Starnberg rupft die Falken

- FT verlässt nach 3:0 über Markt Schwaben das Tabellenende

VON CHRISTIAN HEINRICH Es geht also doch noch etwas bei den Freien Turnern. Nach fünf Spielen ohne Sieg servierten die Starnberger Kicker den FC Falke Markt Schwaben mit 3:0 (2:0) ab. Mit diesem Erfolg haben sie den letzten Tabellenplatz der Landesliga Süd verlassen, für Trainer Klaus Brand ein Hoffnungsschimmer in schwerer Zeit: "Wille und Tendenz sind da, um da hinten rauszukommen."

Es sind immer einzelne Szenen, die über das Wohl und Wehe eines Spiels entscheiden. Franz Schick weiß das nur zu gut. Der Trainer des FC Falke erkor die siebte Minute zur Schlüsselszenen, als sein Stürmer Andreas Schmalz den Ball an Harald Dax vorbei an die Latte lupfte. "Wenn der reingeht, führst du", sinnierte der Coach. Und nicht nur das. Auch Starnbergs 1:0 durch Marco Friedrich nach schöner Vorarbeit von Markus Rieger wäre wenige Sekunden später wohl nicht gefallen.

Dass die Freien Turner die Weichen auf Sieg stellten, lag nicht nur an ein paar schicksalsträchtigen Sekunden. Die FT knüpfte an den Vortrag aus der ersten Halbzeit in Ingolstadt an. Mit Andreas Staude lief im Mittelfeld wieder der Motor auf vollen Touren und Marco Friedrich sorgte nicht nur für viel Dynamik sondern auch für Gefahr. Neben dem Treffer zum 1:0 zeichnete sich der Linksfuß auch für das zweite Tor verantwortlich. Einen von Carsten Bertsch an Robert Weidel verursachten Strafstoß verwandelte Friedrich nervenstark (23.).

So trugen die beiden Starnberger Stürmer ein wesentliches Scherflein zum Erfolg bei. Mit Weidel und Rieger setzte Klaus Brand nicht nur auf Mut zum Risiko im Angriff, sondern auch auf zwei Exzentriker, die bisher entweder durch eine eigenartige Trainingsauffassung oder schwache Spiele auffielen. Lob für Angreifer

"Sie können gut miteinander und sind für jede Abwehr eine Gefahr", lobte Brand die Vorstellung seiner Angreifer, die zum ersten Mal in dieser Formation agierten.

Ihre Ausbeute hätte durchaus noch höher ausfallen können. Weidel fand zunächst in Markus Lach seinen Meister (33.) und übertrieb in der 50. Minute zur sehr das Einzelspiel, als er nach einem Solo über das halbe Feld besser zu Rieger gepasst hätte, als selbst den Torschuss zu suchen. Der besaß wenige Augenblicke später die nächste Möglichkeit, scheiterte aber an Lach (52.) So blieb es dem eingewechselten Alexander von Moers vorbehalten, per Kopf für den Schlusspunkt zum 3:0 zu sorgen (86.). Dass der Treffer erst spät fiel, war nahezu bedeutungslos. Die Starnberger standen sicher in der Abwehr, was auch ein Verdienst von Stefan Matiasovits war, der sich zur festen Größe in der Defensive zu mausern scheint. Da sich Markt Schwaben nach dem frühen Rückstand mehr auf Attacken gegen das schwache Schiedsrichtergespann als auf das Gehäuse von Harald Dax verlegte, drohte den Freien von Seiten des Gegners wenig Gefahr. Zumal sich die Falken selbst dezimierten. Martin Wanke hatte nach 63 Minuten oft genug gefoult und Thomas Hollerith titulierte einen Starnberger als "Blinden", was Rot nach sich zog.

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