110 Jahre alt und derzeit praktisch untätig: Beim TV Stockdorf findet kaum noch Sport statt, weil die Corona-Regeln es verbieten. Vorsitzender Robert Frank hofft, dass sich das bald wieder ändert.
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110 Jahre alt und derzeit praktisch untätig: Beim TV Stockdorf findet kaum noch Sport statt, weil die Corona-Regeln es verbieten. Vorsitzender Robert Frank hofft, dass sich das bald wieder ändert.

Vorsitzender hofft auf Unterstützung der Politik

Robert Frank vom TV Stockdorf: Verwalter des Stillstands

  • vonRedaktion Starnberg
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Trotz gähnender Leere auf der Sportanlage hält der TV Stockdorf auch in der Corona-Pandemie zusammen.  Trotzdem macht sich der Vorsitzende, Robert Frank, Sorgen um die Kinder.

Stockdorf – „Wir sind sehr daran interessiert, dass es mit unserer Vereinsgaststätte erfolgreich weitergeht“, betont Robert Frank, der vor Kurzem gewählte Vorsitzende des Turnvereins Stockdorf über die erfolgreiche Aktion für den langjährigen Wirt Mirko Galic. Die Gaststätte ist nicht Franks einziges Thema: Momentan steht der gesamte Sportbetrieb still.

Gähnende Leere herrscht auf der Sportanlage des TV Stockdorf an der Maria-Eich-Straße. Auf der Sonnenterrasse steht nur die Werbetafel des Wirts mit den aktuellen Mittagsgerichten zum Mitnehmen. Kein einziges „Plop“ der Bälle dringt aus der erst vom eigenständigen Verein der Tennisfreunde für 150.000 Euro aufgebauten Traglufthalle über den beiden Sandplätzen. Kein Ruf, kein Pfiff des Trainers, der junge Spieler coacht. Der Fußballplatz ist gesperrt. Nur noch Kader-Athleten dürften trainieren, bedauert Vereinschef Robert Frank. 

TV Stockdorf: Etwas mehr Kündigungen zum Jahresende als sonst

Als Einziger dürfe nur noch Tennisspieler Adrian Penzkofer mit Nachweis vom Bayerischen Tennisverband die Traglufthalle nutzen. Auch die erfolgreiche Tanzabteilung habe noch Kader-Tänzer, die trainieren dürften. Weil der Breitensport- Betrieb auf der Anlage mit dem neu gebauten Mehrzweckhaus am Waldrand zwischen Stockdorf und Krailling wegen der Pandemie komplett eingestellt werden musste, gab’s zum Jahresende etwas mehr als die üblichen Kündigungen. Statt der bisher üblichen fünf Prozent zum Jahreswechsel, wenn die Beiträge eingezogen werden, gab es 2020 einen Schwund von sieben Prozent. Von 1008 Freizeitsportlern sei die Mitgliederzahl auf 936 geschrumpft. Doch der Verein habe keine Existenzprobleme, betont der Chef. Der Vorgänger-Vorstand habe ordentlich gewirtschaftet.

Aber die Corona-Krise werde Folgen haben, ist der Fußballtrainer überzeugt. Einige Kinder und Jugendliche, etwa die Hälfte der 936 Vereinsmitglieder, „werden ganz aufhören“. Breitensport wie Fußball mit seinen integrativen Aspekten sei doch nun wirklich „kein Luxus“. Leider werde das von der Politik aber nicht verstanden. Er hoffe deshalb, dass Vereine und Kommunalpolitiker mit Nachdruck vermitteln, dass Breitensport Lebensinhalt sei. Gerade Stockdorfer Familien oder Senioren sei das sehr wichtig. Wenn Sport für Kinder mit Migrationshintergrund als „Plattform für erfolgreiche Integration“ wegfalle, gebe es an anderer Stelle soziale Probleme.

TV Stockdorf: „Durch Corona werden wir ausgebremst“

In den Vereinsbetrieb werde man als Familie einfach „hineingeboren“, sagt der in Buchendorf aufgewachsene Vorsitzende, der auch die Stockdorfer Bambino-Mannschaft trainiert, in der ein Sohn von ihm mitspielt. Ungeachtet der Lage, will er das Angebot ausbauen: In Kooperation mit „Sport-Solution“ Gräfelfing biete der TV Stockdorf seit einem halben Jahr Fußballtraining-Training gegen Extra-Beitrag. „Das wird sehr gut angenommen.“ Aber: „Durch Corona werden wir ausgebremst“, so der TV-Vorsitzende.

(CHRISTINE CLESS-WESLE)

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