf die Nase gab, war lange Zeit nicht zu erkennen. "Wir haben uns gegenseitig neutralisiert", beschrieb Starnbergs Trainer Klaus Brand das triste Geschehen auf dem Rasen. Was eine Übertreibung war. In Wirklichkeit haben sich alle Akteure 90 Minuten lang in ihrer Sonntagsruhe nicht stören lassen und eine eindringliche Empfehlung abgeliefert, sie möglichst schnell aus der Landesliga Süd zu entfernen.

Keine der beiden Mannschaften schien zu registrieren, dass es im Ernst-Lehner-Stadion ganz leicht drei Punkte zu verdienen gab. Starnberg stellte in der ersten Halbzeit vollkommen seine Offensivbemühungen ein. Der Angriff, mit Robert Weidel und Markus Rieger nur auf dem Spielberichtsbogen vorhanden, litt aber unter der fehlenden Unterstützung aus dem Mittelfeld. Zwar will Brand "drei Aktionen, wo wir drei Tore machen können", erkannt haben, doch dazu bedurfte es besonderer Phantasie. Bis auf einen Freistoß von Bülent Arslan, der Starnbergs Keeper Harald Dax zu einer Parade zwang, war vor der Pause nichts los.

Friedrich vergibt einzige Torchance

Dass die Partie nach dem Seitenwechsel noch einen Sieger fand, war nicht zu erwarten. Brand machte keine Anstalten, etwas gegen die harmlosen Schwaben zu riskieren und ließ sein Team weiter wursteln. Diese Taktik wäre wohl für ein Unentschieden gut gewesen, wenn Sebastian Kluge die gleiche Bierruhe an den Tag gelegt hätte wie alle anderen Akteure. Doch der Mittelfeldspieler, der schon mit Gelb bedacht war, leistete sich ein überflüssiges Foul an der Mittellinie und wurde prompt des Feldes verwiesen. "Das war der Knackpunkt", meinte Brand.

Was so aber nur die halbe Wahrheit war. Auch mit einem Spieler mehr auf dem Feld verweigerten die Schwaben jegliche ernst zu nehmenden Anstrengungen, um gegen die dezimierten Starnberger zum Erfolg zu kommen. Die einzige echte Chance eröffnete sich stattdessen Marco Friedrich, als Tobias Meisl über den Ball säbelte und der Starnberger Mittelfeldspieler freie Bahn in Richtung gegnerisches Gehäuse hatte. "Den muss der Marco reinmachen", forderte Brand, doch Friedrich scheiterte an Keeper Thomas Geisler.

So viel Unvermögen wird natürlich irgendwann bestraft. Dass ausgerechnet Unglücksrabe Meisl auf den Plan trat, machte die Sache nur noch schlimmer. Sein als Flanke gedachter Freistoß fand den Weg an Freund und Feind vorbei in die Starnberger Maschen. "Es ist bezeichnend, dass wir so ein Tor bekommen", brummte Brand. Genauso bezeichnend war es, dass sein Team so ein Spiel verlor.

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