Sieht sein Team als Geheimfavorit: Trainer Max Hauser geht mit dem TSV Herrsching in die siebte Bundesligasaison. Zum Auftakt müssen die WWK Volleys nach Giesen. Foto: Stefan Schuhbauer-von Jena
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Trainer Max Hauser will am Samstag mit seinen WWK Volleys den neunten Saisonsieg bejubeln. Foto: Stefan Schuhbauer-von Jena

Volleyball-Bundesliga

Restprogramm spricht für WWK Volleys Herrsching

  • vonDirk Schiffner
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Endspurt in der Volleyball-Bundesliga vor den Playoffs: Die WWK Volleys Herrsching haben am Samstag Schlusslicht VCO Berlin zu Gast. Ein klarer 3:0-Sieg würde dem Team von Trainer Max Hauser helfen, am Ende der Hauptrunde Rang vier zu belegen.

Herrsching – Die Volleyball-Bundesliga biegt auf die Zielgerade ein. Die WWK Volleys Herrsching stehen mal wieder vor einer neuem Rekord. Aktuell steht die Mannschaft von Trainer Max Hauser auf dem sechsten Platz. Allerdings hat man Rang vier in der eigenen Hand. Die punktgleichen United Volleys Frankfurt und SVG Lüneburg stehen aktuell nur vor den Herrschingern, weil sie einen Sieg mehr auf dem Konto haben (Frankfurt) oder einen geringfügig besseren Satzquotienten (Lüneburg) haben. Von daher kann in den nächsten Spielen jeder Satzgewinn von entscheidender Bedeutung sein.

Die auf dem Papier vermutlich einfachste Aufgabe steht den WWK Volleys am Samstag, 19 Uhr (live bei sporttotal.tv), bevor. Dann empfangen die Ammerseer in der heimischen Nikolaushalle die noch sieglosen Nachwuchs-Schmetterer vom VCO Berlin. Auf den ersten Blick liest sich die Berliner Bilanz erschreckend: 17 Spiele, 17 Niederlagen. Doch diese Niederlagen sind eingeplant in der Entwicklung der Youngster (Jahrgang 2001 und 2002). Sie sollen an das Niveau im Profi-Volleyball herangeführt werden. Aus dem Herrschinger Kader haben Iven Ferch, Jonas Kaminski und Johannes Tille den VCO Berlin als erste Station im Männer-Volleyball stehen. Ferch und Tille spielten 2015 gemeinsam am Olympiastützpunkt Berlin. „Man wechselt turnusmäßig die Spielklasse“, erklärt Tille. „Im ersten Jahr spielt man in der 2. Bundesliga, im Jahr darauf in der 1. Bundesliga.“ In der Regel kommen die Spieler, die sich aus dem gesamten Bundesgebiet rekrutieren, in der unteren Spielklasse besser zurecht. 2015/2016 erreichten Tille & Co. den 3. Platz in der 2. Liga Nord, in der Erstligasaison gewannen sie außer an Erfahrung zwei Spiele (gegen Rottenburg und Solingen).

Ich erwarte Volldampf vom ersten Ballwechsel an.

Trainer Max Hauser

Viele der Akteure von damals haben ihren Weg gemacht und sind jetzt Stammkräfte in der Volleyball-Bundesliga. Für Johannes Tille ging es von Berlin zuerst nach Solingen, seit 2018 ist er der erste Zuspieler in Herrsching. Auch der diesjährige VCO-Jahrgang ist unabhängig von der Tabelle kein schlechter. Auch Herrschings Trainer Max Hauser hat die Talente aus der Hauptstadt auf seinem Radar: „Grundsätzlich finde ich von den Jungs jeden interessant.“

Im Hinspiel konnten die jungen Berliner den Herrschingern immerhin einen Satz abknöpfen. Was allerdings auch ein wenig dem Umstand geschuldet war, dass Libero Ferdinand Tille kurzfristig abreisen musste (Freundin Judith erwartete in München das erste gemeinsame Kind). Unter Aushilfs-Libero Jori Mantha haperte es anfangs, doch mit zunehmender Spieldauer waren die WWK Volleys Herr im fremden Haus und siegten letztlich souverän mit 3:1 Sätzen.

Auch im Hinblick auf den anvisierten vierten Platz erwartet Hauser von seinem Team einen engagierten Auftritt und „Volldampf vom ersten Ballwechsel an“. Kapitän Johannes Tille nimmt den Gegner nicht auf die leichte Schulter, sagt aber dennoch selbstbewusst: „Wir haben die Qualität, den VCO in drei Sätzen zu besiegen.“ Da die Kontrahenten aus Frankfurt und Lüneburg an diesem Wochenende spielfrei sind, würden die WWK Volleys auf Rang vier klettern.

Der Kampf um die Playoff-Plätze in der Volleyball-Bundesliga ist spannend wie nie. An der Tabellenspitze ist alles klar. Der VfB Friedrichshafen wird die Hauptrunde als Erster abschließend, die Powervolleys Düren und die Berlin Recycling Volleys balgen sich um Platz zwei und drei. Dahinter tobt der Sechs-Kampf um die verbleibenden fünf Playoff-Plätze. Die besten Chancen haben die WWK Volleys Herrsching. Die Ammerseer stehen derzeit mit 25 Punkten auf Rang sechs, punktgleich mit den United Volleys Frankfurt und der SVG Lüneburg. Die Hessen haben aber bereits zwei Spiele mehr absolviert. Und die Lüneburger haben das deutlich schwerere Restprogramm. Die Nordlichter müssen noch gegen die BR Volleys und gleich zweimal gegen den VfB Friedrichshafen sowie gegen die direkten Rivalen Bühl und Giesen ran. Die Herrschinger haben neben den beiden schweren Auswärtshürden Düren und Berlin noch drei machbare Heimspiele (VCO Berlin, TSV Unterhaching und Grizzlys Giesen) vor der Brust.

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