Emotionalster Erfolg der Saison: Der SC Pöcking-Possenhofen um Marvin Schleyerbach und Clemens Link (v.l.) schlägt den MTV Berg (im Bild Maximilian Plenert) nach 0:2-Rückstand im Derby noch mit 3:2. 
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Emotionalster Erfolg der Saison: Der SC Pöcking-Possenhofen um Marvin Schleyerbach und Clemens Link (v.l.) schlägt den MTV Berg (im Bild Maximilian Plenert) nach 0:2-Rückstand im Derby noch mit 3:2. 

Trainer Franco Simon mit Lobeshymnen

Erwachen der Mentalitätsmonster  des SC Pöcking in der Rückrunde

  • vonTobias Empl
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Der SC Pöcking ist nach missglücktem Start in der Bezirksliga seit der Rückrunde auf dem richtigen Weg. Sie haben sich bereits ins sichere Mittelfeld gekämpft.

Pöcking – Der kürzlich für viele überraschend zum Welttrainer des Jahres gewählte Liverpool-Coach Jürgen Klopp hat 2012 erstmals den Begriff Mentalitätsmonster verwendet – in Bezug auf die Spieler seines damaligen Vereins Borussia Dortmund. Seitdem wird diese Wortneuschöpfung gerne von Spielern und Trainern für Mannschaften verwendet, die vor allem durch hohen Einsatz und Leidenschaft überzeugen. Für Franco Simon, Coach des Fußball-Bezirksligisten SC Pöcking-Possenhofen, sind seine Spieler Mentalitätsmonster. Einen Schönheitspreis wollte er mit seinem Team nie gewinnen, kontinuierlich punkten dafür umso mehr. Und das tun die Pöckinger nach anfänglichen Schwierigkeiten seit ihrem Aufstieg in die Bezirksliga.

Trotz eines katastrophalen Saisonstarts mit vier Niederlagen in Folge steht die Simon-Elf fünf Spieltage vor Saisonende im gesicherten Mittelfeld der Bezirksliga Süd mit bereits zehn Punkten Vorsprung auf einen Relegationsplatz – wenn auch bei zwei mehr absolvierten Spielen als der Zwölfte, SC Unterpfaffenhofen. Simon: „Ich bin sehr zufrieden, was wir da abgebrannt haben nach dem verheerenden Start.“

Franco Simon: „Seit der Rückrunde gehören wir in der Liga zu den Topmannschaften“

Los ging die Erfolgsserie bereits im Herbst 2019: Dank zehn Punkten aus den abschließenden vier Partien des Jahres – darunter ein Unentschieden gegen Spitzenreiter TSV Brunnthal – kletterten die Pöckinger aus dem Tabellenkeller. Nach der coronabedingt über neun Monate langen Pflichtspielpause setzte der Aufsteiger seinen Lauf fort. Aus den lediglich vier Ligaspielen im Jahr 2020 holte der SCPP immerhin sieben Zähler. „Wir haben in Spielen gepunktet, in denen nicht jeder damit gerechnet hätte“, sagt Simon. Mit einem 2:2-Unentschieden nach Last-Minute-Gegentreffer gegen den FC Kosova München ging es nach dem Restart nicht optimal los, beim abstiegsbedrohten FC Anadolu Bayern setzte es kurz darauf sogar eine 2:5-Niederlage. Doch anschließend gelang gegen Landesliga-Absteiger TSV Neuried ein verdienter 4:1-Erfolg, und selbst der Tabellenzweite, SC Oberweikertshofen, musste sich den Pöckingern mit 0:1 geschlagen geben. „Seit der Rückrunde, die ja schon letztes Jahr angefangen hat, gehören wir in der Liga zu den Topmannschaften“, sagt Simon. In der Tat steht der SCPP mit 17 Punkten aus neun Spielen in der Rückrundentabelle auf Rang zwei.

Nach dem 3:0-Erfolg im Hinspiel erneut deutlich gegen Neuried zu gewinnen, war für Simon „schon eine coole Geschichte“. Der bisher emotionalste Erfolg der laufenden Spielzeit bleibt für ihn jedoch der Sieg im Derby beim langjährigen Bezirksligisten MTV Berg im November 2019. Nach frühem 0:2-Rückstand siegte sein Team damals noch 3:2 – echte Mentalitätsmonster eben.

SC Pöcking-Possenhofen unter der Saison schon mit vier Neuzugängen

Den Siegtreffer erzielte der zu diesem Zeitpunkt erst 17-jährige Jean-Luca Dötsch per direktem Freistoß. Dötsch, inzwischen 19 Jahre alt, hat sich nun zum von seinem Vater Thomas trainierten TSV Oberalting-Seefeld verabschiedet und möchte sich sportlich vor allem auf seine Karriere im Futsal konzentrieren, wo er inzwischen für das Regionalliga-Spitzenteam SSV Jahn Regensburg aufläuft (wir berichteten). Zwar wird Simon den offensiven Mittelfeldspieler unter anderem wegen seiner „Geradlinigkeit, Torgefahr und Bomben-Standards“ vermissen, er kann die Entscheidung aber nachvollziehen und wünscht seinem Ex-Spieler alles Gute. Selbst wird der SCPP im Winter wohl nicht allzu aktiv nach Neuzugängen fahnden, kamen doch mit Emanuel Endl, Christian McCarty (ehemals Paula), Max Hartmann und Arlind Shaqiri während der Saison bereits vier Spieler hinzu.

Insgesamt sieht Simon den Verein trotz der angespannten Corona-Situation auf einem sehr guten Weg und lobt besonders die Arbeit von Ismail Yilmaz, ehemaliger Fußballabteilungsleiter und inzwischen 1. Vorsitzender des Hauptvereins: „So jemanden wie Isi Yilmaz kann sich jeder Verein nur wünschen, ebenso wie das gesamte Team dahinter.“ Die verbleibende Bezirksliga-Saison können die Pöckinger angesichts der Tabellensituation relativ entspannt angehen ebenso wie die Diskussion um eine Fortführung des Ligapokals, der für den Aufsteiger ohnehin nur Testspielcharakter hat. Simon: „Unser Ziel bleibt der Klassenerhalt – egal wie.“ (Tobias Empl)

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