Christoph Kammerladen: „Wieso sollten wir weiter Geld kassieren, wenn wir nichts tun außer abzuwarten?“

Trainer-Gehalt, ja oder nein?

Aufgrund der Corona-Pandemie ruht der Amateur-Fußball in ganz Bayern. Auch die Trainer haben in dieser Zeit weniger zu tun als sonst. Deswegen bekommen viele Trainer aktuell kein Gehalt. 

Landkreis – Für Christoph Kammerlander gibt es überhaupt keine Diskussion. „Wieso sollten wir weiter Geld kassieren, wenn wir nichts tun außer abzuwarten?“, fragt sich der Trainer des TSV Perchting-Hadorf. Seitdem wegen der Corona Pandemie auch der Fußball in ganz Bayern ruht, ist nicht nur der Coach des Kreisklassisten beschäftigungslos. Da auch die meisten seiner Kollegen derzeit nicht über Online Stunden hinauskommen, haben manche Vereine im Landkreis Starnberg bereits von sich aus die Konsequenzen gezogen. Seit April sind beim SC Weßling die Gehälter eingefroren. „Das gilt bis zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs“, kündigt Martin Jakob an. Wann das sein wird, weiß der Abteilungsleiter des Tabellendritten der Kreisklasse 1 ebenso wenig wie sein Cheftrainer Florian Schober. Der Übungsleiter stimmte der Maßnahme jedoch zu, auch wenn sie an den eigenen Geldbeutel geht. „Im Grunde genommen stehe ich dazu.“ Bis auf wenige Ausnahmen erhalten die Fußball-Trainer im Fünfseenland kein besonders üppiges Salär“.

MTV Berg: „ Wir haben noch keinen Fahrplan“

Zum einen können sich die Vereine das kaum leisten, zum anderen spielen sie überwiegend in den unteren Ligen. Beim MTV Berg, der immerhin der Bezirksliga angehört, ist man sich selbst sieben Wochen nach dem vorläufigen Ende des Spielbetriebs noch nicht sicher, wie man in dieser Causa verfahren soll. „Wir haben noch keinen Fahrplan“, räumt Florian Garke ein. Der Abteilungsleiter der Männerturner befindet sich in einem Dilemma. Zum einen „wird aktuell nichts geleistet“, zum anderen schwebt ihm aber auch die „gute Tat“ vor, sich trotz der Krise mit seinen Übungsleitern solidarisch zu erklären und ihnen die Honorare weiter auszuzahlen. 

„Jeder Verein muss schauen, wie er am Ende der Krise wieder aus der Situation herauskommt“, sagt Ayhan Kurt. Der Spartenleiter des SV Planegg-Krailling sieht sich dazu verpflichtet, wirtschaftlich solide zu handeln, schließlich droht eine Rezession. Rücksicht auf seine Trainer will er trotzdem nehmen, immerhin leisten sie von der Jugend bis zu den Erwachsenen ausgezeichnete Arbeit. Im gegenseitigen Einvernehmen mit seinen Übungsleitern hat er sich darauf verständigt, im April kein Gehalt auszuzahlen. Für den Mai soll jedoch der volle Betrag wieder gezahlt werden. Ihm ist bewusst, dass einige seiner Angestellten fest mit den Tantiemen planen müssen, um über die Runden zu kommen. Das gilt in diesen Tagen vor allem für Selbstständige und Beschäftigte in Kurzarbeit. Sie gerade jetzt hängen zu lassen, wäre kein guter Zug. Ihre Verantwortung für den Klub nehmen dagegen Marco Gühl und Korbinian Halmich wahr. „Sie haben sich bereit erklärt, ihr Honorar zu spenden“, sagt Robert Frank. Wie der Abteilungsleiter des TV Stockdorf betont, verdient man dort als Trainer aber auch keine Reichtümer.Allerdings sei er bereit gewesen, auch in der Pause weiterhin die ausgelobten Zahlungen zu erstatten. Nun kommen die Honorare der Sanierung des Fußballplatzes zugute (wir berichteten).

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