Die Vorsitzende des SV Söcking Eva-Maria Karl beantwortet Fragen zu der Corona-Krise

SV Söcking: „Existenzbedrohend wird es für die hauptamtlichen Trainer“

  • vonRedaktion Starnberg
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Die Vorsitzende des SV Söcking Eva-Maria Karl spricht im Interview über die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Verein. Zudem berichtet sie, dass sie im ständigen Kontakt mit dem BLSV steht.

Söcking – Wegen der Corona-Pandemie liegt der Sportbetrieb für die rund 110 Vereine im Landkreis sowie für die über 50 Schützenvereine auf Eis. Zumindest kontaktfreie Individualsportarten wie Tennis oder Golf sind ab Montag wieder erlaubt. Im Rahmen einer Umfrage des Starnberger Merkur beantwortet heute Eva-Maria Karl unsere Fragen, 3. Vorsitzende des SV Söcking.

Welche Auswirkungen hat die Einstellung des Sportbetriebs für Ihren Verein?

Das Gelände des SV Söcking liegt leer und verlassen in der Frühjahrssonne. Die wirklich harten Auswirkungen betreffen nicht den Verein, sondern unsere Mitglieder: kein Fußballtraining, noch kein Tennistraining oder Tennisferiencamp, keine Gymnastik, kein Tischtennistraining, etc.. Auch die Sozialkontakte, die der Sport mit sich bringt, fehlen natürlich unseren Mitgliedern. So können unsere Stockschützen nicht mehr auf ihren neuen Bahnen trainieren und nebenbei ratschen, die Kinder vor und nach dem Turnen nicht mehr rumalbern und vieles mehr. Da wir, der SV Söcking, die Summe unserer Mitglieder sind, trifft es uns doch ziemlich hart. Aus rein organisatorischer Sicht haben wir das Problem, dass wir unsere Mitgliederversammlung auf unbestimmte Zeit verschieben mussten und daher der aktuelle Vorstand kommissarisch die Geschäfte weiterführt.

Gibt es bereits vermehrt Kündigungen von Mitgliedschaften oder aber das Gegenteil: Bekundungen von Mitgliedern, auf jeden Fall auch in Krisenzeiten und darüber hinaus zu bleiben?

Aktuell müssen wir keine vermehrten Kündigungen verzeichnen. Wir hoffen auf das Verständnis und die Großzügigkeit unserer Mitglieder, im Verein zu bleiben und auch den Mitgliedsbeitrag für das Jahr 2020 in voller Höhe zu leisten – hierfür möchte sich der Vorstand schon mal bei allen Mitgliedern ganz herzlich bedanken.

Welche (finanzielle) Perspektive sehen Sie für Ihren Verein nach dem wochenlangen Sportverbot?

Natürlich haben auch wir als Verein fixe Kosten, die wir während des Lockdowns weiterhin begleichen müssen. Gas, Wasser, Strom, Pflege der Anlagen, etc., all das muss weiterbezahlt werden. Finanzielle Ausfälle erleben wir auch durch abgesagte Großveranstaltung und die damit entgangenen Mieteinnahmen. Insgesamt gesehen können wir, wenn wir sehr sparsam wirtschaften, angedachte Investitionen verschieben und uns unsere Mitglieder nicht im Stich lassen, noch ein paar Wochen durchhalten. Schön wäre es, wenn wir die Sommersaison für möglichst viele unserer Outdoor-Sportarten bald beginnen könnten. Existenzbedrohend wird es für die hauptamtlichen Trainer.

Welche Hilfe erwarten Sie von Sportorganisationen, Verbänden oder Politik?

Wir stehen im ständigen Kontakt mit dem BLSV, von dem wir uns gut vertreten sehen. Außerdem hat Ministerpräsident Söder angekündigt, dass die pauschale Sportförderung verdoppelt werden soll. Das wäre auch für uns eine kleine und vor allem eine unbürokratische Hilfe, da die Anträge für diese Sportförderung schon in Vor-Corona-Zeiten gestellt wurden.

Gibt es Initiativen Ihres Vereins in Corona-Zeiten (Einkaufsangebote für ältere Mitmenschen, etc.)?

Leider konnten wir eine solche Hilfe nicht anbieten, da uns die für die Organisation nötige Manpower fehlt. Unsere Vorstandschaft kann derzeit aufgrund von Krankheit und sonstigen persönlichen Gründen nicht in voller Stärke aktiv sein und setzte große Hoffnung auf die Mitgliederversammlung und die darin vorgesehenen Neuwahlen. Wir suchen auch weiterhin Menschen, die sich, wenn wir durch diese Krise gekommen sind, im Verein engagieren möchten, etwas bewegen wollen und bereit sind, ein Ehrenamt zu übernehmen.

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